Freitag 29. Juni, 2007

Marco.logika

Der Fall Marco nimmt ungeahnte Formen an. Fakten werden durch Interessengemeinschaften neu geformt und für eigene Zwecke missbraucht. Politiker intervenieren auf höchster Ebene oder drohen blind und lauthals populistisch mit Konsequenzen. Man möchte meinen, dass es hier zu einer kleinen europäischen Schweinebucht-Affaire der Neuzeit kommt. Es fehlen nur noch die Atombomben.
Wer mich kennt weiß, dass ich es nicht gerade gut meine mit der türkischen Regierung. Wir sind keine großen Freunde, werden es in Zukunft auch nicht sein. In diesem Fall aber, sollte man sprichwörtlich die Kirche im Dorf lassen.
Fakt ist, die Mutter der 13 jährigen hat Anzeige wegen sexuellem Missbrauch erstattet. Kein türkischer Beamter ist von selbst auf die Idee gekommen einen 17 jährigen deutschen Staatsbürger zu inhaftieren. Marco wurde sogar nachweislich Einzelhaft angeboten - er lehnte dies ab. Leider ist das in der Presse hierzulande nie so berichtet worden. Nicht weil es an der Information gefehlt hat, sondern weil es nicht in das Schema «Täter wird zum Opfer gemacht» passt.
Wolfgang Kauder und Konsorten fordern seit Jahren von der Türkei die Rechtsstaatlichkeit einzuhalten. Unlängst scheint das aber vergessen zu sein und eben Kauder droht der Türkei, wenn Marco nicht freigelassen wird, mit Konsequenzen im EU-Betrittsverfahren. Auch wenn es dümmer nicht mehr geht, zeigt dieses Verhalten, wie in den Unionsparteien über Demokratie gedacht wird.
Auf der anderen Seite intervenierte unser Außenminister Steinmeier bei seinem türkischen Kollegen im Fall Marco. Wieder steht hier die geforderte Rechtsstaatlichkeit in einem diffusen Licht. Würden sich deutsche Gerichte beeinflussen lassen, nur weil auf höchster Ebene der Legislative interveniert wird? Ist das Rechtsstaatlichkeit?
Der gesunde Menschenverstand fragt sich warum eben dieser Außenminister nicht bei seinen Kollegen in Groß Britannien interveniert, die Eltern des 13 jährigen vermeintlichen Opfers dazu zu überreden, die Anzeige wegen sexuellem Missbrauchs zurück zu ziehen. Die nämlich, sowie das Mädchen selbst, beharren auf der Anzeige und «vertrauen auf die türkische Justiz». Man stelle sich die Lawine vor, die aus England gegen die türkische Justiz rollen würde, wenn man den Fall Marco aussetzt.

Ich bin überzeugt davon dass die Türkei es nicht in den Bund der Europäischen Staaten schafft. Alle Richtlinien aus den Sechzigern und Versprechungen aus den letzten Tagen des letzten Jahrhunderts sind nichtig, gegen die Kluft zwischen den christlich abendländischen und der muslimisch morgenländischen Kultur. Diese Brücke kann und wird nicht überwunden werden. Schon gar nicht auf politischer Ebene. Und seit dem Wegfall des Ost-Westkonfliktes kann hier nicht mal ein Gummiboot geschweige denn Brücke beide Ufer des Bosporus verbinden. Bitter sind nur die leeren Versprechungen über die Jahrzehnte, deren Konsequenzen irgendwann wie ein Tsunami über Europa hereinbrechen werden. Leider.
Dass der Fall Macro Weiss als politisches Druckmittel missbraucht wird, zeigt, wie weit diese Kluft wirklich ist.
Donnerstag 28. Juni, 2007

Lüste

Reismehl aus TR - verpackt so zu kaufenIch hab' wieder richtig Lust auf Reismehlpudding. Absolut. Also Lust.
Ist auch ganz schnell gemacht. Man gibt zu Reismehl, Milch und Zucker in einen Topf. Verrührt das Ganze unter Zugabe von Hitze zu einem Brei und fertig. Am Besten heiß genießen. Wer will kann da noch Kirschen untermischen oder ungesalzene Nüsse oder geröstete Mandeln. Wenn dann noch die Hitze so genial zugegeben wurde, dass der Grund des Breis etwas anbrannte, gibt es dem Allen noch einen kleinen geschmacklichen Kick von ungeahnter Herrlichkeit.

Aber man muss seine Lüste im Griff haben. ManN fällt ja auch nicht über jede Frau her die man interessant findet. Deshalb gibt es heute kein Reismehlpudding, sondern Spiegelei und Salat. Dem Gusto ein Schnippchen schlagen und dabei noch Spiegelei essen. Das Leben kann doch so herrlich sein ohne Reismehlpudding. Obwohl das schon ganz toll wäre jetzt ...
Donnerstag 28. Juni, 2007

Woisserdenn

Na ja - ich schreib' was so los war bevor hier Spinnweben wachsen.
Von gestern Vormittag um elf bis jetzt zwei CMSe aufgesetzt und übergeben. Schmucke Teile, können sich sehen lassen. Vor allem, ist der jeweilige Kunde Herr über seine Seite und nicht abhängig von mir.
Interessant war gestern das süße und unerwartete Geschenk zu Mittag. Eine Künstlerin, die seit einem Jahr in Sinai lebt, brachte mir eine absolut tolle Schokolade. Die Speise der Götter, steht drin. 72% Kakao, man schmeckt und fühlt die Bohnen. Nach dem Verzehr der Tafel war ich glücklich. Wirklich. Stimmungshoch.
Am Abend dann kurz entschlossen für vier Prinzessinnen gekocht. Pasta a la Ebola. Eine davon nahm den kargen Rest sogar mit - für heute, zum Mittag. Um kurz vor eins war ich dann mit rauchendem Kopf endlich allein. Mädelz können schlauchen.
Ich ließ es mir nicht nehmen nackt bei geöffnetem Fenster zu schlafen. Herrlich kalt - Betonung auf der ersten Silbe.

