Dienstag 17. August, 2010

Street-View

Wer nicht isst kann nicht scheißen – so wohl einer der ältesten Weisheiten der Menschheit. Eine nicht minder alte und ebensolche Weisheit sagt: Der Mensch wird motzen, sobald er die Möglichkeit dazu bekommt. Und schon sind wir beim Thema: Google Street-View.

Google Street-View Gegner gehen an die ÖffentlichkeitDer Deutsche hört nicht gern', dass er global gesehen eher ein Hinterwälder ist. Er selbst sieht sich auf dem Gipfel der Technik. Exportland Nummer eins. Und mit Glück, hat der Bauer im Dorf sogar «Netz» – neudeutsch ausgedrückt.
Die Wahrheit ist aber eine andere. Deutschland ist in Puncto Datentechnik eher Schlusslicht. Wir haben nämlich das Internet verschlafen und jagen hinter her. Weil wir nicht ankommen, versuchen wir das Internationale Netz an unsere Gesetze anzupassen – anstatt andersherum – und stellen nicht den Nutzen in den Vordergrund. Heißt, Deutschland ist nicht «mitgewachsen» und versucht die «IT-Welt» nun auf ihr Niveau zurück zu stoßen.
Es ist nicht so dass das Volk das Internet nicht annehmen will, sondern dass man ihm den Nutzen einfach durch populistische Diskussionen madig macht. Vor ein paar Jahren gingen Journalisten – der Begriff Journalist ist ja im Grunde selbst eher lächerlich, besagt er nichts weiter als dass der Träger Texte veröffentlicht und sich selbst für einen Redakteur hält - auf Blogger los. Sie fühlten sich angegriffen und griffen zurück. Das Internet war böse und die Nachteile wurden aufgepeitscht. Heute ist jeder Journalist ein Blogger, und niemand hadert mit den Ausgepeitschten. Der propagierte Weltuntergang der Nachrichtenwelt ist ausgeblieben.
Es ist noch nicht lange her, da war ein Navigationssystem noch das Highlight auf jedem Dia-Abend. Während Nichtbesitzer mit Argumenten – wer braucht schon ein Navi – dagegen hielten. Heutzutage ist ein Navi fast schon Grundausstattung in jedem Fahrzeug. In nächster Zeit werden weltweit neue Navigationssysteme auf den Markt gebracht. Und eben da bietet Google Street-View ungeahnte und kostenneutrale Möglichkeiten – die, ich bin mir da sicher, dann auch von den Motzern gern genutzt werden.
An dieser Stelle erwartet man vielleicht dass ich eben diese Möglichkeiten aufzähle. Aber ich denke nicht dass ich das muss – schon gar nicht um Motzern eine weitere Plattform zu bieten. Unsere Bundesregierung wird sich bald mit dem Thema befassen.
Das Beste sind aber diese Damen und Herren – siehe Bild oben -, die erbost über Street-View an die Öffentlichkeit ... ja was? ... gingen? ... gezerrt wurden? ... Jedenfalls sind sie in der Reihnischen-Post vor ihren Häusern abgebildet zu sehen.
Noch Fragen, Kienzle?

image via rp-online.de
Dienstag 08. Juni, 2010

Grundlagen

Zwei Dinge darf ein Staat nicht machen:

  1. Arbeitslosigkeit fördern
  2. Den Staatshaushalt über Arbeitslose sanieren
Montag 07. Juni, 2010

Sparen.sie

Das Volk ist durch die bevorstehende Fußball-WM abgelenkt. Da kann man als Regierungskoalition schon mal die Katze aus dem Sack lassen.

Und weil's schon immer so war wird der kleine Mann zur Ader gelassen. Selbst schuld, man hätte auch Hotelier werden können – und wer will denn schon bei dem grausigen Verkehr Auto fahren; außer man kann es als Geschäftsmann von der Steuer absetzen. Dem ist die Ökosteuer nämlich egal, sogar gelegen.

Kinder sind ja auch nicht mehr in - fehlen ja Kindergartenplätze und wer will die Dinger schon erziehen. Außerdem haben ja eh mehr Hartz-IV Empfänger Bälger - warum also die noch mehr unterstützen. Es gibt Kondome.

 

Ja, so ist das. Man muss sparen. Das geht natürlich auch am falschen Ende.

Samstag 05. Juni, 2010

Maria Bögerl

 War's gestern noch Vermutung, ist es heute Gewissheit. Frau Maria Bögerl ist tot - die Leiche wurde gerichtsmedizinisch identifiziert. Mein Beileid an alle Hinterbliebenen!
Wie immer bei solchen Geschichten, hatte und hat jeder etwas dazu zu sagen. Kaum war die Entführung bekannt geworden, spekulierte die Bevölkerung. Die einen "wussten" dass sie getürmt sei, die anderen meinten ihr Mann hätte das Ganze geplant. Nach ein paar Tagen "wusste" man, dass sie entweder irgendwo im Ausland den Lenz feiert oder schon tot ist. Aus den beiden letzten Sätzen ist jeweils die letzte Aussage wahr.
 Ein paar Fakten - die man über die Medien mitbekam:
1. Die Lösegeldsumme von 300.000 Euro. Klingt im ersten Augenblick nicht sehr suspekt, ist es aber.  
2. Die verspätete Lösegeldübergabe. Herr Bögerl ließ sich Zeit, den Betrag zu besorgen - die Polizei war zu dem Zeitpunkt (entgegen ersten Berichten) schon involviert.
3. Das abgestellte Fahrzeug der Maria Bögerl am Kloster Neresheim.
4. Ein Satz aus dem Schreiben, mit dem sich Herr Bögerl an die Medien (zuerst Radio, später TV) wandte: "... geben sie uns meine Frau, unsere Mutter zurück".
5. Die TV Aufzeichnung, mit der sich die Familie an die Medien wandte, zeigt deutlich, dass Herr Bögerl lügt.

