Sonntag 02. Oktober, 2016

break.Down

(Ich habe beschlossen, hier wieder ab und zu ein paar Texte zu veröffentlichen; parallel zu meinem Facebook-Account)
Machen wir uns nichts vor, das Problem – das Europa "entzweit" – sind nicht die Flüchtlinge, es ist das System das kollabiert. Die Situation in Europa ist vergleichbar mit der um 1910. Die Blase Europa droht zu platzen.
Die Briten gaben heute bekannt, dass sie Anfang nächsten Jahres, offiziell den Austritt aus der Europäischen Union beantragen werden. Ungarn stimmte heute darüber ab, ob "nicht-ungarische" Menschen in Ungarn, per EU Dekret Unterschlupf in Ungarn bekommen sollen. Polen, Tschechien und die Slowakei wehren sich ebenso mit allen verfügbaren Mitteln, Menschen in Not Hilfe zu gewähren. Staaten die vor ein paar Jahren noch als Musterbeispiel für Offenheit gegenüber Fremden galten, rücken immer mehr nach Rechts. Aber es sind nicht die Flüchtlinge oder die Ausländer, sondern das System, das diesen Rechts-Drall ausgelöst hat.
Wir lebten und leben in einer Blase. Seit Jahrzehnten lesen, hören und sehen wir, wie außerhalb von Europa (und USA) Kriege geführt werden. Gleich nach dem zweiten Weltkrieg, ging der Krieg weiter. Was man aber schwer begreift, ist die Tatsache, dass nicht die Menschen in diesen Staaten diese Kriege führen, sondern unser System.
Derweil feiern wir, hüpfen von einer Party zu der anderen, von einem Wochenende zum nächsten, von einer Insel auf die andere; besoffen. Wir feiern, während das System Opfer fordert um am Leben zu bleiben. Opfer, damit wir weiter von Party zu Party hüpfen können; besoffen.
Die Bankenkrise war gerade erst überwunden und die nächste zeichnet sich wieder am Horizont ab. Noch spricht man, respektive EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger, von einem Wahrnehmungsproblem. (Echt jetzt, Frau Lautenschläger?)

Unser System ist an Ausbeute gekoppelt, sonst kann es nicht funktionieren.
Nehmen wir an, dass jeder der diesen Text liest, im Lotto 10 Millionen Euro gewinnt. 10 von 10 werden (unbeachtet was sie im Vorfeld erzählen mögen), nachdem sie ihre primären Träume erfüllt haben (Auto, Haus, etc.), mit dem Rest auf die Bank gehen. Geld anlegen; eben damit es mehr wird.
Ihr könnt jetzt sofort testen ob und wie Geld sich vermehren kann. Nehmt einen Schein aus eurer Geldbörse, steckt es in einen Blumentopf und uriniert darauf; ihr könnt noch so lange warten, es wird nicht mehr. Ihr könnt auch darüber ejakulieren oder den Schein in eure Mumu stecken; auch wenn ihr noch so lange wartet, es wird nicht mehr. Kapital, das man angelegt hat, wächst nicht von alleine. Es wächst nur, wenn man mit dem Kapital andere dafür bezahlt, anderen etwas wegzunehmen – indem man sie damit "beschuldet".
Das Versprechen, dass jeder an diesem System auch reich werden kann, lässt alle blind mitmachen. Es könnte ja sein, dass man reich wird. Nur einer von Tausend, wird seine 10 Millionen genießen; und einer von 10.000 wird finanziell Schwachen damit helfen.

