Montag 10. Oktober, 2016

Exo.Erdbeeren

Ich war nach der Arbeit noch bei einem "Kollegen" zu Besuch gewesen und kam daher etwas später als sonst spät nachhause. Als ich den Wagen vor der Garage hielt, wartete Felix der Streunerkater am Carport; eben da, wo er immer auf seinen Dosenöffner wartet. Nachdem ich das Garagentor geschlossen hatte, lief er vor mir die Treppen zur Haustür hoch, hüpfte auf das Mäuerchen und wartete bis ich in kopfhöhe neben im war, um seinen Schädel gegen meinen zu stupsen. Danach folgte ich meinem Amt – 1. Futterspender von Felix – und sah zu wie er fraß. Mein amtlicher Arbeitsplatz ist in den Wintermonaten vor meinem Badezimmerfenster.
Im Badezimmer war das Licht an. Das konnte nur bedeuten...
Ich kann sehr schnell aus meinen Stiefel "schlüpfen" und die Haustüre öffnen; ich kann das Ganze auch sehr leise machen, da es hierfür unnötig ist unnötige Geräusche zu produzieren. Die Welt ist eh mit unnötigen Geräuschen verseucht – wie zum Beispiel heidiges Klumpiepsen oder Johny Däpp Refrains – da muss ich nicht auch unnötig Geräusche machen, wenn ich meine Stiefel ausziehe um die Wohnung zu betreten. Da aber im Badezimmer Licht "brannte", war ich auffällig laut. Es sollte einer gewissen ungeborenen Tochter die Möglichkeit geben, elektrisch produziertes Licht, das unnötig einen Raum erhellt, in dem sich niemand aufhält, über eine geniale Erfindung, die sich Lichtschalter nennt, zu löschen. Schließlich hatten wir erst vor ein paar Wochen eine Diskussion geführt, warum man "Licht nicht unnötig brennen lässt".
Tatsächlich war das Licht "aus" als ich das Bad betrat, um, wie ich es immer mache wenn ich nachhause komme, meine Hände und mein Gesicht zu waschen. Da hat jemand gelernt, dachte ich mir – auch wenn dieser jemand erst durch laute Geräusche an das Gelernte erinnert werden muss. Ein Anfang ist besser als kein Ende.
  Ja, ich will auch Bohnen, ließ mich jemand aus dem Wohnzimmer wissen.
   In welcher Sprache ist denn das, fragte ich zurück?
   Na Deuts... tschulligung. Hallo Herr Vater, wie war dein Tag? Ja, ich möchte auch Bohnen; sagte Edith.
   Hallo Edith. Danke. Du wolltest doch nicht mehr tschull…. Na egal. Komisch, ich dachte vorhin wirklich ich hätte Licht im Bad gesehen als ich Felix fütterte, dachte ich laut, als ich in die Küche ging um die bestellten Bohnen zu kochen.
   Na … kann vielleicht sein dass ich da gerade im Bad war. Ich erinnere mich nicht.
   Du erinnerst dich nicht ob du im Bad gewesen bist, wollte ich wissen?
   Ja weistdu, sorry, weißt du, ich bin gerade etwas sehr beschäftigt mit nachdenken. Da kann man sich schon mal nicht erinnern.
   Dann denk mal weiter nach, bis ich mit dem Kochen fertig bin und erzähl mir nachher was dich vom Erinnern abhält.
Beim Essen erzählte sie mir, sie habe vorhin gehört wie wir über Exoplaneten gesprochen hätten. Die Möglichkeit dass es noch andere Planeten gäbe, sei toll, weil ja hier so langsam alles den Bach herunter ginge. Kriege und all das verseuchte Essen.
   Verseuchtes Essen, hakte ich nach?
   Ja, du kaufst doch immer Biozeugs weil …
   Ja aber nicht weil Essen verseucht ist …
   Schon gut, nicht so wichtig! Eben nicht so gutes Essen. Und die Kriege. Jetzt stell dir vor, da gibt es noch so 'n Planeten und dort gibt's keine Kriege weil keine Menschen. Und dort gibt es tolles Essen, alles Bio! Lass uns dahin gehen!
   Mal abgesehen davon, dass wir da nicht so schnell hinkönnten, wenn es diesen Planeten gibt. Wieso soll es da keine Menschen geben, wenn es da Essen gibt; warf ich ein.
   Du weißt schon was ich meine. Du hast selbst gesagt, dass auch wenn es Planeten mit Leben gibt, die Wahrscheinlichkeit dass es dort so was wie Menschen gibt, sehr gering ist. Toll! Ich will da hin. Und du müsstest nicht immer Biozeugs kaufen. Äpfel, Erdbeeren, Melonen, Avocado, Brot …
   Also, wenn es einen Planeten gibt, der unserer Erde ähnlich ist, und nehmen wir an, da gibt es wirklich keine Menschen oder menschenähnliche Wesen, nur Natur, du müsstest dann da schon andere Sachen essen als Äpfel, Erdbeeren, Melonen … Brot; klärte ich sie auf.
   Gibt’s da keine Erdbeeren, fragte sie entsetzt? Dann können wir ja gar nicht hin, weil du gesagt hast, in einer Welt in der es keine Erdbeeren gibt willst du nicht ...
   Doch, warum nicht. Wenn es da Tiere gibt und Insekten … wird es da schon Erdbeeren geben; beruhigte ich sie.
   Und warum können wir dann keine essen?!
   Na essen schon, aber es wären eben keine Erdbeeren, so wie du und ich sie kennen.
   Ja wie jetzt! Es gibt Erdbeeren aber keine Erdbeeren?! Herr Vater! Ich hab eh schon die volle Beschäftigung mit Nachdenken und jetzt …
   Und keine Äpfel und keine Melonen und schon gar kein Brot.

