Donnerstag 31. März, 2011

reAktion

Das Volk. Man spricht ihm Macht zu. Das Volk regiert, theoretisch.
Aktuell hat das Volk auf Fukushima reagiert und Schwarz-Gelb in Baden-Württemberg abgewählt. Das ist schön. Denn Fukushima, respektive die Katastrophe dort, darf sich so nicht wiederholen – man muss reagieren. Plötzlich will man keinen Atomstrom mehr.
Das Volk hätte aber schon reagieren können, als das Desaster in Fukushima noch nicht geschehen war. Denn die Gefahren eines atomaren Supergau sind bekannt und schon erlebt. Tschernobyl ist ein Begriff. Mag sein, dass das Volk bisher immer dachte, das waren nur Russen, die hatten keine Ahnung die Russen; sie wussten nicht wie Sicherheit ist, Menschenleben war den Russen nicht viel wert - wir machen es besser, unsere Sicherheit ist sicherer. Harrisburg liegt aber nicht in Russland.

Die Regierung. Man spricht ihm Macht zu. Die Regierung regiert, theoretisch.
Aktuell hat die (unsere) Regierung auf Fukushima reagiert und 7 Atomkraftwerke herunter fahren lassen. Das ist schön. Denn Fukushima, respektive die Katastrophe dort, darf sich so nicht wiederholen – man muss etwas dafür tun. Plötzlich will man mehr Sicherheit.
Die Regierung hätte aber schon vorher reagieren können. Denn die Regierung regiert nicht nur, sondern sollte zum Wohle des Volkes agieren. Das dreimonatige Moratorium ist nichts weiter als eine Farce. In dieser Zeitspanne kann man weder die Sicherheit eines Atomkraftwerkes testen – außerdem müsste man dafür kein Kraftwerk herunter fahren -, noch kann man neue Erkenntnisse erlangen. Nach drei Monaten weiß man nur dasselbe wie davor. Atomkraftwerke und der Müll den sie produzieren, sind nur solange sicher, wie nichts passiert.

Während die einen sich das Recht heraus nehmen, über unser Leben zu entscheiden – nämlich, welchen Gefahren sie uns und unsere Nachkommen aussetzen –, lassen es die anderen mit sich machen. Ab und zu wird reagiert. Meist wenn das Kind im Brunnen nur noch durchs geplatzte Trommelfell atmen kann.
Mittwoch 16. März, 2011

Atomarparteilichkeit

Japan zeigt der Welt, dass Sicherheit nur ein vages Maß ist.
Der Supergau ist nun eingetreten. Fukushima nimmt seinen bitteren Platz in der Geschichte ein.
Die Katastrophe in Japan spaltet auch Deutschland. Egal mit wem ich darüber rede, wird nach ein zwei Worten mit Parteifähnchen gewedelt. Die Tatsache der Katastrophe gerät in den Hintergrund und man ergreift Partei. CDU, SPD, Merkel, Gabriel, Die Grünen... Man stellt sich auf eine Seite und argumentiert gegen die andere. Das können wir alle gut – denn wir werden gerade weder verstrahlt noch müssen wir obdachlos durch verwüstete Straßen wandern.
Unsere Regierung reagiert täglich. In den ersten Tagen sprach man noch von Sicherheit. Röttgen und Merkel beschwichtigten das Volk, indem sie ihre Beschlüsse um die AKW-Laufzeitverlängerung vor die Tatsache der Japan-Katastrophe stellten. Grüne und SPD attackierten die Regierung, weil sie ihre Chance sahen sie bloß zu stellen. Alle hatten und haben sie recht: Die anderen handeln und sind falsch.
Tage später der angebliche und aktuelle Kurswechsel der Regierung. Die Laufzeitverlängerung wird ausgesetzt – für drei Monate. In Baden-Württemberg wird ein Meiler abgeschaltet – was nicht stimmt, denn das Ding wird lediglich herunter gefahren und bis Herbst gewartet. Danach geht es wieder ans Netz, weil Baden-Württemberg die daraus abgeworfenen Steuergelder braucht.
In der ganzen Zeit sprach man über Sicherheit - und jeder wusste Sicherheit für sein Fähnchen zu definieren. Während die eine Seite die Sicherheit der AKWs propagierte, wollte die andere Seite genau das Gegenteil belegen.
Fakt ist, die Diskussion um die Atomkraftwerke wird nicht erst seit Japan geführt. Weder die Risiken noch die Sicherheit sind erst seit letzter Woche bekannt. Das Herunterfahren von 7 AKWs ist zwar zu begrüßen, zeigt aber wie das Volk an der Nase herum geführt wird.
Das Abschalten zeigt vor allem eines: Deutschland kann auf diese Kraftwerke verzichten. Es besteht kein Stromengpass. Einzig die Energiekonzerne werden weniger Gewinn einfahren, weil sie den Markt mit Strom aus Alternativerzeugung (... dazu gehört auch Kohle) versorgen müssen. Bleibt das so, werden sie an der Leipziger Energiebörse die Strompreise angleichen, damit ihr Gewinn wieder steigt.
Die Argumente, dass die AKWs Deutschland mit (irgendwas von knapp unter 7) Milliarden Euro Steuern versorgen, zählen nicht. Das Geld wird dann anderer Stelle eingenommen.
7 AKWs auf die Deutschland verzichten kann. 7 AKWs, die unsere Regierung auf Sicherheit überprüfen will – obwohl sie vor nicht ganz drei Monaten deren Sicherheit zu bestätigen wusste. ...
Mir ist egal wer die Atomkraftwerke abschaltet. Denn früher oder später müssen wir darauf verzichten. Müssen, weil niemand eine Lösung für die Abfallprodukte der Atomkraftwerke hat. Machen wir so weiter, stapelt sich weltweit Atommüll – nicht heute, nicht morgen, aber in absehbarer Zeit, weiß niemand wohin damit. Die derzeitige Abhängigkeit wurde erschaffen, weil sich damit Geld verdienen lässt.
Die Politik muss die Energiekonzerne zwingen alternative Energiegewinnung zu schaffen. Derzeit schreiben aber die Energiekonzerne der Regierung vor, wie sie zu handeln haben – da sie, wie jeder Konzern es eben macht, ihre Gewinne maximieren will. Denn wir leben in eine freien Marktwirtschaft.
Irgendwann schrieb ich hier, dass man Energie und Nahrung von der Marktwirtschaft abkoppeln muss. Energie und Nahrung gehören nicht an die Börse sondern in Staatsgewalt.