Wie lange wir dieses Spiel noch unbeschadet mitmachen können, wird davon abhängen, wie lange der Rest der Welt das noch aushält. Die Flüchtlingswelle der letzten Jahre ist ein erstes Anzeichen dafür, dass das nicht mehr lange gut geht. Wenn tausende Black-People bereit sind im Mittelmeer zu ertrinken, damit ein paar von ihnen das gelobte Land erreichen, sollte nicht nur die nationalsozialistische Alarmglocke läuten, sondern vor allem die des gesunden Menschenverstandes. Wir könnten noch so eine hohe Mauer um Europa bauen, sie würde irgendwann – an der stet wachsenden Masse die am Leben teilhaben wollen - zusammen brechen. Und wir können noch so auf die Straße gehen und laut, wir sind das Volk, schreien, weil wir uns über den kleinen Haufen aufregen, der es bis hier her geschafft hat; an der Masse die da noch kommen wollen, wird das nichts ändern.
Und ja, nicht wenige von ihnen saufen genau so wie die hier geboren wurden. Es sind nämlich auch Menschen der Menschheit.
Mittwoch 11. Februar, 2015

Frei.heit

Machen wir uns nicht vor, die Sache mit der Freiheit gibt es nicht wirklich. Während einige Staaten seit ein paar Jahren die Freiheit nicht mehr zu leben, gewähren, haben nur ein handvoll Menschen die Freiheit zu leben (irgendwo am Amazonas...). Es wird lediglich das Recht auf Leben gewährt.
Manche definieren Freiheit an Simplizitäten; die Freiheit ein T-Shirt oder ein Hemd zu tragen, die Freiheit sich zu piercen, auf grüne Haare, die Freiheit kein Fleisch zu essen oder Betäubungsmittel zu konsumieren; Freiheit mehr zu essen als man wirklich braucht. Die Freiheit DSDS gut zu finden oder auf (z. B.) Facebook alles zu kommentieren, ohne wirklich etwas verstanden zu haben; eben auf Meinung. Die Freiheit auf ungeschützten Geschlechtsverkehr; leider. … etc.
Das sind ist keine Freiheit.
Jede Nacht bevor ich ins Bett gehe, gedenke ich an all die kein Bett haben und frage mich, ob ich genug getan habe, damit es zumindest ein paar wenigen besser geht. Selbst wenn das jemand nicht glauben mag, ändert das nichts an der Tatsache. Ich überlege mir, was mit mir wäre, wenn ich kein Zuhause, kein warmes Bett hätte. Würde ich auch irgendwo in einem Treppenaufgang liegen und hoffen dass mir jemand materiell etwas zuwendet?
Versuch mal in Freiheit zu leben. Geh in den Spessart, den letzten wirklichen Wald den wir in Deutschland noch haben, und baue dir dort einen Unterschlupf. Der Wald mit seinen Früchten (Pilze, Tiere, Beeren), hätte genug. Je nachdem wie geschickt du bist, könnte es dir besser gehen, als auf der Straße. Das machst du aber nicht lange, denn man gewährt selbst einem Obdachlosen nicht die Freiheit zu leben; man gewährt ihm nur das Recht darauf - eben abseits und in Gnade der Gesellschaft.
Auch wenn es dir gut geht und du genug zum Leben hast, bist du nicht frei. Du darfst reisen, wenn du die Welt sehen willst; aber du hast nicht die Freiheit zu reisen, sondern man gewährt dir nur – mit einem entsprechenden Papier - das Recht darauf.
Freiheit wird von den definiert, die Gefangenschaft schaffen.
Freitag 30. Januar, 2015

ge.Fischert

Herzlichen Glückwunsch, du hast ein Bewusstsein. Der Körper ist dein aber nicht du.