Ach ja. Falls es niemanden aufgefallen sein sollte: Tony the hitchhiker Blair ist nicht mehr Herr über die Downing Street No. 10. Wir werden dich nicht vermissen. Viel Glück im neuen Posten - und lass' dich nicht erschießen. Bist noch zu jung zum sterben und zu blöd um ein guter Diplomat zu sein. Aber das wird noch, irgendwie. Arnold lebt ja auch noch und wird bald Vize irgendwas.
Dienstag 26. Juni, 2007

Brians.Mom

Manchmal, wenn ich Nachrichten lese oder sehe, komme ich mir vor wie die Mutter von Brian. Das wird jetzt nicht jeder verstehen - eigentlich niemand, denke ich. Jedenfalls, wie auch immer, ist ja egal. Die Meldungen kommen in mein Wohnzimmer und stellen sich vor: «Guten Tag, wir sind die drei heiligen Könige. Wir sind dem Stern gefolgt...». Mein Hirn antwortet mit der gilfenden Stimme von Brians Mutter: «Was seid ihr?! Sternhagelvoll seid ihr!!!».
Jo. Ich schrieb ja, verstehen wird das niemand. Aber so fühle ich manchmal wenn ich Nachrichten sehe oder lese.
Montag 25. Juni, 2007

Mindestlohn

Wir sind uns hier alle einig, dass der deutsche Staat souverän ist. Soweit so gut.
Wir wären uns hier aber nicht einig, wenn ich behaupte, dass die Souveränität des Staates in diesen Zeiten stark in Frage gestellt ist. Will sagen, die Arbeitsmarktpolitik ist korrupt. Holla die Waldfee, was behauptet er denn jetzt wieder?!
Jede Regierung misst sich auch oder gerade an den Zahlen der Arbeitslosenstatistik. Unlängst spiegelt eben diese Statistik einen Aufschwung. Fakt ist, es gibt einen Aufschwung - sogar im und auf dem Arbeitsmarkt. Nur ist dieser eben, wie schon erwähnt, korrupt. Die Regierung badet zwar in Zahlen die das Beschäftigungsverhältnis positiv darstellen, in der Realität aber ist der Arbeitsmarkt ein reines Desaster. Eines, dass auf Kosten des Arbeiters ausgetragen wird.
Dass die Arbeitsvermittlung vor Jahren privatisiert wurde, halte ich für gut und nötig. Die Subventionierung dieses Marktes aber durch den Staat, zieht natürlich findige Vollpfosten mit sich. Ich weiß, wovon ich rede - denn ich habe EDV-technisch jahrelang eine Zeitarbeitsfirma betreut. Der Markt unterliegt einem heißen Konkurrenzkampf, den ich selten aus anderen Sektoren kenne. Und ebenso selten, kann man schneller bessere Gewinne erzielen als hier.
Für die Vermittlung eines Arbeitslosen stehen bis zu 2.500 EUR netto steuerfrei vom Staat auf den Tisch. Bei einzelnen Fällen kann sich diese Summe fast verdoppeln. Für die langwierige Beschäftigung eines solchen Bürgers, bekommt die Vermittlungsgesellschaft ebenfalls eine satte Subvention am Jahresende. In Form von Steuervergünstigung.
Der Beschäftigte ist in den meisten Fällen der Gelackmeierte - wie man früher so schön zu sagen pflegte. Ich weiß von einem Arbeiter, der netto 4.07 EUR/h bekommt - bei neun Stunden an sechs Tagen die Woche. Das kann so gemacht werden, weil hier kein Tariflohn greift, also keine Gewerkschaft dahinter steht. Meist bleibt einem Familienvater keine andere Möglichkeit als auf den sogenannten Kombilohn zu greifen. Das heißt, der Staat - in diesem Fall seine Bürger und nicht die Regierung - übernimmt hier die Sozialpflicht, den Arbeitenden am Existenzminimum zu halten. In der Statistik aber, wird das nicht gezählt. Die Bürgergemeinschaft - wir - zahlen also doppelt. Erstens subventionieren wir seine Vermittlung und danach fördern wir seinen Sklavenlohn. Wofür? Damit die Statistik am Ende gute Zahlen spiegelt, mit den sich die Politiker, die hier blind zusehen, uns vorgaukeln dass sie was getan haben um von uns wiedergewählt werden. Immer mit einem Lächeln im Gesicht.
Die Gewinner dieses miesen Spiels sind ein paar Minister, die ihr Gewissen mit einer manipulierten Statistik verwechseln, Arbeitgeber, die sich keine Gedanken um Kündigungsschutz und Gewerkschaftsdruck machen müssen, und ein Haufen moderne Lude. Moderne Lude, also Zuhälter, deshalb, weil ein Lude früher Frauen auf den Strich schickte und Camaro mit Tigerfellapplikationen fuhr, wobei er heute Mercedes C- oder E-Klasse fährt und Arbeitslose auf den Strich schickt. Leider konnte ich es nicht direkter ausdrücken, da mich hierbei meine gute Erziehung hindert.

Mit anderen Worten: Mindestlohn muss sein. Da führt kein Weg daran vorbei!
Montag 25. Juni, 2007

Zwei.Seiten

An dieser Stelle, wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenstart:
Jede Geschichte hat ihre zwei Seiten, sagten schon die Ahnen. Dem Einfluss des Erzählers kann sich selten jemand entziehen, wenn dessen Antrieb es ist, den Zuhörer in eine Stellung zu drücken. Das geschieht besonders dann, wenn der Erzähler eine quantitative Front aufbaut. Das heißt, wenn er es z. B. schafft die Medien an seine Seite zu ziehen; die dann die Massen in ihrer Meinung zu beeinflussen versuchen. Kurz darauf beginnt dann das dritte Manipulationsgesetz zu wirken: Je mehr eine Meinung vertreten, desto wahrer wird der Inhalt.
Die andere Seite der Geschichte:
Ein dreizehnjähriges Mädchen wird von einem Jugendlichen sexuell verführt. Die Mutter dreht verständlicherweise am Rad und zeigt den Jugendlichen an. Der Jungendliche wird inhaftiert und das Rechtsystem beginnt zu greifen. So würde fast jede Mutter handeln. Und genau diese Mutter würde wahrscheinlich auf die Barrikaden springen, wenn der Jugendliche auf öffentlichen Druck freigelassen wird.
So hat jede Geschichte ihre zwei Seiten.