Und nur weil die Japaner nicht schreien, heißt das nicht dass sie nicht leiden. Und nur weil es uns nicht passiert ist, heißt das nicht, dass wir besser sind. Würden wir obdachlos, unter Strahlenregen nach unseren Verwandten buddelnd, immer noch unsere Partei loben oder nach einer Lösung suchen?
Mittwoch 09. März, 2011

Religion und Glaube

Für Wolf-Dieter und jedem den es gefällt:

Der Legende nach, lebte vor sehr vielen Jahren ein Mann in einer bekannten Stadt, der für seine Gelehrsamkeit bekannt und geschätzt war. Er kannte jedes Buch seiner Zeit und war nie scheu, sein Wissen zu erweitern. Je mehr er las, desto gläubiger wurde er. Eines Tages fand er in einem alten Buch geschrieben, dass derjenige mit dem reinsten Glauben über Wasser gehen könne. Er beschloss durch die Welt zu ziehen, um diesen reinen Glauben zu finden.
Auf seine Reise kam er durch verschiedene Länder, lernte und lehrte. Verglich und erweiterte sein Wissen. Aber was er auch tat und wie er auch forschte, er konnte nicht über Wasser gehen. So zog er immer weiter, im Glauben, dass er noch nicht genug wisse und der Hoffnung, dass Gott ihn führte.
Eines Tages führte sein Weg entlang eines breiten Flusses, der Wüste und Grasland trennte. Da er auf der öden Seite ging und den Fluss nicht überqueren konnte, folgte er dessen Lauf. Irgendwann werde ich wohl einen Übergang finden. In der Abenddämmerung wusch er sich und betete, so wie er es gelernt hatte und es täglich tat.
Nach seinem Gebet vernahm er undefinierbare Schreie. Er sah ein Wesen, das mehr einem Affen glich als einem Menschen, wie dieser sich im Flussbett wälzte, an seine Haaren zerrte, mit Schlamm und Sand um sich warf, die Hände in den Boden stampfte und dabei tierische Schreie von sich gab. Ängstlich beobachtete er dieses Wesen, dass nach einer Zeit sich plötzlich ans Ufer saß und tat als sei nicht geschehen. Unser Gelehrte sah, dass es ein Mensch war. Verwahrlost, unbekleidet und verdreckt. Er trat langsam näher grüßte und fragte sanft oder er ihn verstehe. Zu seinem Erstaunen grüßte der Wilde ebenso sanft in seiner Sprache zurück und gab an ihn zu verstehen.
Darf ich dich fragen, was du da eben getan hast, fragte der Gelehrte?
Was meist du, fragte er Wilde erstaunt zurück?
Eben, als du geschrien und dich am Boden gewälzt hast. Hast du vielleicht Schmerzen, spekulierte der Gelehrte?
Ach das - du weißt es nicht? Nein ich habe keine Schmerzen. Ich betete zum Schöpfer, so wie ich jeden Tag mache, antwortete der Wilde erstaunt. War das denn nicht richtig?
Es stellte sich heraus, dass der Wilde als Kind von einer Karawane verloren wurde. Seitdem lebte er hier am Fluss und wartete in der Hoffnung wieder gefunden zu werden.
Der Gelehrte begriff dass Gott ihn hierher geführt hatte, um diesen Menschen zu lehren und zu retten. Also brachte er ihm alles bei, was dieser brauchte um in einer Gesellschaft zu leben. Er wusch ihn, schnitt ihm die Haare, gab ihm Kleidung und lehrte ihn, wie man zu Gott betete. Dieser sog alles auf und war nach ein paar Tagen nicht wieder zu erkennen. Der vormals Wilde entwickelte sich zu einem schönen Jüngling.
Als Dank baute er dem Gelehrten ein Floß, damit der ans andere Ufer gelangen konnte. Denn der Gelehrte wollte seinen Weg weiter gehen. Er selbst aber, wollte den Weg gehen, den der andere gekommen war.
Der Gelehrte hatte schon ans andere Ufer angelegt, als er sah, dass der Jüngling ihm etwas zu rief. Er konnte ihn aber ob der Ferne nicht verstehen, und machte das durch Zeichen deutlich. Da lief der Jüngling zu ihm rüber und sagte, er habe vergessen, wann und wie er das Morgengebet zu verrichten habe und es täte ihm Leid ...
Geh zurück und bete, wie du es selbst am Besten hältst, gab der erstaunte Gelehrte zurück.
Am Abend saß er am Lagerfeuer und konnte an nichts anderes mehr denken als an den Jüngling, der einfach über das Wasser gegangen war.
Wie, Gott, konnte der Junge das machen? Wie kann dieser den reinsten Glauben haben? Ich habe alle deine Propheten gelesen, alles was sie lehrten gelernt. Bin immer deinen Weg gegangen und habe deine Gesetze eingehalten. Wieso kann ein ungelehrter Wilder über Wasser gehen ... und ich nicht?!
In der Nacht träumte er, wie Gott zu ihm sprach: Du, Gelehrter, hast alles Wissen um mich aus Büchern gelernt. Dein ganzes Leben, lerntest du von anderen dass es mich gibt, folgtest den Propheten. Du konntest nicht umhin als an mich zu glauben. Jener den du Wilder nennst, fand mich selbst. Und wie er zu mir betete, war und ist reiner als wie du es gelernt hast.
Dienstag 01. März, 2011