Die Sache mit den Ausländern nimmt in Deutschland immer mehr überhand. Keine Stadt, kein Dorf ohne Ausländer. Einige mögen sie, andere wieder nicht. Einige sind mögbar, andere wieder nicht. So ist es mit Menschen.
Als Ausländer sollte man sich integrieren. Das heißt, sich den Gepflogenheiten anpassen, sie annehmen. Natürlich gehört da nicht nur die Sprache dazu; es reicht nicht aus, sich verständlich auszudrücken, man muss auch verstehen was jemand, oder in diesem Fall ein Deutscher, einem sagt. Als Ausländer kann ich versichern, dass letzteres manchmal sehr schwer ist. Ich wage zu bezweifeln, ob jeder Inländer seine Inländer auch wirklich versteht.
Integration ist Voraussetzung für ein Grundbedürfnis aller Menschen. Denn jeder Mensch will anerkannt werden; ob er das nun zugibt oder nicht. Welchen Grund könnte es sonst haben, dass sich diese Wesen, die man Frau nennt, auf 15cm Stöckelschuhen durch die Inländergemeinschaft stöckeln? Sie wollen anerkannt werden. Bei einem Ausländer reicht es nicht, wenn er 15cm Absatz trägt, er muss sich integrieren.
Ein Türke zum Beispiel, egal wie gebildet oder nicht, sollte und muss zu Helene Fischer mitsingen und mittanzen; erst dann gehört er dazu. Wenn man dann noch alle RTL Seifen kennt, hat man es geschafft; man ist kein Ausländer mehr, kein Türke, man gehört dazu, ist integriert. Mir Stolz wird er dann vorgeführt, schau wir haben hier jemanden assimiliert, er gehört zu uns. Mögbar.
Mein Problem, wenn ich Helene Fischer nicht ausstehen kann.
Samstag 24. Januar, 2015

Siegermoral

Am 17. Februar 2006 schrieb ich ins Fieber:
«Ich überlege mir gerade, was ein Volk, dessen Führung es zum Kriege getrieben hat, vom Sieg erwartet.
Könnte man als Siegervolkbürger mit erhobenem Kopf durch besiegte Straßen gehen, mit dem Wissen, dass eben in diesen Straßen Unschuldige für den "eigenen" Sieg gestorben sind?
Wie fühlt man sich als Sieger über das Eroberte?
Als Befreier, Gutgeist, der Mütter, Väter, Kinder hat sterben lassen, um dann durch deren Zukunft zu wandern?»

Nach dem zweiten Weltkrieg waren Nagasaki und Hiroshima dem Erdboden gleich; zwei Großstädte inklusive ihrer Einwohner je mit einer Atombombe von der Landkarte gefegt. Dresden, Berlin, Braunschweig und viele andere Städte in Deutschland waren zerbombt; auch hier starben unzählige Menschen. Nach der Befreiung des Irak sahen und sehen etliche Ortschaften nicht besser aus. In Syrien findet man kaum eine Stadt die nicht verwüstet ist. Der Gaza-Streifen ist eine einzige Ruine. In der Ukraine rund um Donetsk sieht es nicht anders aus.
Während die Guten gegen die Bösen kämpfen sterben Menschen und ihre Heimat wird dem Erdboden gleich gemacht. Wie viel Millionen Flüchtlinge gibt es zurzeit? Wenn der Krieg dann vorbei ist, feiert man in den Ruinen.
Ist die Auslöschung einer Stadt durch eine Atombombe besser als die Vergasung von Juden? Wenn nein, warum werden dann die Sieger gefeiert? Wenn ja, möchte ich weder auf der Seite der Sieger noch der Besiegten stehen, denn ich verabscheue Doppelmoral!
Soldaten, ob sie nun als Terroristen und Freiheitskämpfer getarnt oder als Staatliche-Helden bezahlt werden, sind der Abschaum der Menschheit. Menschen die auf Befehl Menschen töten. Menschen die auf Befehl Menschen heimatlos bombardieren. Menschen die ihr Brot mit dem Töten von Menschen verdienen. This is not Rock'n'Roll!
Sonntag 11. Januar, 2015

