Montag 30. März, 2009

summer.time

Pünktlich an dieser Stelle, wieder, der Spruch zum Wochenstart:
Nur weil es eine Stunde später ist, wird es nicht eine Stunde früher hell.

Es sollte helfen, Kerzen zu sparen. Benjamin Franklin machte die Idee erstmals 1784 publik. In Deutschland wurde es dann mitten in den Kriegen (1916 und 1940) eingeführt, die Sommerzeit. Geholfen hat es nicht, zumindest ist geschichtlich belegt, dass weder der spätere Sonnenuntergang bei Verdun, noch mehr Licht am Abend in den Barracken von Auschwitz halfen, am Ende als Gewinner dazustehen. Vielleicht kann man die Ölkrise Ende der Siebziger auch als eine Art Krieg bezeichnen, was die Wiedereinführung der Sommerzeit in diesem Sinne rechtfertigen würde.
Fakt ist, wir brauchen sie nicht und müssen damit leben.

In diesem Sinne - nicht immer machen Einsparungen Sinn -, einen wunderschönen Wochenstart in der Sommerzeit.
Donnerstag 26. März, 2009

Konjunktur.Eimer

Konjunkturprogramm, Finanzspritze, Abwrackprämie*, Leitzinssenkung. Mit diesen Schlagworten wird dem Bürger gerade gehörig die Ohren gewaschen. Man hat den Eindruck, die Regierung steht auf der Seite der Gebeutelten und versucht, so gut als möglich (nicht wie), den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Die Wahrheit ist aber, dass diese Programme nicht dem gemeinen Mob, eben uns, zur Hilfe kommen, sondern die unterstützen die den Karren in den Dreck schoben.
Ein Loch ist im Eimer...Die Senkung des Leitzinses kommt nicht beim Bürger an, Finanzspritzen nageln die Köpfe an den Rümpfen der Henker fest, Abwrackprämie* füllt die Kassen der Gierigen weiter während sie den wirklichen Steuerzahler nur kostet und Konjunkturprogramm bedeutet nichts weiter, als das ganze System am Leben zu halten.
Kurz, man kann keinen Eimer auffüllen, ohne vorher die Löcher geflickt zu haben. Karl-Otto und der gute Henry sangen das schon im Kindergarten.
Es ist nicht lange her, da sprach man von Mindestlohn um Wählerstimmen zu mobilisieren. Vielleicht, und ganz sicher, sollte man das wahre Übel knacken und eine Grenze für Höchstlöhne setzen. Denn Manager feiern gerade Schlachtfest, mit frischem Geld.

*Ein nicht geringer Teil der Fahrzeuge, die abgewrackt wurden, werden wieder in den Straßenverkehr eingeschleust. Das Kraftfahrzeugbundesamt gibt gerade nicht wenige neue KFZ-Briefe für Alt-Fahrzeuge aus. Das ist keine Vermutung, sondern eine Erfahrung die ich an einem konkreten Fall miterleben durfte. Alles legal, im Sinne der Legislative... (ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto...)

image: ingram publishing, lizensfrei
Dienstag 24. März, 2009

war.was?

An dieser Stelle, nachträglich, der Spruch zum Wochenstart:
Und plötzlich war er wieder da!

Wie hatten wir uns darauf gefreut endlich den Winter überstanden zu haben. Wir liefen sogar zur Mittagszeit nur im Hemd zum Bäcker, während die weiblichen Geschöpfe vor uns, mit ihren Röckchen wie Katzen vor ihrer Beute stolzierten. Holla die Waldfee sang uns Lieder, während die Jeans immer enger wurden. ... Und dann plötzlich, war er wieder da: Der Winter.
In diesem Sinne - dennoch eine wundersame Woche wünschend - zu Ostern wird alles wieder kürzer.

Und als kleine Aufmunterung - oder gar nicht, wie man's sieht - ein kleiner Auszug aus einer Mail die ich heute in meinem Spamordner fand (Danke, Fraggle):
... hier weiter lesen!
Samstag 21. März, 2009