 Lassen wir Punkt 1 und 2 (noch) bei Seite. Punkt 3 ist sehr interessant; Ich denke, ich muss nichts weiter dazu sagen. Warum sagt er das, denkt man sich bei Punkt 4. "Geben sie uns meine Frau, unsere Mutter zurück." Würde ein Mann und Vater der Angst um seine Frau hat, so etwas und in dieser Reihenfolge sagen?

 Punkt 5 werden Psychologen das besser als ich es könnte ausgewertet haben. Jeder mit dem ich über dieses Video geredet habe, ist erschüttert von dem Leiden der Familie. Ich sehe nur dass die Kinder leiden. Herr Bögerl hat eher Angst um sich als um seine Frau.

 Wahrscheinlich war die Ehe schon lange zerrüttet. Entweder hatte Maria Bögerl oder beide Ehepaare ein außereheliches Verhältnis. Nach Außen hin darf natürlich niemand davon etwas mitbekommen - aber als das Ganze nicht mehr aushaltbar ist, einigt man sich auf die Entführungsgesichte. 300.000 Euro darf ein Sparkassenvorstand maximal ohne weiteres abheben. Die Rahmengeschichte hierzu ist nebensächlich - bis auf die Tatsache dass Herr Bögerl am Ende nasse Hosen bekommt - oder er handelte einfach nur kaltblütig.

Wahrscheinlich sollte das Ganze schlicht und einfach ablaufen. Maria Bögerl und ein Handlanger - ihr Verhältnis? - ziehen mit der Entführungssumme ab, Herr Bögerl meldet das Ganze nach einer Karenzzeit der Polizei. Als aber es so läuft wie es gelaufen ist, sieht sich der Handlanger über den Tisch gezogen und tötet Maria Bögerl.

Schade dass ein Mensch sterben musste, nur weil ein anderer Gesicht und Posten wahren wollte.

Wie auch immer die Geschichte zu Ende geht, die Sparkasse Heidenheim wird sich nach einem Ersatz für Herr Bögerl umsehen müssen.

Dienstag 01. Juni, 2010

Maitanz

Nun - schönes Wetter hatten wir den Mai über nicht. Passend dazu tritt Herr Köhler das Amt des Bundespräsidenten mit Füßen und verlässt das stinkende Schiff.

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.

Man fragt sich welchen Teil er von diesem Schwur, nicht verstanden hat. Und jeder der ihn «verstehen» kann, hat nicht begriffen worum es geht.

Diese Regierung ist zur Unfähigkeit gestempelt worden - die einzige Konsequenz wären Neuwahlen.

Dienstag 18. Mai, 2010

Pleitenkriege

Die meisten Kriege hätten religiöse Gründe, lernt man. Dumme Menschen plappern das nicht nur nach, sie lehren das auch an Schulen und Stammtischen.

Die meisten Kriege hatten wirtschaftliche Gründe, ist die Wahrheit. Religion diente nur als Vorwand. Kein Krieg - nein, auch nicht der 30jährige - wurde aus ideologischen Gründen geführt. Selbst Herr Hitler musste den zweiten Weltkrieg übers Knie brechen, ansonsten wäre sein Reich innerhalb der nächsten Jahren einfach zusammen gebrochen - so pleite wie der Staat war. Denn ein Staat der pleite geht ... muss seine Politik ändern oder in den Krieg ziehen.

Und heute steht man da und überlegt wie man Europa retten kann - vor der Pleite. Frankreich droht mit dem Euro-Austritt, England reibt sich die Hände und Griechenland steht als böser Bube da. Bleibt abzuwarten ob Europa wirklich begreift und nicht nur reagiert; Denn manche Wunde muss genäht werden - ein Pflaster schützt zwar vorm Verbluten ...

Montag 10. Mai, 2010

Gewählt

NRW hat gewählt. Schwarz-gelb ist abgewählt und wie immer nach einer Wahl gibt’s viele Meinungen darüber. Analysten, auch selbsterkorene, zerfleddern sich gegenseitig in ihren Analysen.

Demokratie ist nicht immer was der eigentlich Sinn hergibt. Die Meinung der Mehrheit wird mehr interpretiert als wahrgenommen. Man spricht davon den Wähler nicht erreicht zu haben, als die eigene Unfähigkeit zu akzeptieren.

 

Und bei den Piraten hat man den Eindruck, dass so mancher in diese Partei tritt, wie andere sich billiges Bauland an der Einflugschneise des nächsten Flughafens kaufen, weil sie sich kein anderes leisten können, um dann über den Fluglärm zu motzen.

Samstag 13. Februar, 2010

Ficken

Gott hat den Menschen erfunden, weil er es konnte.
Hätte ich auch, wenn ich Gott wäre. Ja auch Hitler, den Wichser – und Gott sei Dank war er ein Wichser. Denn wenn er es nicht gewesen wäre, hätte er getan was das Thema hier ist: Ficken.

Ficken kann jeder geschlechtsreife Mensch, und wie es scheint, macht das auch jeder. Auch wenn man das bei dem einen oder anderen nicht glauben will, muss man es. Denn Kinder fallen nun mal nicht vom Himmel – auch nicht die von asozialen und oder dummen Menschen. Die meisten Kinder werden auf diese Welt geworfen, weil zwei Menschen tun was jeder kann; eben ficken.
Man sollte Alkoholiker, Drogenabhängige und Vollpfosten sterilisieren, denn auch wenn man ihnen Kondome und sonstige Verhütungsmittel kostenlos zur Verfügung stellte, würden sie es nicht nutzen. Sie zu bitten, nicht zu ficken würde auf taube Ohren stoßen.