»Though we might hate to admit it, there are always two sides to every story. We always need to hear both sides of the story.« (Phil Collins)

In diesem Sinne, einen schönen Wochenstart.
Freitag 22. Juni, 2007

Ochja

Zum Freitag ein kleines Gebet,
von Badesalz (als sie noch gut waren) mit dem Titel «Gereizt»:
Sach ma hat's heut nacht geregnet?
Seh ich so aus du Drecksack?!!
Gereizt!!! - Der neue Film von Jacques Bubu.

Ja Herr Schmidt, nichts Ernstes, nur eine leichte Erkältung.
Was?!? Und dafür sitz ich hier drei Stunden rum?!!
Gereizt!!!

Morgen Schatzi (Peng!) ...
Gereizt!!! - Der neue Film von Jacques Bubu. Mit Sabine LaMere, Peter Platarre, Jim Regney und zum allererstenmal, Richard Vögler!
Vooooogleeeeer du Arschlooooch!!!!


Man darf ja wohl noch beten dürfen. Oder?
Ein schönes Wochenende noch. ;-)
Donnerstag 21. Juni, 2007

Gewinnchance

Das will nicht aufhören mit diesen Telefonwerbeaktionen.
... hier weiter lesen!
Donnerstag 21. Juni, 2007

Bildungs.politik

Da ich erst um halb zehn meinen ersten Termin habe, sehe ich mir gerade noch den Beginn des Bundestags auf Phönix an.
Vielleicht ist es aufgefallen, dass ich Frau Schavan, Bundesministerin (CDU) für Bildung u. Forschung, nicht gerade für fähig als solche halte. Ihre Intelligenz reicht gerade über die Grenzen einer Mittleren Reife. Das Problem ist, die Dame sieht sich als Dotter, wo kein Ei ist. Außerdem stellt sie andauernd irgendwelche Behauptungen in den Raum, von den sie wahrscheinlich selbst überzeugt ist.
Zum Beispiel sagte sie gerade: «... der Aufschwung im Arbeitsmarkt bringt einen Aufschwung im Bildungsmarkt mit sich.» Sie lächelt dabei und ein paar Bezahlte Mitglieder des Bundestags klatschen. Warum? Ich meine, warum lächelt sie und warum klatschen die anderen?

Frau Schavan.
Vielleicht sollten sie endlich begreifen, dass unsere Bildungspolitik derzeit mit dem Ausspruch «Der kranke Mann am Bosporus» zu vergleichen ist. Ehemals eine Weltmacht, die das Zeitliche verpasste und dem Untergang geweiht war. Realitätsverlust.
Mittwoch 20. Juni, 2007

Teleküm

Aber Hallo hier.
Eben klingelt das Telefon, Nummer 001751. Ich gehe ran und eine weibliche Stimme fragt auf Türkisch nach meinem Namen. Ich bejahe und frage wer sie ist und um was es geht. Sie sei von der Telekom, nennt ihren Namen nicht und will wissen ob meine Telefongespräche über die Telekom geführt werden. Ich sage nein - was auch stimmt. Sie will daraufhin wissen welchen Anbieter ich habe. Ich antworte ihr nicht sondern frage, warum sie das wissen wolle (weil's sie gar Nichts angeht, der Namenlosen Hochtürkischsprecherin). So, dann die richtig freche Antwort auf Deutsch übersetzt: Wenn ihre Gespräche über die Telekom geführt würden, hätte ich ihnen ein Angebot gemacht, sie führen nicht, guten Tag (aufgelegt).
Türken können so toll freundlich unfreundlich sein. Türkinnen auch. Besonders wenn sie ins Leere beißen. Briten sind da richtige Warmduscher dagegen.

Jo. Auf der einen Seite finde ich es ja gut, Menschen in ihrer vermeintlichen Muttersprache anzusprechen. Das Thema Integration aber bekommt aus der kapitalistischen Sphäre eine ganz neue Perspektive. Und der Streik ist gerade erst ein paar Stunden vorbei.
Mittwoch 20. Juni, 2007

straßen.Kind

Eigentlich wollte ich gestern gleich schlafen gehen - war ja recht spät, als ich Heim kam. Irgendwie hab' ich dann doch noch den Fernseher eingeschaltet und blieb auf Phönix hängen. Christian Sterley und sein Team, suchen fünf Jahre später nach einer Gruppe Straßenkinder in Manila. Die 45 minutige Reportage reißt einem das Herz auf und lässt innerlich verbluten. Das Gezeigte ist ein globales Problem und nicht nur auf Manila Philippinen beschränkt. Amerika, Europa, Asien, Afrika und auch in Australien. Hier versagt Politik, Kirche und vor allem die Menschlichkeit.
Mir geht es nicht besser, weil ich die UNICEF monatlich unterstütze, soweit es mir möglich ist. Mein Gewissen ist nicht reiner, nur weil ich ein paar Euro spende, die irgendwo ein paar Mägen füllen. Im Gegenteil, ich habe die letzte Nacht kaum geschlafen und die gesehenen Bilder verfolgen mich jetzt noch. Wie damals, als ich die Doku sah, worin Polizisten aus Rio überführt wurden die nachts Straßenkinder wie Hasen abschossen.
Natürlich ist es einfach zu sagen, dass diese Welt so läuft und man nichts dagegen machen kann. Ich habe für mich beschlossen, nicht an diese Lüge zu glauben. Scheiß' auf Urlaub und neues Auto.