Non Charlie

Nach meinem Beitrag am Mittwoch unterhielt ich mich mit ein paar Menschen darüber. Unter anderem mit einem befreundeten Bekannten aus meiner Jugend, den ich etwas mehr zwei Jahrzehnte nicht mehr gesehen habe. Er ist einer der Vielen, die ihr Profilbild hier auf Facebook mit dem Logo „Je suis Charlie“ ausgetauscht haben.
Sehr viele bekunden diese Bekenntnis wahrscheinlich nur weil es der Hype gerade vorschreibt; was verständlich ist und bestimmt nicht so bescheuert reflektiert wie sich einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf zu leeren. Einige werden „Je suis Charlie“ auch wirklich so meinen. Ich für meinen Teil kann mich damit nicht identifizieren und werde mich hüten mich als Charlie zu outen.
Ich liebe Satire und möchte in keiner Gesellschaft leben, die Satire nicht versteht und zu schätzen weiß.
Satura lanx, die mit Früchten gefüllte Schale; eben ein überspitzter humorvoller Text der auf einen Missstand hinweist. Wenige beherrschen diese absolute Kunst und wie es scheint, noch weniger sind fähig es zu verstehen.
Charlie Hebdo war respektive ist - die nächste Ausgabe sogar mit 1.000.000 - alles andere als Satire. Weder Spottschrift noch Pasquill. Charlie Hebdo war bisher nur provokant in einem nicht messbarem negativen Niveau. Charlie Hebdo ließ sich nur durch absolut niveaulose Bloßstellung von Andersgläubigen verkaufen; entsprechend war die „Leserschaft“. Deshalb werde ich nie „Je suis Charlie“ sein.

Ich hoffe ich muss nicht erklären, dass mir die angeblichen Karikaturen dieser Zeitschrift egal sind. Damit muss man leben können. Ich akzeptiere dass es Vollidioten gibt, die ihren Lohn aus solchen Mist ziehen; genauso wie ich akzeptiere dass es Politiker, Zuhälter und viele andere Berufe gibt.
Ich hoffe ich muss nicht erklären, dass ich es nicht akzeptiere wenn mit Gewalt gegen Meinung, Aussehen, Religion reagiert wird.

In Baga liegen Leichen im Gebüsch. Quasi vor unserer Haustür in der Ukraine, rund um Donezk, ist alles verwüstet und fast nicht mehr von Syrien zu unterscheiden. Die Menschen dort, Christen, frieren und hungern. How is that Rock'n'Roll!
Ich trauere um jeden Menschen der gewaltsam und durch Notstand (Hunger, mangelnde medizinische Versorgung etc.) aus dem Leben gerissen wird; sogar um die durch staatliche Macht hingerichtet oder zwangsverhungert werden. Ja, auch die unlängst in Paris ermordet wurden – aber mit Charlie Hebdo will ich nichts zu tun haben.
Montag 05. Januar, 2015

Nazi.ismus

Herr Lehrer und Frau Lehrerinnen (plural).
Ihr Unterricht straft sie heute Lügen. Damals erzählten sie uns, wie das damals alles passieren konnte.
Wo sind ihre Erklärungen heute?
Dem Volk ging es schlecht; hohe Arbeitslosigkeit, keine Perspektive. Und dann kam einer und versprach und alle folgten. Er ließ Autobahnen bauen und brachte Arbeit und Lohn.
Deutschland geht es, so sagt es voller Überzeugung zumindest der Bundesfinanzminister und seine Chefin, besser den je. Die Schwarze Null und Wohlstand, überall; während es in anderen Ländern bergab geht, geht es in Deutschland bergauf.
Herr Lehrer und Frau Lehrerinnen, was werden sie den Kindern in 30 Jahren erzählen, wenn sie fragen wie es sein konnte dass Abertausende bei PEGIDA Demonstrationen mitliefen, Asylheime brannten und Menschen auf offener Straße bei Applaus verprügelt wurden! Was werden sie ihnen erzählen, wenn die Kinder fragen, wie es zu den abertausenden ausländerfeindlichen Kommentaren in Sozialen Netzwerken und auf Zeitungsartikel kommen konnte!