Und bevor jetzt jemand schreit und «prangert», sollte er darüber nachdenken welch' Schicksal Kinder solcher Eltern durchleben - wenn sie es überleben -, bevor sie selbst geschlechtsreif werden und das tun was jeder kann – ficken.

Ich schreibe das weil diese Woche ein 2 Jähriges Baby gestorben ist. Die Mutter hängt an der weißen Nadel, der Vater ist das unberechenbarste Arschloch das man sich vorstellen kann. Der kleine Mensch hatte keine Chance. Es starb nach langem Kampf an Organversagen.
Freitag 12. Februar, 2010

Fasching

Nun,
es ist erstaunlich was gerade in Deutschland passiert. Man könnte annehmen, da laufen Vorbereitungen für Neuwahlen.

Aber es ist wohl nur Karneval.
Donnerstag 28. Januar, 2010

Bei Kälte ausgesetzt

Auszug Yahoo-Nachrichten (via dpa): Königs Wusterhausen (dpa/yahoo!) - Eine Schaffnerin der Deutschen Bahn hat eine 16-Jährige in der kältesten Nacht des Jahres im brandenburgischen Königs Wusterhausen aus dem Zug gewiesen. ... Die Zugbegleiterin ließ sich nicht erweichen und warf das Mädchen in der Nacht zum Mittwoch kurz vor 22.00 Uhr aus der Bahn. ... Das Mädchen musste in der laut Deutschem Wetterdienst bisher kältesten Nacht des Jahres - um Mitternacht herrschten in der Region minus 19 Grad - bei bereits geschlossenem Bahnhof rund eine Stunde ausharren, bis sie abgeholt werden konnte.

Lassen wir mal den Vollpfosten im Dienst beiseite. War da niemand anderer in der Bahn der dem Mädchen 2 Euro geben konnte?
Montag 25. Januar, 2010

Hilfe

Dass Menschen in Katastrophengebieten Hilfe brauchen, wird wohl von jedem ohne Gegenrede akzeptiert. Haiti zeigt ein Mal mehr, wie sehr das Gefüge einer Gesellschaft aus den Angeln gehoben wird, wenn eine Infrastruktur zusammen bricht. Aber nicht Haiti ist hier das Thema – an anderen Stellen wird darüber ausführlicher geschrieben, als dass ich das hier könnte.

Außerhalb der Katastrophen ist das Leben in den wörtlich armen Ländern nicht weniger katastrophal. Hunger, mangelnde Bildung und unzureichende medizinische Versorgung sind alltäglich. Wenn es die paar Hilfsorganisationen nicht gäbe, würden täglich nicht minder Menschen sterben, als dass ein Erdbeben wie das auf Haiti aktuell fordert.
Es ist aber nicht so, dass diese Länder wirklich arm sind. Ein Beispiel ist der Kongo. Fruchtbares Land, schöne Wälder. Während die Menschen dort vor die Hunde gehen, werden die Wälder ausgebeutet. Die Bevölkerung klagt über mangelnde Hilfe, die ihnen versprochen wurde. Und genau da ist das Problem – das warten auf Hilfe.
Der Mensch hat es verlernt für sich selbst zu sorgen. Man wartet lieber auf Gelder, ohne selbst zu handeln. Ein Bretterverschlag, das als Schule dient, hat kein Dach. Schuld sind mangelnde Gelder. Keiner der Dorfbewohner kommt auf die Idee selbst Hand anzulegen, sondern wartet bis die Regierung oder ausländische Hilfsorganisationen Mensch und Maschinen zur Verfügung stellen. Das ist nur ein kleines Beispiel – denn überall in Krisengebieten ist dieselbe Situation. Man wartet, klagt und geht vor die Hunde.
Die Menschheit hat den Menschen überlebt. Wir haben es verlernt für uns selbst zu sorgen. Die ganze Welt arbeitet nach demselben Prinzip, stützt sich auf dieselben Säulen. Abgesehen von einer handvoll Menschen im Amazonas – wenn überhaupt -, ist keine Gruppe mehr fähig autark zu überleben. Wir sprechen zwar von verschiedenen Kulturen, sind aber alle gleich.
Und weil das so ist, müssen die paar Privilegierten eben geben, damit die anderen die das Pech hatten ärmer geboren zu sein, in unserem System überleben können. Denn es gibt kein anderes System mehr als das unsere: Das System der Abhängigkeit.
Dienstag 29. Dezember, 2009

Todesstrafe

Nicht dass ein Brite besser wäre als ein Chinese, oder China besser als die USA, Saudi-Arabien oder Jordanien. Es geht nicht um Vergleiche.
Laut Amnesty International wurden im Jahre 2008, 2.390 Menschen hingerichtet. In China allein waren es 1.780, in den USA 37 und in Saudi-Arabien 102. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Erschreckende Zahlen.

Während wir mit China kräftig Geschäfte machen, springen dort Menschen über die Klinge nur weil das System sich von ihnen gestört fühlt. 2008 sprach man darüber, China mit der Olympiade für ihre Politik des neuen Weges zu belohnen. Belohnt hat man nur den globalen Absatzmarkt. Unsere Politiker schütteln Diktatoren die Hand, und proklamieren sich selbst als Hüter der Menschenrechte. Saudi-Arabien ist ein Hort von Terroristen, regiert vom Abschaum der Menschheit – und trotzdem verbeugt man sich vor den stinkenden Scheichs. Das ist keine subjektive Äußerung, sondern objektives Faktum. Wer schon einmal neben einem Saudi stand, weiß was ich meine. Dessen ungeachtet weiß man um die Steinigungen und öffentlichem Köpfen in Saudi-Arabien. Sicher, das gibt es auch in anderen Ländern – und gut, ist es dort auch nicht. In Afghanistan ist man deshalb «eingelaufen», aus humanitären Gründen.
Warum laufen wir nicht in Saudi-Arabien ein ... oder in China?
Donnerstag 12. November, 2009

selbstredend

Wir wussten es nicht, deshalb erfahren wir es nur nebenher; Arbeit ist ein Faktor.
Und - Politiker sei Dank' erfahren wir das jetzt -, ES darf nicht den Faktor Arbeit belasten.
Puhh, Kinder, das ist nochmal gut gegangen! Wenn die uns das nicht erklärt hätten, ui ui ui. Aber was soll's; 2012 gehen die Maya unter und wir hinterher.