Und dann lese ich vorhin noch diese Meldung in den Yahoo! Nachrichten: Augsburg (AP) Eltern, die ihren fünfjährigen Sohn nur abends zum Schlafen ins Haus ließen, müssen sich seit Dienstag vor dem Amtsgericht Augsburg verantworten. Das Kind habe sich regelmäßig von 08.00 Uhr morgens bis zum Abend ohne Aufsicht im gesamten Stadtviertel aufgehalten, bei Nachbarn um Essen und Trinken gebettelt und nur dort auch auf die Toilette dürfen, erklärte ein Gerichtssprecher. Bei Regen und Kälte habe das unzureichend gekleidete, oft völlig durchnässte Kind ebenfalls bei Nachbarn Zuflucht gefunden.
Regelmäßig bei Nachbarn Essen und Trinken gebettelt?
Nun, traurig ist, dass eben die meisten Nachbarn sofort zum Telefon greifen und die Schupo benachrichtigen, wenn irgendwo ein KFZ im Halteverbot steht. Schließlich kann man dann mit einem ruhigen Gewissen schlafen, wenn ein Auto nicht im Halteverbot steht.
Dienstag 19. Juni, 2007

Unbuntu

Ist wirklich so: Manchmal kann ich Computer einfach nicht mehr sehen. Ich meine jetzt nicht optisch, sondern emotionell - sofern man hier von Emotionen sprechen muss.
Manchmal, meist eigentlich, sind Systeme die ich entwickelt habe so eine Art leibliches Kind für mich. Das mag jetzt etwas eigenartig klingen, ist es auch. In jedem System steckt ein kleiner Teil von mir, mal mehr, mal weniger. Je nach Einsatzgebiet und Kundenwunsch. Es gab schon Kinder, die ich nicht weggeben wollte, weil ich ihnen die Torturen die sie zu erwarten ich annahm, ersparen wollte. Am Ende ist aber alles Technik und kann gerichtet werden. So oder so.
Manchmal, wie heute Abend, bekomme ich ein solches Kind mit - um beim Vergleich zu bleiben - schrecklichen Knochenbrüchen zurück. Dann erwische ich mich bei der Stillen Wut die ich auf den Unverstand verspüre, der hier sein Werk als Berserker tat. Wie konntest du nur?!
Na ja. Seit ein paar Jahren habe ich das sehr gut im Griff - ich meine die Stille Wut zu unterdrücken. Schließlich sind es meist nur ein paar Klicks, die das Kind wieder zum Springen bringen.

Ein unheilbares Kind jedoch, und das ist der Fall von heute Abend, bekommt aktuell eine neue Denkkraft. Ich füttere es gerade mit Unbuntu, um es vor weiteren Knochenbrüchen zu schützen. Auf die Reaktion seines Sklaventreibers bin ich gespannt. Letzte Woche habe ich erlebt, dass ein Kunde sehr positiv auf dieses System reagiert hat. Zuerst etwas skeptisch aber jetzt will er es nicht mehr hergeben - wie er mir versicherte. Zitat: Des hat was, des gefällt mir.

Jo. Mir auch!
Dienstag 19. Juni, 2007

Bürger-Amt

Also eins muss man der Stadtverwaltung beipflichten, das Bürgeramt überrascht positiv.
Gewerbeerweiterung und Wohnsitzummeldung in nur zehn Minuten.
Dienstag 19. Juni, 2007

Butterkeks

Um beim Thema zu bleiben: Ich mag' Leibniz Butterkeks von Bahlsen. Davon kann mich auch nicht diese bescheuerte Werbung im TV abbringen - obwohl man da wirklich ins Grübeln kommt. Hoffentlich sind das nur irgendwelche mir unbekannte Drogen, die von der Clique rund um die «Will-Enten-Anlockerin» konsumiert werden und nicht das Resultat von Butterkekse. Ich gebe zu mich mit aller gegebener Möglichkeit, nach einer Schüssel voll mit Leibniz Butterkeks und Minus-L Milch unter Selbstbeobachtung zu stellen. Noch habe ich mich nicht mit einem apathischen Lachen auf unser Dach gestellt und die Angel nach Fischen ausgeworfen - was mit der Werbung vergleichbar wäre. Aber soviel nur zum Thema, einfach um es hier festgehalten zu haben. Kommen wir zum Kern dieses Eintrags:
Gestern Abend war ich bei einem Kunden vor Ort. Er hat dieses kleine, gemeine, weiße, gefährliche Teil von Nintendo*. Dieser größenwahnsinniger Taschenrechner, ist wirklich schlimm. Hatte man es einmal in der Hand, wird man im Schlaf davon verfolgt. Ich träumte heute Nacht mir den fiesen Apparat zu kaufen.
Mein Kunde meinte, ich solle irgend so ein Test-Spiel von Dr. Kawasaki (oder so ähnlich) mitmachen. Ist im Grunde ganz einfach. Frage, Antwort, weiter. Ergebnis. Das Teil «berechnet» am Ende das «Alter des Gehirns». 29 - mein Hirn wäre demnach 29. Der Kunde ist stinksauer und ich auch. Ich bin 40 und verlange von meinem Hirn dasselbige Alter zu haben!
Ist denn das zuviel verlangt?!
Montag 18. Juni, 2007

Konsequenz.en

Es gibt so Gegebenheiten, die sind mir unlogisch.
Zum Beispiel wenn man so Hunger verspürt, dass man darüber erbrechen könnte - oder wenn man so müde ist, dass man nicht schlafen kann.
Und, wenn man über Leichen ging aber danach Verständnis erwartet.
Zugegeben. Die ersten zwei Beispiele kann ich sehr gut verstehen, auch wenn's unlogisch ist, weil ich es schon oft selbst an mir erfahren durfte.

Das Letztere, aber versetzt mich immer wieder in Erstaunen.
Montag 18. Juni, 2007

Günter.SKL

Vorhin klingelt das Telefon - ich hatte gerade einen Kunden da.
THT Net, Surat. Guten Tag?
Hallo, spreche ich mir Herrn Surat?
Sagen sie mir doch erst ihren Namen und ja, ich sagte ja Surat.
Ja gut. Es geht um ein Sonderangebot ...
Ich hab' jetzt einen Kunden da. Rufen sie mich in 10 Min. an. (aufgelegt).