Damals ging es dem Volk schlecht. Ich schrieb hier schon öfter, dass ich diesen Quatsch nie geglaubt habe. Vielleicht ist ein Müller oder Maier damals mitgelaufen, weil er für ein Stück Autobahntrasse Lohn und Brot bekam. Aber die Elite damals, die voraus lief und nicht hinterher, hatte keinen anderen Grund als die Überzeugung. Und so ist es mit AfD, NPD und PEGIDA und dem ganzen Schrott den es da draußen heute gibt genauso; die Menschen sind davon überzeugt und keine Mitläufer.
Was werden sie ihren Schülern erzählen?
Donnerstag 01. September, 2011

Neid

Und es begab sich, dass ein ansonsten guter Mann sich seines Nachbarn grämte. Denn alles was er erwarb und worauf er stolz war, wurde von seinem Nachbarn verdoppelt. Egal wie sehr er sich anstrengte seinen Nachbarn zu beeindrucken, dieser hatte nach kurzer Zeit, mehr als er.
Eines Abends rief Gott einen seiner Engel zu sich. Geh hin zu diesem da und erfülle ihm einen Wunsch. Er darf sich wünschen, was auch immer er will – auf dass sein Herz vom Neid befreit werde. So ging der Engel zu dem Mann und überbrachte seinen Auftrag.
Ich darf mir alles wünschen, egal was es ist und es wird erfüllt, fragte er erstaunt?
Alles, so hat es der Schöpfer befohlen, antwortete der Engel.
Dann will ich in mich gehen, damit ich diesen Wunsch nicht vergeude, sagte der Mann.
Du hast Zeit bis Sonnenaufgang, dann komme ich wieder und erwarte deinen Befehl, verabschiedete sich der Engel.
Der Mann dachte nach: Wenn ich mir ein größeres Haus wünsche, baut mein Nachbar sich ein größeres. Wenn ich mir mehr Kinder wünsche, wird seine Frau ihm noch mehr gebären, denn sie ist noch jung. Wenn ich mir ein Luxusauto wünsche, kauft er sich zwei. Wünsche ich mir 100 Mrd. Euro, wird er einen Weg finden 200 Mrd. Euro zu verdienen. Denn egal was ich habe, mein Nachbar bekommt das doppelte...
So dachte er die ganze Nacht nach und dachte und dachte ... bis der Engel ihm wieder erschien.
Nun, welchen Wunsch darf ich dir erfüllen, fragte er den Mann.
Am Besten, fing der Mann an zu antworten, am Besten wird es sein, du nimmst mir ein Auge!
Ich soll dir ein Auge nehmen wo du doch alles haben kannst was du willst, fragte der Engel erstaunt?
JA, antwortete der Mann! Denn egal was ich mir wünsche, wäre nicht genug um meinen Nachbarn zu beeindrucken. Nimmst du mir aber ein Auge, wird ihm zwei genommen...

Zufriedenheit ist keine subjektive Angelegenheit, sondern eine Schaukel der Gesellschaft. Zumeist, zumindest. Wohl dem, der lieber auf dem Boden steht als sich schaukeln zu lassen.

Ich? Ich hätte mir 2 Milliarden Euro gewünscht. Ist mir doch egal wie viel andere haben. ;-)
Montag 08. August, 2011