Aber manchmal ist von hinten gar nicht sooo übel. Unter Umständen natürlich, selbstredend.
Mittwoch 04. November, 2009

träumst schon oder regierst du noch?

Herrlich.
Das Mädel aus der Uckermark, bekam von ihrer Tante aus dem Westen regelmäßig amerikanische Jeans, einer ganz bestimmten Marke, die es im Osten nicht gab. Sodann war sie begeistert vom amerikanischen Traum - und schwups, in aller Ehre, sprach sie gestern als zweiter (nicht zweites) Staatsoberhaupt der Deutschen überhaupt, vor dem US Kongress. Sehr schön.

Derweil hat GM die Gunst der Stunde genutzt und Opel wieder das werden lassen was es immer war: Einen amerikanischen Traum. Ausbeuten was zu beuten geht, solange man dafür bekommt was man kann. Oder so ähnlich.
Samstag 31. Oktober, 2009

pan.gea

Ja, eben drum.

Let's party, SI-Centrum Stuttgart.
Have fun!
Mittwoch 16. September, 2009

Zensursulas

Einer schreit, und alle rennen mit. So war das, und wird das schön immer bleiben.

Das Gute dabei ist, dass wir dadurch immer wieder neue und unsinnige Wörtchen bekommen. Ohne darüber nachzudenken plappern wir sie nach und fühlen uns dabei so herrlich. Piraten, zum Beispiel. Oder Zensursula. Oder oder, noch besser, aktiver Sauerstoff. Nein nein nein, noch besser, noch besser: Blockbuster.
Mittwoch 16. September, 2009

Nebenbeis

Man kann nicht ändern was, aber anpassen wie man ist.
Ich sprechen Deutsch und rasieren mich auch im Gesicht. Ich essen Vollkornbrot und trinken Kaffee. Ich sprechen auch mit Frauen und laufen nicht mit Pyjama auf der Straßen. Ich Türke in Deutschland und zahlen Steuern.
Montag 14. September, 2009

du.ell

Eigentlich sollte an dieser Stelle, wie gewohnt und auch pünktlich, der Spruch zum Wochenstart stehen. Angesichts des durch die Medien hoch dotierten TV-Duells der Kanzlerkandidaten, sollte das schon etwas abfallen – dachte ich. Man soll Medien nicht immer glauben, schon gar nicht wenn es um Einschaltquoten geht.
Vier Journalisten gegen zwei Kanzlerkandidaten. Ganz Deutschland – abgesehen von den Bürgern die etwas besseres zu tun haben, als am Sonntag Abend ... - schaut zu, wie sich Merkel und Steinmeier stellen. Beide Berufsgruppen, die da aufeinander losgehen, sind recht einfach zu besetzen. Die einen werden gewählt, die anderen müssen medial präsentativ sein. Großartig einen Nobelpreisinhaber darf man also nicht erwarten. Die einen wollen entlarven, um gut dazustehen. Die anderen wollen gut dastehen, um nicht nicht entlarvt zu sein. Der Zuschauer versteht nur soviel wie man ihm gibt. Ein Boxkampf ist das nicht.
Nebenbei hallt noch das Heulen des liberalen Großraumkalibers Westerwelle nach. Er durfte nicht mitmachen, um sich gut dastehen zu lassen.
Gebracht hat das Ganze nichts. Außer dass die Große Koalition ihre Legitimität untermauerte und Merkel endlich mal auf den Putz gehauen hat: Lassen sie mich endlich ausreden.

In diesem Sinne, ohne Spruch, einen wunderschönen Wochenstart. Das Wetter ist scheiße genug um es Montag nennen zu können.
Freitag 11. September, 2009

dam.als

11. September, 2001... New York SkylineDas war doch der Tag, als? Ja, das war der Tag als. Man wird seine Erinnerungen haben, jeder. Es gab noch kein Euro und kein Hartz IV.
Wirklich grausam an dem heutigen Datum ist die Tatsache, dass ein gewisser Osama noch immer nicht gefasst wurde. Wir, die sekundären Opfer des 11. September 2001, haben gelernt damit zu leben. Wie die Hinterbliebenen der primären Opfer damit umgehen, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Intermezzo:
Heute Nacht hatte ich einen seltsamen Traum.
Ich war wieder in diesem Haus, von dem ich oft träume. Jemand war zu Besuch, wir redeten als es an der Tür klopfte. Ich öffne und sehe einen etwa ein Meter kleinen Jungen vor mir stehen. Das erste was mir auffällt ist dass er einen riesigen Schädel hat. Das heißt, sein Hirn war riesig, wie in diesen Alienfilmen. Ihm fehlt der linke Arm, ansonsten ist er am Kopf rasiert und steckt in einem hellblauen Strampelanzug. Er redet schnell, monoton und mit einer hellen Stimme. Zuerst verstehe ich ihn nicht, ahne aber, dass es wichtig ist.
Er wohne auf der anderen Straßenseite, in einer Nebenstraße, im ersten Stock. Ich solle ihnen helfen, der Vater sei ein Tyrann.
Ich nehme den Kleinen auf den Arm, stütze sein Genick wie man es bei Babies macht und gehe vor die Tür um zu sehen, ob da noch jemand ist. Ein anderer Junge, etwa 10, ist sei Bruder und macht mir klar, dass ich mich nicht einmischen solle, weil es keinen Zweck hätte. Sie würden auch so klar kommen, ich könne da nichts machen...
Dienstag 18. August, 2009