10 Minuten später.
THT Net Surat. Hallo?
Ja, spreche ich mit Herrn Surat?
Es wäre nett, wenn sie mir ihren Namen nennen und ja, sie sprechen mit Herrn Surat - wie schon gesagt.
Ja, mein Name ist B.nuschelnuschel.
Um was geht's denn!
Ja, Herr Günter Jauch und die SKL haben eine Sonderaktion gestartet. Das haben sie ja nicht mitbekommen.
War das jetzt eine Frage?
Nein. Sie haben ja nichts von der Sonderaktion mitbekommen.
Woher wollen sie das wissen?
Haben sie oder nicht?
Nein. Aber das können sie nicht wissen! Dann einfach eine Behauptung aufstellen?! Sagen sie mir jetzt um was es geht!
Ja, die Sonderaktion ...
Hören sie. Ich hab' hier wirklich Besseres zu tun als mich mit Jauchs Sonderaktionen abzugeben!!!
Ja aber sie haben doch gesagt ich soll in 10 Minuten ...
Da wusste ich auch nicht um was es geht- adieu! (aufgelegt).

3 Minuten später.
THT Net Surat, Guten Tag?
Spreche ich mit dem Herrn Surat?
Haben sie nicht verstanden was ich gesagt habe? Ja. Wer sind sie?
Sie haben (Drohstimme Dorfdiskotürsteher) gerade mit meinem Kollegen gesprochen und da wollte ich wissen wieso sie so schroff ...
Hat der Kollege sich bei ihnen ausgeheult oder wie darf ich den Anruf jetzt verstehen?!
Ja, der Kollege meinte sie wäre unfreundlich ...
Ich sagte ihrem Kollegen er solle keine Behauptung aufstellen und dass ich hier Besseres zu tun habe als mir ein Gefasel über Günter Jauch anzuhören!
Ja aber ...
Sie haben das Gespräch doch bestimmt aufgezeichnet. Adieu! (aufgelegt).


Herr Jauch, von irgendwem bestimmt auch sehr geehrter,
ich frage mich, welche Zielgruppe mit ihrem Namen ausgebeutet werden soll, wenn die Schergen dafür schon solch' Tollheit an den Tag legen.
Montag 18. Juni, 2007

Ol'a

An dieser Stelle, wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenstart. Diesmal recht persönlich, ein einziges Wort für das vergangene Wochenende:
Ouuups!

In diesem Sinne, einen schönen Wochenstart. Ouuups! :-)
Samstag 16. Juni, 2007

Parteitage

Ich frage mich, was man am System der Demokratie nicht begriffen hat!
Wählt der Bürger eine Partei, weil diese gegen eine andere schießt, oder schießen die Parteien aufeinander, um Wählerstimmen zu bekommen?
Was ist mit Inhalt? Konzentration auf Ursachen-Dämpfung eines Missstands?
Ich hab' diesen unproduktiven Schlagabtausch unserer Parteien satt: Die Entmündigung des Bürgers, selbst zu erkennen wer Misst baut. Keine der Parteien schafft es eine Lösung vorzuschlagen, ohne gegen andere quer zuschießen.

Der schlimmste Mensch in Deutschland ist Gregor Gysi: Ein Mann mit so einem klaren Verstand Umstände zu begreifen, lässt sich so in Ketten legen? Idiot!
Freitag 15. Juni, 2007

Schuhe

Auch Männer tragen Schuhe. Das mag jetzt vielleicht etwas unerwartet kommen, aber man muss bei der Wahrheit bleiben.
Warum ich plötzlich mit diesem Geheimnis an die öffentlichkeit trete? Jedes Schuhgeschäft ist voll von Weibchentretern in allen Formen und Farben. Männern wird, wahrscheinlich nur um nicht als diskriminierend zu gelten, ein recht müdes pro forma Angebot an Phantasielosigkeit aufgedrückt. Als Mann hast du die Arschkarte gezogen, wenn du neue Schuhe willst. Entweder kaufst du was dein Opa schon zu verschmähen wusste, oder du trittst in lächerlich geformten Galoschen in die öffentlichkeit und offenbarst dich als Vollidiot. Ein Vorteil - das muss man zugeben - ist allen aktuellen Männertretern gemein: Weiße Socken, Füßlinge, bekommen endlich Farbe. Auch wenn die Schuhe weiß sind - die Socken werden orange. Wie das funktioniert, weiß nur der Teufel persönlich; und der frisst bekanntlich Fliegen. Was soll manN davon halten.

Ich fand dann doch ein paar recht gute Treter. Weiße Slipper. Die orange Farbe wäscht sich gut aus den weißen Füßlingen raus: Bei 90 Grad Celsius in der Waschmaschine. Ich muss mich nur noch an die beige Unterhosen gewöhnen. Was Schuhe heutzutage alles können ... interessant.
Donnerstag 14. Juni, 2007