Auszug Kapitel 12

Das Einfachste in diesem Sinne, ist natürlich Atheist zu sein. Als Atheist, kapselt man sich ab und lebt gelassener. Man muss sich nicht um den Sinn des Glaubens kümmern und versuchen eine Wahrheit daraus zu machen.
Das Einfachste ist, Atheist zu sein. Natürlich nur in Europa. In Saudi-Arabien zum Beispiel, hat man nicht die Freiheit Gott zu leugnen. Man macht das ein Mal, wird ausgepeitscht. Man macht es zwei Mal, wird stärker ausgepeitscht. Beim dritten Mal, bekommt man den Kopf abgeschlagen, während das Volk zusieht. Siehst du, sagen sie dann zum Nebenmann während sie zusehen wie das Blut des Ungläubigen fließt, Gott gibt es doch, hätte er mal geglaubt! Und nachdem sie das sagen rufen sie Allahu akbar.
Stimmt Allahu akbar. Gott ist größer und nicht, wie oft angenommen und übersetzt, Gott ist groß. Allahu akbar, egal was du tust, wen du köpfst, was du glaubst, Gott ist größer, nur begreifen wirst du das nicht indem du Allahu akbar schreist während ein Mensch geköpft wird.
Das Einfachste ist es, Atheist zu werden. Der letzte Atheist – nicht im Sinne des letzten Mohikaners – mit dem ich sprach, erklärte mir, Atheist geworden zu sein, weil er diese Geschichten in der Bibel nicht glauben könne. Das kann nicht sein, diese Wirrwarr-Geschichten, sagte er, Ungeschichten, ich kann nicht an einen Gott glauben wie er in der Bibel beschrieben wird. Na Gott sei Dank, hast du den Koran nicht gelesen, antwortete ich, ansonsten hättest du den Koran dafür verantwortlich gemacht.
Das ist das Problem von vielen – und andere denken nicht darüber nach, und das ist wiederum deren Problem. Man liest die Bibel oder den Koran und nimmt das Ganze wörtlich, nicht sinnlich. 6 Tage, Adam, Eva, Schlange, Noah, Abraham, Lot, Moses etc. wörtlich. So gesehen muss man Atheist werden, wenn man klar bei Verstand ist. Ansonsten gehört man zu den Irren, die lächelnd von Jesus predigen, der für sie gestorben sei, oder zu den die sich TNT um den Bauch schnallen und in die Luft jagen, nachdem sie Allahu akbar gerufen haben.
Das einzig Wörtliche an der Tora, am neuen Testament und dem Koran, ist der Sinn. Der Rest sind Geschichten der Menschen die damals gelebt haben, und es nicht besser umschreiben konnten. Und alle die meinen, die Geschichten seien unwahr, weil's logisch nicht anders sein kann, sind genauso Trottel, wie die wörtlich daran glauben, daran glauben wollen.
Tatsächlich weiß man heute, dass viele beschriebenen Unglaublichkeiten wahr sein könnten. Den brennenden Busch gibt es wirklich. Ein Gewächs, das bevor es seine Samen schleudert, durch chemische Ausscheidungen – ätherische Öle -, etwaige Nachbarpflanzen quasi abfackelt um bessere Chancen auf Nachwuchspflanzen zu haben. Das ist nötig, bei der Wasserknappheit. Jeder Tropfen den eine andere Pflanze trinkt, fehlt dem eigenen Nachwusch.
Die Geschichte um die Teilung des Meers durch Moses, wird seit spätestens 2010 wissenschaftlich für möglich gehalten. Weht ein Wind mit einer bestimmten Geschwindigkeit über das Wasser, entsteht eine Schneise, an einer günstigen Stelle. Solche Stellen fand man am und im Nil und Totem Meer.
Die Auslöschung von Sodom und Gomorrha hätte tatsächlich so geschehen können. Seit – relativ - kurzem weiß man - dank einer sumerischen Tonscheibe dokumentiert - von einem Meteor, der – wie berechnet wurde – über den Alpen explodiert ist. Die dabei ins All geschleuderten Gesteinsbrocken, regneten im südlichen Gebiet des Toten Meers nieder. Eben dort wo Sodom und Gomorrha beschrieben wird.
Man fand sogar in der Nähe eine Kirche, die an einer Höhle gebaut wurde. Der Eingang der Höhle ist beschriftet mit, Ort an dem der heilige Lot Zuflucht fand.
So könnte man weiter machen, und sich wundern.
Nehmen wir an, Gott gibt es wirklich und die Geschichten in den Bibeln (Tora, Koran) seien Wahrheit. Der Mensch könnte die „Taten“ Gottes nicht so akzeptieren. Während der Gläubige akzeptiert dass ein Engel mit seinen Flügeln schlug und das Wasser teilte, versucht der Mensch den Wind zu berechnen, der nötig gewesen ist um das Meer zu teilen. Das ist wie, wenn du ein Beet umgegraben hast, dein Nachbar versucht das Werkzeug und die Kraft zu berechnen, die du dazu gebraucht hast. Und selbst dann wird er nicht glauben, dass du es warst, der umgegraben hat, sondern die Schaufel – wieso sie aber an genau der Stelle das tat, will er nicht wissen.
Wenn der Mensch an Gott denkt, versucht er an Magie zu denken, während Gott – wenn es ihn wirklich gibt -, diese Seite der Realität in Physik badete. Das Wort Gottes ist die Physik, das Gesetz dieses Universums. Und während wir in diesem Meer aus Physik existieren, ist er dahinter.
Donnerstag 16. Juni, 2011