Ich erklärte ihr, dass unsere geliebten Früchte und eigentlich fast alle sonstige Nahrung, die wir gewohnt sind, Züchtungen und Erfindungen des Menschen sind. Saftige Äpfel, pralle Erdbeeren, riesige Melonen, duftendes Brot, Schokolade. Das alles und noch viel mehr, gebe es nicht, wenn es keine Menschen gäbe. Selbst Felix wäre nicht. Berta, die Kuh auch nicht.

   Subbr! Und was essen wir dann auf dem neuen Planeten?
   Na eben was die Menschen aßen, bevor sie anfingen zu züchten. Der Mensch hat ja nicht die Natur erfunden, sagte ich.
   Und was aßen die damals?
   Andere Früchte, Beeren und später dann hauptsächlich andere Tiere.
   NEIN. Wir bleiben hier, rief sie laut!
   Ach, nur weil es keine Erdbeeren wie du sie kennst auf dem neuen Planeten gibt, willst du hierbleiben, fragte ich?
   NEIN. Ich will nicht hauptsächliche Tiere essen. Ich will gar keine Tiere essen!
   Dann lass uns doch einfach hierbleiben und Bohnen essen, sagte ich lächelnd. Vielleicht hören die Menschen ja auch bald auf Kriege zu machen.
   Ja, so schlimm ist es ja dann nicht mehr hier. Ich mag Erdbeeren!, ließ sie mich wissen.
   Ich auch, sagte ich.
Sonntag 02. Oktober, 2016