Sie.Die

Ich begegne ihnen überall, ihr auch. Man kann sie von weitem an ihren Gang erkennen, und wenn man sie aus der Nähe betrachtet, an ihrem schmuddeligen Äußeren. Sie schleichen an uns vorbei, man muss schon ein Auge haben um sie zu sehen. Sie sind da und doch nicht. Sollten sie doch gesehen werden, betrachtet man sie nicht lange. Manche lachen vielleicht innerlich, guck mal was für ein Penner, und gehen weiter. Ihre Klamotten scheinen wie aus einem Würfelspiel zusammen geworfen. Kein Hemd passt zur Hose, kein Kleid zum Schuhwerk.
Sie sind unförmig, manche buckeln, andere sabbern oder visieren aus dicken Brillengläsern, eingefasst in unförmigen Gestellen.
Ich sehe sie, wie sie ausweichen, während andere gehen. Sie halten keinen Augenkontakt, fühlen sich untergeordnet. Sie sind wie lahme Wölfe eines Rudel, die warten dass die Gesunden ihnen ein Stück am Leben übrig lassen, dass sie dankbar und leise nehmen - weil sonst nichts bekommen.
Die sind dumm, schwach und aussätzig. Aber da auch sie Menschen sind, haben sie Gefühle und ihren Wert.

Wenn ich ihnen begegne mache ich Platz, und wenn sie den Kopf senken, grüße ich.
Donnerstag 16. Juli, 2009

STASI.s

Eines der Manipulationsgesetze besagt - und es stimmt -, je mehr Menschen eine Lüge wiederholen, desto wahrer wird der Inhalt.
Wenn man sich die Parteigeschichte von Deutschland ansieht, wird einem spätestens dann klar, dass Antisemitismus keine Erfindung des dritten Reiches war. Judenhass war in Deutschland ein weit verbreitetes Denken - medial sogar schon seit den 1850ern. Es gab immer wieder Organisationen die sich offen dazu bekannten, das Judentum zu bekämpfen. Nicht dass das vom minderen Volk ausging, sondern eher von der sogenannten Elite. Pateigeschichtlich gingen diese Organisationen in Teile der Christlich Sozialen und Demokraten sowie in Liberalen auf.
Den Antisemitismus am dritten Reich festzumachen ist gefährlich und gelogen. Die Quittung dafür bekam man hier ab Ende der 60er recht heftig zu spüren. Hitler und seine Spielgefährten hatten kein Volk im Griff, sondern Helfer an allen Ecken. Man mag der Großmutter verzeihen, aus Angst die Klappe gehalten und die Augen verschlossen zu haben. Man kann aber der Elite Deutschlands nicht verzeihen, mitgemacht zu haben. Generäle, Professoren, Ärzte, Fabrikanten, Autoren, Schauspieler, Wissenschaftler. Sie erst ermöglichten was hierzulande passierte. Nicht weil sie keine Eier in der Hose hatten, sondern weil sie der Sache nicht wider waren. Antisemitismus war im damaligen Denken salonfähig.

Natürlich ist das schon durchgekaut und etliche Male ebenso ausgekotzt worden. Leider wird bei jedem Mal, ein Stück der Wahrheit vergessen. Übrig bleibt eine kleine Gruppe Schuldiger, den man nicht angehört haben will.

Und, und da wären wir beim Thema, dasselbe passiert gerade mit der Aufarbeitung der ehemaligen DDR.
Donnerstag 02. Juli, 2009

Soldat

Viele Mörder arbeiten schwarz. Das verstehe ich nicht.
Den Beruf des Mörders gibt es ja schon seit ewigen Zeiten. Es wird sogar sehr gut bezahlt und ist recht krisensicher - sogar weltweit.

Warum also so mancher lieber schwarz als Mörder arbeiten will und nicht gleich als Soldat Kariere macht, ist mir ein Rätsel.
Mittwoch 24. Juni, 2009

Jung der Franz Josef

Am 4. September 2008, schrieb ich hier: Natürlich ist das schlimm, wenn Soldaten im Einsatz getötet wurden. ... Es ist immer schlimm, wenn Menschen getötet werden. Immer. ... Trauerfeier. Wenn ich das Wort lese, könnte ich kotzen. Was will man feiern?! Oder sollte man sich fragen, wer will feiern?

Ich habe gestern die Pressekonferenz unseres Bundesverteidigungsminister gesehen. »Im Einsatz für den Frieden gefallen«. Wahrscheinlich fühlt er sich noch gut bei solchen Unworten, denn als er abging lächelte er in die Kamera.

Mir ist übel. Sehr übel. So wir mir immer übel ist, wenn Menschen sinnlos geopfert werden.

Beileid den Hinterbliebenen, und uns, deren Frieden um drei sinnlose Opfer reicher ist.
Montag 15. Juni, 2009

Vorn

Wenn man Wahlergebnisse beobachtet, fragt man sich nicht selten was der Staatsbürger denn verstanden hat – oder ob er noch bei Verstand ist.
Letztens konnte man beobachten wie vermeintlich klugen Menschen ihre Stimme für die Piratenpartei gaben. Das nicht allein, man muss es natürlich auch noch öffentlich machen. Nach dem Motto, seht her, ich bin klüger als ihr alle und wähle die Piratenpartei – die neuen Grünen.
Nichts gegen Meinung, nur sollte da auch wirklich eine sein. Denn was die Herren und Damen Staatsbürger da gewählt haben, versteht keiner so richtig – oder man gibt sich zufrieden, dass kluge Menschen sich von Schlagworten blenden lassen. Nur weil da ein paar Dinge angesprochen werden, heißt das noch lange nicht, dass dahinter ein Programm steht. Wer will schon in einem Bus zur Arbeit gefahren werden, dass zwar bequeme(re) Sitze aber dafür keine Reifen und einen schlotternden Motor hat.
Die dummen Staatsbürger wähl(t)en natürlich gar nicht oder rein traditionell - einige haben nämlich auf ihrer Geburtsurkunde die richtige Partei mit auf-gestempelt bekommen – alte Geschichte. So schenkt sich der dumme nichts weniger als der kluge Staatsbürger: Er klagt nach der Wahl dass sich nicht geändert hat.