Soldatokraten

Wer mich kennt, weiß dass ich das Soldatentun verabscheue.
Egal welche Massaker die Menschheit erlebt hat, die Ausführenden waren nicht Führer, sondern blind gehorchende Missgeburten in Uniform. Stalin, Hitler, Churchhill, Mao, Nixon, Sharon, Arafat etc. Alles Männer ohne Eier, aber einer Blutrünstigen Meute, die für ihre Taten noch geehrt werden.
Demo GriechenlandKeiner der genannten Männer (und es gäbe in der Liste noch etliche anzuhängen) hat sein Land verteidigt, sondern Massaker ausgelöst. Sie haben Orden verliehen und wurden vom Volk - das nicht minder Soldat ist - gefeiert.
Aktuell können wir auf der halben Welt Aufstände gegen die Staatsführung beobachten. Und überall werden Demonstranten von Uniformträgern verprügelt . Mag sein, dass wir in den arabischen Ländern ein Auge zu drücken, sind sie uns doch fern und nur Araber. Was aber im Mutterland Europas passiert, lässt das Blut in den Adern stocken. Dieses Foto, bringt mich zur Rage!
Dienstag 07. Juni, 2011

Meinung II

Auszug Wikipedia, Meinung: "Eine Meinung (von indogermanisch moino Wechsel, Tausch) ist die in einem Menschen bestehende subjektive Ansicht und Einstellung zu Zuständen, Ereignissen oder anderen Personen (rechtlich: Werturteil). ... Eine Meinung äußert sich in einer Aussage und ihre wesentliche Aufgabe ist die Bewertung oder Beurteilung, sie sagt aus, wie jemand etwas sieht."

2005 schob die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der dänischen Presse, eine Welle der Gewalt und nicht minder aggressiver Diskussionen vor sich her. Während die einen sich als Rächer berufen fühlten, sahen sich die anderen als Bewahrer der Meinungsfreiheit erkoren. Als die dänische Regierung zum Dialog bereit war, verloren die Medien das Interesse an der Angelegenheit und fast schlagartig verebbte Gewalt und Diskussionen. Beide Seiten wurden von Medien entsprechend gefüttert.
2003 war die Mehrheit der US-Bevölkerung davon überzeugt, Saddam Hussein sei ein Terrorist und der Krieg gegen den Irak gerechtfertigt. In derselben Zeit, war die Mehrheit der deutschen Bevölkerung vom Gegenteil überzeugt. Während die einen heute mehrheitlich nicht mehr hinter dem Irakkrieg stehen, haben es die anderen fast schon akzeptiert. Auch hier wurden beide Seiten von den Medien entsprechend gefüttert und geführt.
Das sind nur zwei Beispiele.