Armstrong

Das aktuelle Programm-Plakat...«Komm' zu Fatih», heißt sein aktuelles Programm – und gestern Abend kamen wir zu Fatih, Fatih Cevikkollu. Der Mann in Esprandillos und gefühltem Armanianzug.
Richtig, das ist der Türke aus Atze Schröders Kiosk. Der kann auch alleine, sogar richtig guten Kabarett und es macht Spaß im zuzuhören. Denn Fatih hat viel zu sagen. Wenn er dem Publikum mit einem Anglizismen gespickten zehnminütigem Satz vorm Kopf stößt, bleibt kein Auge trocken. In der elften Minute denkst du darüber nach, Pullover oder Trainer zu meiden, versprichst dir, sollte dir je einer sagen dass «wir das greenlighten», das Gespräch sofort und auf Stelle zu beenden. Nicht dass man das nicht eh so gemacht hätte, man verspricht es sich nur noch einmal. Vielleicht ist da noch der bitter Nachgeschmack, dass Integrations-Ausländer am Ende die besseren Deutschen sind.
Als Quotentürke weißt du, was Fatih erzählt wenn er davon spricht, dass manch einer seinen Türken hat. Auch davon, dass eben diese manch einer sich besser damit fühlen, wenn sie ihren Quotentürken grüßen.
Und dann ist da noch Joao ... - An dieser Stelle vielleicht ein kurzes Intermezzo: Joao, kannst du nicht einfach so aussprechen. Du musst strahlend weiße Zähne haben, die du durch offene Lippen zeigst, während du ganz langsam und lächelnd Tschauohhhh artikulierst. - Joao ist Brasilianer, und jede geht mit ihm mit. Schließlich muss es ja jemanden geben der die ganzen Mädelz abschleppt. Genau, das ist Joao. Und Joao erzählt Fatih was er so alles erlebt hat... und Fatih erzählt es uns.
Sein Programm endete mit der Geburt seiner Tochter und den zwei Regeln, die Mann bei der Geburt einzuhalten hat: Dasein und Fresse halten. Die dritte Regel ist seine Hand zu opfern und sich nebenher von seinen Bandscheiben zu verabschieden.

Nach der Show saßen wir noch zusammen. Und was soll ich sagen, er kann wirklich Türkisch, Herr Yanar.
Freitag 20. März, 2009

Insel mit zwei Bergen

Heute ist kalendarischer Frühlingsanfang! Und pünktlich dazu, träume ich Wirres...
... oder Nasses.



Gestern zum Beispiel wachte ich mit den Worten «was für eine Frau!» auf. Das heißt, ich wurde durch meine Stimme wach und brauchte Minuten um zu begreifen, was - und vor allem warum - ich da(s) gesagt hatte. Hallo, geht's noch! Ich rede sonst ... nie im Schlaf. Jedenfalls ist es mir nicht bekannt gewesen.
Heute Morgen brauchte ich Minuten um zu begreifen, dass niemand neben mir lag, weil niemand neben mir liegt. Ich konnte aber noch gut spüren, dass das vor ein paar Minuten anders gewesen sein musste. Heißt, ich träumte, jemand hätte neben mir gelegen.
Scheint dass meine Psyche einen Weg gefunden hat, nächstens auszuleben was ich tagsüber ... Daran muss ich arbeiten. Sehr sehr schnell daran arbeiten. Diese Switch zwischen Traum und Realität, setzten mehr zu als dass sie helfen.
Mittwoch 18. März, 2009

Ballerspiele

Teil.. I:
Das Desaster in Winnenden zieht mal wieder die Diskussion über Computerspiele hoch. Für und Wider liefern sich mit idiotischen Argumenten - am Thema vorbei - eine Schlacht.
Mag sein, dass der Amokläufer aus Winnenden, so wie seine Vorgänger auch, Ballerspiele auf seinem PC hatte. Dass das aber der Grund für sein Austicken war, ist nicht nur fraglich sondern völlig indiskutabel.
Ich persönlich halte von Ballerspielen nicht viel. Gar nichts eigentlich. Von mir aus müsste es keine geben – schon gar nicht auf Rechnern von Jugendlichen. Diese alle nach demselben Schema ablaufenden virtuellen Psychosewelten sind nicht mehr als minderwertige Verherrlichung miserabler Menschlichkeit. Krieg und Waffen sind schlecht. Basta. Ein Rollenspiel in dem man seine Gegner töten muss – und wenn es nur Aliens sind – ist das Dümmste was man als Unterhaltung anbieten kann.
In der aktuellen Diskussion macht man sich Gedanken wie man Jugendliche «weg vom PC» bekommt. Die einen möchten Ballerspiele verbieten, die anderen mehr sportliche Programme in den Schulen anbieten. Alles Käse, würde der Schwabe sagen. Denn weder das eine noch das andere könnte einen Jugendlichen von solchem Quatsch abbringen. Man sollte sich eher die Frage stellen, warum man sich überhaupt für solchen Mist begeistern kann.
Fakt ist, dass es cool ist cool zu sein. Pseudohelden ziehen mit allen möglichen Waffen Bösewichte schlachtend im Vorabendprogramm durch alle möglichen TV-Kanäle. Man möchte schon gar nicht mehr auf die Autobahn, weil man überlegt ob da nicht in «Cobra 11»-Manie irgendwelche 40-Tonner explodierend einem entgegen fliegen könnten. Entweder wird sinnlos geballert oder ebenso sinnlos gekocht – was nicht minder schrecklich ist.
Jugendliche bekommt nicht mit Verboten oder «attraktiven» Sportprogrammen «weg vom PC». Man muss ihnen etwas bieten, mit dem sie im Schulhof angeben können – so salopp das klingen mag. Etwas, mit dem sie ihre Geltung spiegeln. Oder wie erklärt man sich sonst das Aufkommen von Trittbrettfahren?
Da reicht es nicht irgendwelche Matten in Hallen aufzustellen. Das erreicht man nur im Zusammenspiel mit den Medien.