Von und zu Guttenberg

Der Bundesminister für Verteidigung ist zurückgetreten. Ein Schritt der nicht zu vermeiden war, nach allem was zu Tage kam.

Es geht hier nicht um Sympathie oder nicht, weder persönlicher noch politischer Natur. Denn Sympathie ist eine sonderbare Sache. Meist wird sie empfunden ohne wirklich begründet werden zu können. Herr zu Guttenberg spaltet die Nation, die er jahrelang getäuscht hat.
Als Politiker konnte man ihn vorzeigen – obwohl ich ihm auch hier nicht viel zuspreche. Denn geleistet hat er nicht mehr als andere. Als die Plagiatsvorwürfe noch solche waren – nämlich Vorwurf – zeigte er was er am Besten kann. Schnell mal zu den Soldaten fliegen um positive Presse zu schaffen. Leider hat es dann nicht funktioniert. Leider, weil ein Mann in seiner Position es überhaupt versucht hatte.
Trotzdem war und vielleicht ist, Herr zu Guttenberg einer der besten Politiker aus seinen Reihen gewesen. Und am Ende haben ihn seine eigenen Reihen zu Fall gebracht. Denn – und das ist meine persönliche Meinung ohne Quellangabe – dieser Doktortitel ist nicht auf seinem Mist gewachsen. Zu Guttenberg hatte bekanntlich viel zu schlechte Noten um überhaupt daran zu denken.
Er hatte alles was er brauchte. Adlig, schneidig, sympathisch. Er konnte reden – konnte, weil er in seinen letzten Reden bewiesen hat, dass er das nicht mehr kann und nur noch dummes Zeug redet. Er habe am Wochenende seine eigene Arbeit intensiv gelesen und gravierende Fehler entdeckt. Hatte er sie denn ohne vorher intensiv zu lesen abgegeben? -, er war sich nicht zu gut um zu sagen, was das Volk hören wollte und seine sturen Parteifreunde nicht zu sagen trauten. Er sagte Afghanistan und Krieg in einem positiven Satz. Herr zu Guttenberg hätte vollkommen gereicht, um Ministerpräsident von Bayern oder Kanzlerkandidat zu werden. Um Frau Dr. Merkel vom Stuhl des Dr. Kohls zu sägen, hätte er keinen Doktortitel gebraucht – seine Wähler hatte er auch ohne hinter sich.
Gewisse Kreise, kennen wir alle und die hat jeder. Fast jeder. Man weiß wie das läuft. Das fängt beim (behalten des) Führerschein(s) an und hört beim Waffenschein auf. Darüber brauchen wir nicht diskutieren – das ist üblich und semilegal. Zu Guttenbergs Kreise haben es zu gut mit ihm gemeint und ihn übers Ziel hinausgeschossen. Ins Aus.

Zumindest vorerst.
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