Dank Phönix darf man an Parteitagen teilhaben. Parteitage nennt man diese Lobveranstaltungen, wo sich Parteigenossen und Genossinnen, Freunde und liebe Freundinnen, treffen und gemeinsam ein zwei Gläser trinken und sich schöne Worte sagen: Wir sind schöner, besser und gemeinsam gehen wir nach Vorn. Vorn, ist irgendwo und muss wirklich ein schönes Land sein – leider weiß weder Google noch das geniale Bing wirklich näheres darüber zu berichten. Der zuschauende Staatsbürger bleibt im Hinten und googelt nicht weiter. Denn Hinten ist bekannt und eh alles fürn Arsch.


Nun, keine Sorge; ich bin kein Staatsbürger, nur Ausländer.
Donnerstag 04. Juni, 2009

Pause

Ich werde mir zwei Wochen Pause mit meinem aktuellem Projekt gönnen. Es zehrt mehr an mir, als ich es zugeben würde.

Auch wenn man den Kern einer jeden Religion, salopp in der Anbetung eines Schöpfers sehen mag, ist es eher die Androhung der Strafe. Das ist jeder Religion gleich. Es wird eine Ethik bestimmt, der man sich unterzuordnen hat, ansonsten findet man sich im nächsten Leben als Wurm oder in der Hölle wieder. Ein System dass von jeder Staatsform übernommen wurde. Eines das früher oder später zum Scheitern verurteilt ist. Denn die Androhung von Strafe hält vor Verbrechen nicht ab.

Keine der Religionen funktioniert. So stellte katholische Sekte der Christen dem Schöpfer eine Gegenmacht und schuf so bewusst eine «Gegenreligion». 80% der Mohammedaner wurden von den Machthabern zu Assassine erzogen, weil das Machtgefüge anders nicht zu halten ist. Das Judentum hat den Schock von Babylon bis heute nicht überwunden und Hinduismus konnte selbst in seiner neuen Formation, der Wahrheit nicht näher kommen; denn nur der Dumme wird Buddhist.

Einzig Stephen Hawking ist überzeugt dass wir bis zum Ende dieses Jahrhunderts, Gottes Plan entschlüsseln werden. Ein kluger Mann, der kein Becher Schierling trinken muss um zu überleben.
Dienstag 26. Mai, 2009

Sperren




Natürlich ist das Thema brisant. Natürlich hat man seine eigene Meinung dazu.
Natürlich hört man wieder nur die, die laut dagegen schreien - und natürlich, winkt man nur ab.

Es geht nicht darum Recht zu haben, sich einer Meinung anzuschließen, weil man sich dann besser oder gar «klüger als» fühlt. Dazu ist das Thema zu heikel und ein Handeln ist seit Jahrzehnten mehr als nötig. Leider wurde und wird zu wenig getan.
Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie und weiteren Ressorts, mag in bona fide reagieren - wahrscheinlich gibt ihr Intellekt nicht mehr her oder sie ist wirklich so kaltblütig im Gemüt? -, eine Lösung ist das aber nicht.

In dem hier gezeigten Bericht wird alles zusammengefasst was man zu sagen hat. Und wie Josh es treffend schrieb, ist «dieser Bericht von ZAPP ... endlich mal wieder, leider eines der wenigen, Beispiele für guten Journalismus. Aber nicht umsonst sind ja die Macher von ZAPP gerade bei Politikern, Lobbyisten aber auch Teilen der Journalisten eher unbeliebt.»

Via Josh und Sven Scholz
Mittwoch 13. Mai, 2009

Ketchup

Ich schlaf' gleich ein. Nicht jetzt - das habe ich nur den ganzen Tag über gedacht. Ich schlaf' gleich ein. Am schlimmsten war es kurz nach der Mittagspause, in der ich dachte etwas essen zu müssen weil ich Hunger hatte. Man soll nicht essen wenn man müde ist und keine Zeit zum Schlafen hat.
Aber es ist auch müde kein Lust zu sehen wie Menschen nur sehen was sie wollen. Wie zum Beispiel die eine Dame die heute den Laden betrat und meinte hier eine Vertretung für eine ihr nicht genehme Gesellschaft zu finden. Sie wollte ihren Ärger abstreifen, endlich da sie Gesichter gefunden zu haben glaubte, wo sie bisher nur Stimmen am Telefon zu erreichen versuchte. Leider begriff sie nicht, dass sie hier an falscher Stelle ihren Abstrich zu hinterlassen vorhatte; und leider war ich selbst nicht da, so bugsierte sie mein Lehrling elegant - ich will jetzt nicht mit ihnen weiter diskutieren – aus dem Laden.
Nächstes Mal wenn ich einen Hünen mit Ketchup-Fleck auf dem Hemd treffe – es gibt einige davon in unserer Gesellschaft -, fahre ich ihn an, weil ich letztens hinterrücks geschmacklich von einer bekannten Ketchup-Firma hintergangen worden bin. Der Inhalt der Falsche hatte mehr Grauenhaftes als gewohnt Leckeres zu bieten. Wenn der Hüne es dann zu fragen wagt, was er mit der Ketchup-Firma am Hut hat, werde ich ihn schreiend darauf hinweisen dass er, wenn er nichts mit Ketchup am Hut hat, gefälligst nicht mit einen Ketchup-Fleck am Hemd durch die Gegen zu laufen hat!