.. Fortsetzung folgt.
Montag 16. März, 2009

Kamel.weise

Der Spruch zum Wochenstart, ist heute etwas ungewöhnlicher als sonst, erscheint aber wie gewohnt an dieser Stelle:

Nachdem es sich mit anderen Tieren verglich, fragt das Kamelkind den Kamelvater, warum sie eigentlich zwei Höcker auf dem Rücken hätten.
  Damit speichern wir Nahrung, wenn wir durch die Wüste ziehen, antwortet der Kamelvater.
  Und warum haben wir so lange Wimpern?, will das Kind weiter wissen.
  Damit uns der Wind nicht den Sand in die Augen bläst, wenn wir durch die Wüste ziehen.
  Und warum haben wir Hufe anstelle von Füßen?
  Damit wir nicht im Sand einsinken, wenn wir durch die Wüste ziehen.
  Und was machen wir dann im Zoo?


In diesem Sinne – stehen sie nicht im Zoo, sondern nutzen ihren Körper -, einen wunderschönen Wochenstart.
Freitag 13. März, 2009

Schäuble.innenden

Unser Herr Bundesinnenminister, Herr Schäuble, zeigt mal wieder elegant, wie sehr er an Realitätsverlust leidet. Ist ihm jeder Computerbesitzer ein potentieller Terrorist, sieht er keinen Grund jemanden der ein übermäßiges Waffenarsenal im Häusle hält, als potentielle Gefahr für die Öffentlichkeit zu sehen.
Es fehlen Kontrollen, Herr Schäuble. Und wenn sie nur halb soviel Energie in die Realität wie sie an fiktiven Gefahren investieren, werden auch sie das erkennen.

Außerdem sollten gerade sie ... ... oder ist das gerade der Grund warum sie nicht?
Donnerstag 12. März, 2009
Donnerstag 12. März, 2009

Winnenden

Das Columbine Horrorkabinett fuhr in Winnenden mit einem neuen Akt auf.

Was fühlen die Eltern eines Killers? Welche Art Trauer haben sie? Wird Frau Mutter noch in irgendeiner Bäckerei ein Stück Brot kaufen können?
Das sind böse Fragen, die man aber ohne Scheu stellen muss. Denn auch wenn nach der Schuldfrage gesucht wird, haben sie, die Eltern, die Hauptschuld.

Fraglich ist, warum man überhaupt Waffen im Haus haben muss. Eine Waffe ist ein Werkzeug, eines das tötet. Eine andere Funktion gibt es dafür nicht. Der Fall in Winnenden zeigt welch' Unmenge an Munition der Vater des Schützen im Haus hortete. Das hat nichts mit Hobby zu tun und schon gar nichts mit dem Recht auf Selbstverteidigung – und dumme Sprüche, nicht Waffen würden töten sondern der Mensch, bewahrheiten sich aufs Neuste.
Eltern haften für ihre Kinder. Vielleicht sollte es in diesem Fall wirklich so sein – auch wenn die Eltern des Amokschützen in ihrer Trauer vergehen. Sie sollten dafür zur Verantwortung gezogen werden.

Tiefstes Beileid an alle Angehörigen der Opfer. Mögen die Verletzten physisch wie auch psychisch bald genesen.
Montag 09. März, 2009

Opal

Und wieder an dieser Stelle, der Spruch zum Wochenstart:
Wer sich in die Fußgängerzone stellt und Hilfe für Gehbehinderte feilt, wird sich wundern wer ihm alles entgegen hinkt.
Die tun was, denkt sich der Wähler und liebt seine Regierung weil sie helfen will. Dass aber die Politik jahrelang zusah wie das Kind den Bach hinab glitt, fällt nicht auf. Schließlich half Opel mit falschen Zahlen die Exportweltmeisterschaft zu küren, während die Gesellschaft nichts weiter als Einkommensteuer einfuhr. Jetzt versucht man mit eben solchen falschen Zahlen zu täuschen. De facto ist Opel gesund.
Drum merke: Nicht immer ist der am lautesten schreit, auch wirklich der am meisten leidet.