break.Down

(Ich habe beschlossen, hier wieder ab und zu ein paar Texte zu veröffentlichen; parallel zu meinem Facebook-Account)
Machen wir uns nichts vor, das Problem – das Europa "entzweit" – sind nicht die Flüchtlinge, es ist das System das kollabiert. Die Situation in Europa ist vergleichbar mit der um 1910. Die Blase Europa droht zu platzen.
Die Briten gaben heute bekannt, dass sie Anfang nächsten Jahres, offiziell den Austritt aus der Europäischen Union beantragen werden. Ungarn stimmte heute darüber ab, ob "nicht-ungarische" Menschen in Ungarn, per EU Dekret Unterschlupf in Ungarn bekommen sollen. Polen, Tschechien und die Slowakei wehren sich ebenso mit allen verfügbaren Mitteln, Menschen in Not Hilfe zu gewähren. Staaten die vor ein paar Jahren noch als Musterbeispiel für Offenheit gegenüber Fremden galten, rücken immer mehr nach Rechts. Aber es sind nicht die Flüchtlinge oder die Ausländer, sondern das System, das diesen Rechts-Drall ausgelöst hat.
Wir lebten und leben in einer Blase. Seit Jahrzehnten lesen, hören und sehen wir, wie außerhalb von Europa (und USA) Kriege geführt werden. Gleich nach dem zweiten Weltkrieg, ging der Krieg weiter. Was man aber schwer begreift, ist die Tatsache, dass nicht die Menschen in diesen Staaten diese Kriege führen, sondern unser System.
Derweil feiern wir, hüpfen von einer Party zu der anderen, von einem Wochenende zum nächsten, von einer Insel auf die andere; besoffen. Wir feiern, während das System Opfer fordert um am Leben zu bleiben. Opfer, damit wir weiter von Party zu Party hüpfen können; besoffen.
Die Bankenkrise war gerade erst überwunden und die nächste zeichnet sich wieder am Horizont ab. Noch spricht man, respektive EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger, von einem Wahrnehmungsproblem. (Echt jetzt, Frau Lautenschläger?)

Unser System ist an Ausbeute gekoppelt, sonst kann es nicht funktionieren.
Nehmen wir an, dass jeder der diesen Text liest, im Lotto 10 Millionen Euro gewinnt. 10 von 10 werden (unbeachtet was sie im Vorfeld erzählen mögen), nachdem sie ihre primären Träume erfüllt haben (Auto, Haus, etc.), mit dem Rest auf die Bank gehen. Geld anlegen; eben damit es mehr wird.
Ihr könnt jetzt sofort testen ob und wie Geld sich vermehren kann. Nehmt einen Schein aus eurer Geldbörse, steckt es in einen Blumentopf und uriniert darauf; ihr könnt noch so lange warten, es wird nicht mehr. Ihr könnt auch darüber ejakulieren oder den Schein in eure Mumu stecken; auch wenn ihr noch so lange wartet, es wird nicht mehr. Kapital, das man angelegt hat, wächst nicht von alleine. Es wächst nur, wenn man mit dem Kapital andere dafür bezahlt, anderen etwas wegzunehmen – indem man sie damit "beschuldet".
Das Versprechen, dass jeder an diesem System auch reich werden kann, lässt alle blind mitmachen. Es könnte ja sein, dass man reich wird. Nur einer von Tausend, wird seine 10 Millionen genießen; und einer von 10.000 wird finanziell Schwachen damit helfen.

Wie lange wir dieses Spiel noch unbeschadet mitmachen können, wird davon abhängen, wie lange der Rest der Welt das noch aushält. Die Flüchtlingswelle der letzten Jahre ist ein erstes Anzeichen dafür, dass das nicht mehr lange gut geht. Wenn tausende Black-People bereit sind im Mittelmeer zu ertrinken, damit ein paar von ihnen das gelobte Land erreichen, sollte nicht nur die nationalsozialistische Alarmglocke läuten, sondern vor allem die des gesunden Menschenverstandes. Wir könnten noch so eine hohe Mauer um Europa bauen, sie würde irgendwann – an der stet wachsenden Masse die am Leben teilhaben wollen - zusammen brechen. Und wir können noch so auf die Straße gehen und laut, wir sind das Volk, schreien, weil wir uns über den kleinen Haufen aufregen, der es bis hier her geschafft hat; an der Masse die da noch kommen wollen, wird das nichts ändern.
Und ja, nicht wenige von ihnen saufen genau so wie die hier geboren wurden. Es sind nämlich auch Menschen der Menschheit.
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