Irgendwo muss man Grenzen ziehen, schließlich!
Donnerstag 23. April, 2009

von der Leyen

Eigentlich müsste man. Mit diesen Worten könnte und sollte man einigen Desaster begegnen.
... hier weiter lesen!
Dienstag 21. April, 2009

Leer Badeunglück

Das Hallenbad hatte noch 35 Minuten geöffnet, als eine Mutter mit ihren drei Kindern noch auf Einlass bestand. Ein paar Minuten später findet man alle vier leblos auf dem Grund des Schwimmer-Beckens liegen. Die Bademeisterin holt sie aus dem Wasser. Das jüngste der Kinder stirbt gestern im Krankenhaus, alle anderen schweben in Lebensgefahr.
Soweit, die aktuellen Berichte in verschiedenen Medien.

Unglaublich. Absolut unglaublich. Es liegt nahe an Suizid zu denken. Wie schaffte sie es aber, die Kinder ...
Mittwoch 15. April, 2009

Leukämie

Aus aktuellem Anlass, möchte ich einen Aufruf starten:
Können sie sich vorstellen ein Leben zu retten? Sie brauchen sich hierzu nur typisieren lassen und bei Bedarf als Knochenmark-Spender (Stammzelltransplantation) zur Verfügung stellen. Knochenmark ist kein Rückenmark. Die Entnahme geschieht völlig Schmerzlos und der Körper regeneriert das entnommene Knochenmark innerhalb weniger Tage.
Für die Typisierung bekommt man von der DKMS ein Wangenabstrichset. Kurz, schmerzlos und kostenlos (danke für den Hinweis in den Kommentaren).
Sollten sie als Spender in Frage kommen, retten sie Menschenleben - vielleicht wären sie dankbar, wenn irgendwann ihnen oder ihrem Umfeld so geholfen wird.
Zurzeit ist es leider so, dass zu wenig Spender typisiert sind. Menschenleben könnten gerettet werden. Also:

1. Typisierungsset per E-Mail oder Telefon bestellen – Informationen hierzu finden sie auf der Seite der DKMS.
2. Das darin enthaltene Wattestäbchen zweimal über die Innenseite der Wangen streichen.
3. Eintüten, in den mitgelieferten frankierten Umschlag stecken und zurück senden.


Das war's schon.
Donnerstag 26. März, 2009

Konjunktur.Eimer

Konjunkturprogramm, Finanzspritze, Abwrackprämie*, Leitzinssenkung. Mit diesen Schlagworten wird dem Bürger gerade gehörig die Ohren gewaschen. Man hat den Eindruck, die Regierung steht auf der Seite der Gebeutelten und versucht, so gut als möglich (nicht wie), den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Die Wahrheit ist aber, dass diese Programme nicht dem gemeinen Mob, eben uns, zur Hilfe kommen, sondern die unterstützen die den Karren in den Dreck schoben.
Ein Loch ist im Eimer...Die Senkung des Leitzinses kommt nicht beim Bürger an, Finanzspritzen nageln die Köpfe an den Rümpfen der Henker fest, Abwrackprämie* füllt die Kassen der Gierigen weiter während sie den wirklichen Steuerzahler nur kostet und Konjunkturprogramm bedeutet nichts weiter, als das ganze System am Leben zu halten.
Kurz, man kann keinen Eimer auffüllen, ohne vorher die Löcher geflickt zu haben. Karl-Otto und der gute Henry sangen das schon im Kindergarten.
Es ist nicht lange her, da sprach man von Mindestlohn um Wählerstimmen zu mobilisieren. Vielleicht, und ganz sicher, sollte man das wahre Übel knacken und eine Grenze für Höchstlöhne setzen. Denn Manager feiern gerade Schlachtfest, mit frischem Geld.

*Ein nicht geringer Teil der Fahrzeuge, die abgewrackt wurden, werden wieder in den Straßenverkehr eingeschleust. Das Kraftfahrzeugbundesamt gibt gerade nicht wenige neue KFZ-Briefe für Alt-Fahrzeuge aus. Das ist keine Vermutung, sondern eine Erfahrung die ich an einem konkreten Fall miterleben durfte. Alles legal, im Sinne der Legislative... (ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto...)

image: ingram publishing, lizensfrei
Mittwoch 18. März, 2009

Ballerspiele

Teil.. I:
Das Desaster in Winnenden zieht mal wieder die Diskussion über Computerspiele hoch. Für und Wider liefern sich mit idiotischen Argumenten - am Thema vorbei - eine Schlacht.
Mag sein, dass der Amokläufer aus Winnenden, so wie seine Vorgänger auch, Ballerspiele auf seinem PC hatte. Dass das aber der Grund für sein Austicken war, ist nicht nur fraglich sondern völlig indiskutabel.
Ich persönlich halte von Ballerspielen nicht viel. Gar nichts eigentlich. Von mir aus müsste es keine geben – schon gar nicht auf Rechnern von Jugendlichen. Diese alle nach demselben Schema ablaufenden virtuellen Psychosewelten sind nicht mehr als minderwertige Verherrlichung miserabler Menschlichkeit. Krieg und Waffen sind schlecht. Basta. Ein Rollenspiel in dem man seine Gegner töten muss – und wenn es nur Aliens sind – ist das Dümmste was man als Unterhaltung anbieten kann.
In der aktuellen Diskussion macht man sich Gedanken wie man Jugendliche «weg vom PC» bekommt. Die einen möchten Ballerspiele verbieten, die anderen mehr sportliche Programme in den Schulen anbieten. Alles Käse, würde der Schwabe sagen. Denn weder das eine noch das andere könnte einen Jugendlichen von solchem Quatsch abbringen. Man sollte sich eher die Frage stellen, warum man sich überhaupt für solchen Mist begeistern kann.
Fakt ist, dass es cool ist cool zu sein. Pseudohelden ziehen mit allen möglichen Waffen Bösewichte schlachtend im Vorabendprogramm durch alle möglichen TV-Kanäle. Man möchte schon gar nicht mehr auf die Autobahn, weil man überlegt ob da nicht in «Cobra 11»-Manie irgendwelche 40-Tonner explodierend einem entgegen fliegen könnten. Entweder wird sinnlos geballert oder ebenso sinnlos gekocht – was nicht minder schrecklich ist.
Jugendliche bekommt nicht mit Verboten oder «attraktiven» Sportprogrammen «weg vom PC». Man muss ihnen etwas bieten, mit dem sie im Schulhof angeben können – so salopp das klingen mag. Etwas, mit dem sie ihre Geltung spiegeln. Oder wie erklärt man sich sonst das Aufkommen von Trittbrettfahren?
Da reicht es nicht irgendwelche Matten in Hallen aufzustellen. Das erreicht man nur im Zusammenspiel mit den Medien.