In diesem Sinne - lassen sie sich nicht blenden -, einen wunderschönen Wochenstart!
Sonntag 08. März, 2009

Der Vorleser

Kinofilm - Der VorleserIch dachte es wäre ein Film über den Holocaust, wollte ihn aber trotzdem wegen Frau Winslet sehen. Weit gefehlt, denn das Thema ist nicht der Holocaust - der anders als im Buch hier nur nebenbei als effektvoller Träger dient - sondern der Stolz.
«Der Vorleser» verarbeitet den menschlichen Stolz gekonnt und eindrucksvoll. Es wird gezeigt wie Stolz - nicht nur das eigene sondern auch das anderer - Leben zerstören kann.
Ich bin begeistert, absolut begeistert. Auch von den Akteuren.
Kate Winslet hat ihren Oscar verdient!
Ein wunderbarer Film.

Natürlich hatte ich die wunderbarste Begleitung, die man für diesen Film haben kann.
Donnerstag 05. März, 2009

Thema

Man müsste sich ja schämen, schon wieder von dem Thema hier anzufangen. Unter Umständen, müsste man das. Aber sie wissen ja, wo sie hier sind. Und eben, sie gehen ja auch nicht zu einem Boxkampf und erwarten dass sie Akteure auf der Bühne sich mit Blüten bewerfen. Also, ich schäme mich nicht hier schon wieder davon zu schreiben:
AM SAMSTAG geht's wieder zum Snowboarden.



So, das wollte nur mal losgelassen haben hier. Weil wenn ich es nicht getan hätte, wäre ich geplatzt! Die ganze Woche spitzt sich meine Freude immer weiter und weiter... Wahrscheinlich werde ich Freitag Abend so aufgedreht sein dass ich nur noch drei Worte in Tarzanmanie herausbringe: Ich morgen boarden!
Gerüchten zufolge, ist da eine Videodatei aufgetaucht. Ein türkischer Sportreporter mit chronischem Husten hätte mich beim Boarden gefilmt. Natürlich werden wir diesen brisanten Streifen hier an dieser Stelle heute Abend online stellen.
Mittwoch 04. März, 2009

Althaus

Auszug Yahoo!-Nachrichten: Zwei Monate nach seinem schweren Skiunfall hat ein österreichisches Gericht den Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von insgesamt 33.300 Euro verurteilt. Zusätzlich muss der 50-Jährige ein Schmerzensgeld von 5000 Euro an den Witwer der bei dem Unfall getöteten Skifahrerin Beata Christiandl zahlen.

Ist das Schmiergeld, oder warum muss Althaus österreichischen Behörden 33.000 Euro hinblättern, wogegen er gerade mal 5.000 Euro an die Hinterbliebenen der Person zahlen muss, die er fahrlässig tötete. Weder Althaus noch Christiandl sind oder waren österreichische Staatsbürger - warum sich aber Österreich daran bereichert …
Frei gekauft, heißt das. Jetzt darf er in Thüringen auf Wählerstimmen hoffen.

Dass er fahrlässig handelte ist klar. Der Richter aber urteilte absichtlich.
Montag 02. März, 2009

muh.lich

Entgegen der allgemeinen Annahme dass der Mensch erst im Tiefschlaf träumt, kann ich schon während dem Einschlafen zu träumen anfangen. Meist bekomme ich das noch voll mit, vergesse aber was
... hier weiter lesen!
Montag 02. März, 2009

Non.loves

An dieser Stelle, wieder fast pünktlich ... aber dazu später*, nach der kleinen Einleitung.
Was sich neckt das liebt sich, sagt bekanntlich ein Sprichwort. Doch sollte solches Necken beidseitig sein, ansonsten könnte das mit der Liebe langweilig werden weil's nervt.
Und so bleibt nicht viel, als *den Spruch zum Wochstart zu erfinden, der da heißt:
Neck mich nicht, weil ich lieb' dich nicht.

In diesem Sinne, einen wunderschönen Wochenstart - gehen sie sich nicht gegenseitig auf den Geist. Auch wenn sie sich ... einseitig lieben sollten.
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