Nerde

Natürlich nicht. Man lebt nicht einfach so und träumt vom Paradies.
Als Kind bekam ich die Geschichte von Hölle und Himmel erzählt. Vater Gott ist überall und beobachtet uns, wenn wir dann tot sind, kommen unsere Seelen entweder ins eine oder andere. Meine Oma mütterlicherseits hatte eine Eigenart - Gott hab' ihre Seele gnädig. Sie sammelte ihre Haare von der Bürste und bewahrte sie an einem geheimen Ort. Das brauche sie für die Brücke über die man geht, wenn man gestorben ist, erklärte sie mir. Auf dem Weg in den Himmel würden die Dschinn versuchen die Menschenseele zu verführen. Sie würde sich mit den gesammelten Haaren die Ohren verstopfen, so dass sie die Dschinn nicht hören kann. Ich war neuen, hatte gerade die Geschichte von Odysseus gehört und sah meine Oma als Seemann am Ruder glücklich der Seirenes widerstehen, während Nanus am Mast festgebunden Höllenqualen ertrug. Jedenfalls denke ich heute noch daran, wenn ich meine Haare aus dem Dusch-Abfluss entferne. Glücklich die Glatzen dieser Welt; deren Duschen sind frei von solchen Angelegenheiten.
Mit zwölf musste ich entscheiden ob es einen Gott gibt oder nicht. Ich sah ein Mädchen aus unserer Nachbarschaft am Baum hängen. Sie hing da in meinem Wald und hatte sich wirklich einen schönen Baum dafür ausgesucht. Meine Eltern konnten mir nicht genug Informationen liefern, meine Lehrer sprachen Unverständliches von einem Gott der am Kreuze gestorben ist, für uns, um unsere Leiden zu erlösen. Ich beschloss die Entscheidung auf Eis zu legen, denn mir wurde klar, dass ich zuwenig wusste um überhaupt in die Nähe einer Entscheidung zu kommen. Anscheinend war keiner dazu bereit mir die Wahrheit zu erzählen. Außer einer, und der kam mich nur nachts besuchen, wenn alle schliefen.
Irgendwann mit neunzehn, ich hatte angefangen in meinem Leben zu denken anstatt nur zu leben, fand ich dann Einstein und seine genialen Theorien. Da war ein Mann der in der Kaffeetasse rührte und daraus das Raum-Zeit-Gefüge erdachte. Man konnte Gott also auch außerhalb der Kirchen dieser Welt finden. Aber, was ist mit Himmel und Hölle, der schmalen Brücke über die man geht während die Dschinn einen zu verführen versuchen? Der Milch und dem Honig, und den sorgenfreien Betten?
Mein Himmel sind Kinder und Bücher. Wenn ich Menschen denken lese und Kinder unsere ach so komplizierte Welt um die Finger wickeln, als wäre alles nur Zuckerwatte die man sich um den Finger wickelt um es dann genüsslich in den Mund zu schieben.
Meine Hölle ist alles andere.
Donnerstag 14. Juni, 2007

Kacken

Jetzt mal so unter uns Erdbewohnern, fällt euch das eigentlich auch auf? Ich meine das Ding mit dem Kacken.
Egal wo man hinkommt findet man das Klo vollgemacht. Der Bürger ist am Stuhlgang, ständig. Kein Café, kein Bistro, kein Restaurant ohne braune Scheißereste in der Schüssel. Da fragt man sich doch, was machen die Leute zu Hause? Warum geht man abends ins Cafe oder schick zum Essen, wenn man kacken muss? Wie macht man das, wenn man mit einer Dame im Café oder Restaurant sitzt, was sagt man da: Du entschuldige dass ich dich unterbrechen muss, interessantes Thema übrigens, besonders der Teil mit deinem fiesen Mitarbeiter, vergess' bitte nicht den Faden, ich muss nur schnell kacken ... und wenn die Bedienung kommt, frag' doch gleich noch nach einem trockenen Roten, der hier ist zu süß. So in etwa?
Vorhin bin ich in der Mittagspause kurz nach Hause. Auch weil die Handwerker da sind. Dachte, ich mach' mir ein Salat und seh' nebenher nach dem Rechten. Als ich ins Bad bin um Zähne zu putzen, sah ich dann die Streifen in der Schüssel. Der Verursacher hat es dann schön gesäubert, weil ich ihn darum bat. Netter Mensch. Bitten ist so ein Breitbandthema und Auslegungssache.

Wie ist das? Geht noch irgendjemand zu Hause aufs Klo oder ist da irgendwo eine Olympiade im Auswärtskacken am Laufen von der ich nichts weiß? Wenn ja, was gibt's da zu gewinnen?
Donnerstag 14. Juni, 2007

Idee?

Helft mir mal, ich will in Urlaub - irgendwohin wo's mich berührt.
Israel, hole GB, IE, MX, NO, TR und I fallen aus - weil bin ich schon gewesen und will ich nicht mehr hin. Ich dachte schon an die Niederlande - auch wenn ich da schon war -, kann mich aber nicht recht dafür begeistern. Obwohl man da ja mit dem Wagen hinfahren könnte ... Vorteil.
Frankreich Bretagne steht auch ganz hoch im Kurs - besonders weil ein guter Freund mir kürzlich den Himmel vorschwärmte.
Donnerstag 14. Juni, 2007

Hand.werk

Jo. Ich hab' heute die Handwerker im Haus. In der Wohnung. Der Kamin wird neu verschalt.
Das dauert wahrscheinlich den ganzen Tag und, «wird ordentlich stauben». Ich will mir das nicht mit ansehen und gehe jetzt arbeiten.

Bin gespannt, wie das hier heute Abend aussieht.
Mittwoch 13. Juni, 2007

el.Arabica

Die muslimisch arabische Welt bricht zusammen. Der Höhepunkt spitzt sich aktuell im Irak und im gewünschten Palästina immer schärfer zu. Sunit vs. Shiit, Hamas vs. Fatah. Zu diesen Kämpfen gehört auch der Kampf der PKK gegen den türkischen Staat - auch wenn man hier nicht von arabischer Welt sprechen kann. Verglichen mit der christlichen Geschichte, spiegelt sich hier der Dreißig Jährige Krieg. Ist ein Friede zwischen Israel und einem möglichen Palästina denkbar, bleibt die Kluft zwischen Sunit und Shiit unüberwindbar. Die USA feuerten mit der Entmachtung Saddams nur in ein Fass Nitroglycerin - so stand es schon vor fünf Jahren hier im Fieber. Bushs Vater war klüger als sein missratener Sohn - was im Grunde keine Kunst ist.
Der Krieg wird sich ausbreiten, über die Grenzen des Iraks und den Palästinensergebieten. Schon jetzt ziehen, immer sichtbarer, Syrien und Iran ihre Fäden im Hintergrund. Die wirklich tödliche Bombe wird aber im westen explodieren.
Dienstag 12. Juni, 2007

Rotschild

Tja. Manche Menschen bedanken sich mit einer Flasche »Barons de Rotschild (Lafite) - 1995«.