.. Fortsetzung folgt.
Freitag 13. März, 2009

Schäuble.innenden

Unser Herr Bundesinnenminister, Herr Schäuble, zeigt mal wieder elegant, wie sehr er an Realitätsverlust leidet. Ist ihm jeder Computerbesitzer ein potentieller Terrorist, sieht er keinen Grund jemanden der ein übermäßiges Waffenarsenal im Häusle hält, als potentielle Gefahr für die Öffentlichkeit zu sehen.
Es fehlen Kontrollen, Herr Schäuble. Und wenn sie nur halb soviel Energie in die Realität wie sie an fiktiven Gefahren investieren, werden auch sie das erkennen.

Außerdem sollten gerade sie ... ... oder ist das gerade der Grund warum sie nicht?
Donnerstag 12. März, 2009

Winnenden

Das Columbine Horrorkabinett fuhr in Winnenden mit einem neuen Akt auf.

Was fühlen die Eltern eines Killers? Welche Art Trauer haben sie? Wird Frau Mutter noch in irgendeiner Bäckerei ein Stück Brot kaufen können?
Das sind böse Fragen, die man aber ohne Scheu stellen muss. Denn auch wenn nach der Schuldfrage gesucht wird, haben sie, die Eltern, die Hauptschuld.

Fraglich ist, warum man überhaupt Waffen im Haus haben muss. Eine Waffe ist ein Werkzeug, eines das tötet. Eine andere Funktion gibt es dafür nicht. Der Fall in Winnenden zeigt welch' Unmenge an Munition der Vater des Schützen im Haus hortete. Das hat nichts mit Hobby zu tun und schon gar nichts mit dem Recht auf Selbstverteidigung – und dumme Sprüche, nicht Waffen würden töten sondern der Mensch, bewahrheiten sich aufs Neuste.
Eltern haften für ihre Kinder. Vielleicht sollte es in diesem Fall wirklich so sein – auch wenn die Eltern des Amokschützen in ihrer Trauer vergehen. Sie sollten dafür zur Verantwortung gezogen werden.

Tiefstes Beileid an alle Angehörigen der Opfer. Mögen die Verletzten physisch wie auch psychisch bald genesen.
Mittwoch 04. März, 2009

Althaus

Auszug Yahoo!-Nachrichten: Zwei Monate nach seinem schweren Skiunfall hat ein österreichisches Gericht den Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von insgesamt 33.300 Euro verurteilt. Zusätzlich muss der 50-Jährige ein Schmerzensgeld von 5000 Euro an den Witwer der bei dem Unfall getöteten Skifahrerin Beata Christiandl zahlen.

Ist das Schmiergeld, oder warum muss Althaus österreichischen Behörden 33.000 Euro hinblättern, wogegen er gerade mal 5.000 Euro an die Hinterbliebenen der Person zahlen muss, die er fahrlässig tötete. Weder Althaus noch Christiandl sind oder waren österreichische Staatsbürger - warum sich aber Österreich daran bereichert …
Frei gekauft, heißt das. Jetzt darf er in Thüringen auf Wählerstimmen hoffen.

Dass er fahrlässig handelte ist klar. Der Richter aber urteilte absichtlich.
Dienstag 24. Februar, 2009

Kaffee

Wahrscheinlich hat man damit sogar in der Schweiz angefangen. Ich weiß es nicht, man müsste es googlen oder wikipediaen. Das ist so ein Ding dass man früher nicht tat, googlen. Man schlug nach, meist in Büchern. Heute googlet man und das Ranking bestimmt den Wahrheitsgehalt des Gesuchten. Aber was ist heute schon wie es mal war. Es gibt Not leidende Banken, die man notleidende Banken nennt, was fast so schlimm ist wie kremiger Kaffee um den es hier geht.
Kaffee ist ein Genussmittel, Luxus den man sich gerne gönnt. Oder gönnte, denn heute ist da nichts mit Luxus und schon gar nichts mit Gönnen. Kaffee bekommt man heute nur unter einem braunen Schaum serviert, meist auf Knopfdruck und lautem Getöse in einen Becher abgelassen. Eben so, wie Mann früher im Stehen abließ und danach aufs Knöpfchen drückte damit es nicht zu stinken anfing was da abgelassen war. Heute macht Mann das gern im sitzen und hat in der Tasse ähnliches an Geschmack und vor allem, Temperatur. Cremiger Kaffee. Lauwarmer Luxus den man nicht haben will weil es keiner ist.

Ich rege mich schon seit Jahren über diese Unart Kaffee auf, und es wird schlimmer. Gelobt sei meine Enklave die ich Küche nenne, und darin noch ganz im Geheimen echten Kaffee koche. Erzählen sie es nicht weiter. Es könnte Neid entstehen – und das ist bekanntlich eine Todsünde.
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