Er ist spontan und lebt gut damit, verkauft Mal schnell sein Haus und zieht nach Berlin, in ein Penthaus. Er fährt Cabrio. Er ist weit jenseits der Sechzig.

Danke für den Wein und das Angebot, bei meiner nächsten Berlinreise im Penthaus schlafen zu können.
Dienstag 12. Juni, 2007

Parsi Hilton

Also jetzt mal ehrlich; wenn mir vor was weiß ich wann, jemand gesagt hätte dass ich irgendwann einen positiven Beitrag über Paris Hilton schreibe, wäre meine Antwort schnell und deutlich, Du mich auch, gewesen. Und jetzt?
Als die Kleine vor ein paar Tagen aus dem Gefängnis in Stubenarrest entlassen wurde, sprangen hierzulande Prominente brüskiert vor die Kamera. Wie könne man diese Person nur entlassen, sie hätte ihre Strafe »abzusitzen« wie jeder andere Mensch auch. Wem ist denn geholfen, wenn Paris Hilton ihre Strafe im Gefängnis absitzt? Die Dame ist kein Mörder, wie Christian Klar, den man unlängst eher begnadigt wissen wollte als man es der Hilton gönnen würde. Klar ist aber auch, dass die Kleine eine Einmannjolle bekommen muss. Einfach mal nachdenken.
Dummchen Hilton äußerst sich nun geläutert und spricht von Gott, den sie in ihrer Strafe gefunden haben will. In einer US-Talkshow machen ein paar Bush Anhängerinnen ihre Witze darüber: Jetzt wisse man ja wo Gott sich versteckt hielte, man hätte ihn schon gesucht. Dieselben Frauen wählten einen Alkoholiker zum Präsidenten, der Gott jenseits der 3 Promille fand. Wo Gott sich nicht überall versteckt.

Jetzt lasst mal die Kirche im Dorf und die Hilton-Erbin in Frieden. Das glaubt doch keiner, dass ich das irgendwann sagen muss. Schlimm.
Montag 11. Juni, 2007

V wie ...

An dieser Stelle, verspätet wie oft, der Spruch zum Wochenstart. Diesmal sind die Gedanken darin einem lieben Menschen gewidmet:
Am Telefon sagt sie mir, dass sie keine Lust mehr habe. Sie mag nicht mehr - und ich höre aus ihrer Stimme, dass sie es ernst meint. Wieder. Ich weiß aber auch um ihre Stärke, die sie in die Zukunft zerrt - entgegen ihrer Resignation, die mir am anderen Ende des Hörers entgegen springt.
Sie sucht die Schuld an sich. Wieder. Weiß aber insgeheim, dass sie keine trifft. Worte könnten sie nicht trösten. Die Tatsache, dass ich ihre Verzweiflung verstehe, lindert ihren Schmerz. Allein nur, weil sie sich dann verstanden und bestätigt fühlt - in der bewussten Stärke, die sie in die Zukunft zerren wird. Denn in so einer Situation, will man die Unvernunft des Stehaufmännchens nicht verstehen und könnte mehr an ihr verzweifeln, als an der Resignation. Verstehen mag das vielleicht nur, wer es schon erlebt hat: Manchmal will man sich hassen nicht liegen geblieben zu sein, wenn man am Boden liegt. Man hat keine Lust aufzustehen, schon wieder um wieder gefällt zu werden.
Es gibt Schlimmeres. Aber die Tatsache, dass es wirklich Schlimmeres gibt, rechtfertigt nicht das wirklich Schlimme des Augenblicks. sic! Jammere nicht, geh' weiter. Wohin? Nur weil jemand das Schicksal erfunden hat, muss man es nicht ertragen. Man erträgt es trotzdem. Außer man springt in den kühlen See der psychologischen Lügen oder temporär dämpfenden Chemie.
Durchlebte Tiefschläge machen einen nicht stärker. Sie töten das Kind in uns, bringen unsere Gedanken vor unserem Geist um die nächste Ecke Zukunft zu sehen. Man nennt es Weitsicht, Vorsicht, kluges Handeln. Im Grunde ist es aber nichts weiter als die Armut, zu leben. Geschürt aus Angst, irgendwann wieder aufstehen zu müssen.
Ich kann nichts weiter machen als zu verstehen. Wirkliche Hilfe bin ich ihr nicht. Aber wer braucht schon in solchen Situationen wirklich Hilfe von einem Freund. V wie Beistand.
Samstag 09. Juni, 2007

Beach

Gestern bin ich an zwei Stränden in zwei verschiedenen Städten gewesen. Interessant. Heute morgen über Cocktail schlürfende Sandflöhe nachgedacht. Nach vier Stunden Schlaf kein Wunder. Hätte ich um zehn keinen wichtigen Termin bei einem Kunden gehabt, würde ich vielleicht jetzt noch darüber nachdenken. Jetzt ist erstmal Feierabend - ich geh' jetzt einkaufen.
Schönes Wochenende.
Freitag 08. Juni, 2007

Soldat

Das Problem in eine Demokratie und einem Rechtstaat hineingeboren zu werden, derart erzogen und aufgewachsen zu sein, sein Leben danach gerichtet zu haben, ist, dass man sich daran gewöhnt. Man hält das Grundgesetz und die Menschenrechte für unbrechbar und vertraut darauf.
Das Problem in einer Demokratie und einem Rechstaat zu leben, rechtlich aber bilateral zu gelten, ist der Schlag ins Gesicht, wenn man oben erwähnte Rechte abgesprochen bekommt.
Ich bin der festen überzeugung, dass jeder halbwegs satte Mensch, der mehr als 10 Bücher gelesen hat, irgendwann zum Pazifisten wird - über den Satz darf nachgedacht werden. Wenn Uniformen in meiner unwissenden Jugend eine recht magische Wirkung auf mich hatten, stößt jeder Gedanke eine tragen zu müssen an meine charakterlichen Grenzen. Zwar halte ich die Verteidigung einer freien Gemeinschaft für existentiell, kann mich aber mit dem Soldatentum nicht anfreunden. Der Grund ist einfach beschrieben: Jede noch so gute Absicht einer Verteidigungsmaschinerie kann und wird irgendwann von dessen Führung missbraucht. Beispiele dafür gibt es genug und man muss dafür nicht in Geschichtsbüchern suchen, sondern kann es aus aktuellen Nachrichten erfassen. Ein Soldat, egal welcher Armee oder Ideologie folgend, ist instrumentales Machtgut einer unkontrollierbaren Befehlsgewalt. Soldaten töten auf Befehl. Der Ausdruck, potentielle Mörder in Verbindung mit Soldatentum ist so nicht wahr aber diskutabel. Ich kann kein Soldat sein - auch nicht, wenn ich nur so tun soll als ob ich einer wäre. Quasi pro forma Soldat, wie es der Staat meiner Eltern jetzt wieder von mir fordert.
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Donnerstag 07. Juni, 2007

Hunger

Auch Menschen die kein Fleisch essen haben Hunger. Ich zum Beispiel jetzt. Sehr sogar. So sehr, dass ich nicht weiß was ich essen will. Und das gibt natürlich zu denken, wenn man der Tatsache gewahr ist, dass die Mehrheit der Menschen eben alles essen würde, wenn sie nur hätten. Haben sie aber nicht, und die hungern wirklich. Ich hab' nur Hunger und weiß nicht was ich essen will. Dafür spende ich monatlich der UNESCO, damit ein paar Menschen nicht hungern müssen.
Wäre ich normal, würde ich mir jetzt ein Stück Fleisch auf den Grill schlagen oder irgendwo einen Burger holen. Bin ich aber nicht. Normal. Ich will auch keine Pasta oder lecker zubereitete Gemüse, keine ofenfrische Ciabatta mit Olivenöl, Tomaten, Käse und Salatblätter. Ich will Essen, weiß aber nicht was. Und so hungere ich eben und rieche an jeder Ecke Nahrung.
Heute Morgen, als ich gegen sechs heimkam, roch ich das Obst aus der Schale in der Küche. Der Geruch hatte sich über die ganze Wohnung verteilt. äpfel können sehr gut riechen. Als ich gegen 12 einen Kaffee trank, wusste ich dass jemand im Haus Hühnchen mit Kartoffel und eine Art Rahmsoße aß. Ich aß einen Apfel. Weil ich meinen Hunger für etwas Besseres aufheben wollte. Will.
Jetzt sitze ich im Büro und kann vom Türken um die Ecke Pizza, Döner und etwas undefiniert Fettiges riechen. Von dem Gebäude schräg gegenüber rieche ich Kohl, weil die Tür geöffnet ist. Ich sollte sie vielleicht wieder schließen - wollte aber frische Luft hier haben. Als ich vorhin durch das «Sola» lief, roch ich den Kaffee aus den Tassen auf der Theke und Pommes. Wahrscheinlich war jemand vorher im Kochlöffel gewesen und beschloss sich danach zu sonnen. Schlimm. Ich meine, Kochlöffel.

Mein Kühlschrank ich gefüllt und ich hungere.
Dumme Welt das, wenn Persönlichkeit das Zicken anfängt. Mir bleibt keine andere Wahl als mich zu ertragen und weiter zu hungern. Wahrscheinlich falle ich heute Nacht über meinen Kühlschrank her, vergewaltige alles darin und rolle, falls mich jemand anschubst, gemütlich ins Bett.
Montag 04. Juni, 2007

G8

An dieser Stelle, wieder etwas verspätet, der Spruch zum Wochenstart:
Was soll man sagen. Während ich irgendwo saß und gegrillten Fisch aß und mir die Probleme der mir liebsten zwei Teenager anhörte, irgendwer zart seinen neuen ASUS 636N mit glänzenden Augen besah, und auch während sich später Kronen der Schöpfung zu meiner Housemelange drehten, irgendwo ganz woanders die weltbeste Band der Welt, gefühlte Fünfmillionenzwei Zuschauer zum Hüpfen brachte, fanden sich zehntausende zusammen um der Welt zu zeigen, dass wir, die Menschheit, nicht auf dem richten Weg sind, was Menschlichkeit betrifft.
Seit mehr als vier Menschen eine Gemeinschaft bilden, entscheiden wenige über die Mehrheit. Demokratie wurde nicht erfunden, sondern ist - wie Mathematik schon immer vorhanden. Der Weg oder die richte Formel die wir brauchen, um beides zu meistern, führt oft in die Irre oder gar in ein Desaster.
Dass. Schlimm ist, das mag jetzt etwas kontrovers klingen, ist aber wahr, dass jeder im Grunde weiß was gut ist. Sogar die Multis am Hebel wissen privat, dass unsere Welt nicht durch Profitgier überleben kann. Dass. Aber Menschen handeln sonderbar, eben kontrovers zu ihrem Gewissen, wenn sie ein Amt und somit eine Funktion begleiten. Wahrscheinlich liegt es daran, Dass sie diese Funktion nicht verlieren möchten. Anders kann man sich das nicht erklären. Handle falsch um richtig gehandelt zu haben - die Entscheidung ist vorgegeben, gemäß des Amtes und der Funktion dahinter. Kann denn Bush, um nur ein kleines Beispiel zu nennen, anders entscheiden als dass er es bisher getan hat ohne Bush der Präsident zu bleiben? Könnte Merkel ihre Klappe besser im Weltgeschehen halten, als dass sie es bisher tat, ohne Frau Bundeskanzler einer florierenden Wirtschaftsmacht zu sein?
Im Grunde ist der Mensch Idealist, in der Praxis eine hungernde Sau. Gierig. Nur wählen geht er nicht, sondern setzt nur Kreuze und nennt es dann Demokratie. Macht des Volkes.
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