Ich sitze im Café und irgendwann fällt das Thema auf Griechenland. Die Griechen seinen selbst schuld, bekomme ich zu hören. Jemand hätte im Urlaub gesehen, wie die da unten schon seit Jahren auf pump leben würden. Mehrere Handyverträge, Flat-TVs etc., und niemand würde arbeiten. Sie hocken nur in Cafés und irgendwann muss doch die Blase platzen. Mein Versuch die Sichtweise meiner Gegenüber auf eine reale Ebene zu bringen, schlägt fehl, weil da ja dieser Jemand im Urlaub es mit eigenen Augen gesehen hat - ich wage es nicht “hätte“ zu schreiben. Banken und Spekulationsgeschäfte interessieren nicht. Irland, Portugal ... selbst schuld.
Später habe ich erfahren, dass in der Bild ähnlich berichtet wurde. Das Ganze nannte sich “Pleitegriechen“ und wurde sogar mit “dem mit 10.000 Euro dotierten „Herbert-Quandt-Medien-Preis“ auszeichnet“.

Ich ging immer davon aus, dass Menschen in meinem Umfeld - ich will das nicht örtlich begrenzen und schließe ich Internetbekanntschaften ein -, hinterfragen bevor sie eine Meinung bilden. Und mit diesem Hintergrund fand (und finde) ich es schön - zu sehen dass ein Mensch funktioniert ist schön -, wenn jemand hinter seiner Meinung steht und sie, solange er nicht vom Gegenteil überzeugt wird, argumentieren kann.
Leider fehlt meist die faktische Information, weil Medien heutzutage nicht informieren sondern nur skandalisieren.
Es reicht nicht dass ein Tornado oder eine Flut eine Stadt verwüstet, es muss ein Jahrhundert-Tornado und eine Jahrhundertflut sein. Jeder Waldbrand ist schlimmer als die vorher und während darüber berichtet wird, schlimmer als alle die noch kommen werden. Eine Ölkatastrophe ist nur solange interessant, wie sie nicht von der nächsten Jahrhundert-Katastrophe eingeholt wird. Ein paar Wochen später, kräht kein Hahn mehr danach. Spricht noch jemand über E10?
Spanische Gurken, Salat und Tomaten, haben Gott sei Dank keine Lobby. Ansonsten würden sie vor den Gerichtshof der Menschenrechte ziehen. Sprossen, sind's nun auch nicht mehr. Die Medien drängen auf Antwort und Menschen (ja, leider zählt auch der eine oder andere Politiker zu dieser Gattung) die sich gerne über die Medien definieren, geben allzu gerne und ebenso schnell eine Antwort.

Das Schlimmste an der ganzen Sache ist, die eigene Meinung nicht zu hinterfragen. Wenn meine Meinung nur durch einseitige Information gebildet wurde, ist sie nichts weiter als eine vergängliche Jahrhundert-Meinung. Und jeder der davon überzeugt ist, Bild lesen - damit sei nicht nur das Lesen der Bildzeitung gemeint, sondern auch das Sehen von TV Sendungen die ähnlich agieren - zu müssen um sich zu informieren, darf sich getrost etwas einbilden. Denn Schafe die lesen können, sind faktisch eine Sensation - getrieben von Schäferhunde als Medien, und Schäfer ist der Profit.
Montag 09. Mai, 2011

ichs sind

Philosophen lassen uns Menschen gerne wissen, wie der Mensch ist. Der Mensch ist ... etc. Wenn der Mensch das alles liest, ist er verwirrt. Daneben – der Verwirrung – ist der Mensch vor allem das, am Leben.

Das Leben ist die sonderbarste Angelegenheit. Nichts hätte - zumindest auf dieser Seite der Realität - Sinn, wenn der Mensch nicht am Leben wäre. Eigentlich sollten der Mensch jeden Menschen lächelnd begrüßen; hey, du hast es auch geschafft hier zu sein!
Jeder von uns ist ... lassen wir vermeintliche Außerirdische außer Acht - die Tatsache dass wir keinen Kontakt haben, zeugt davon dass es keine gibt -, einzigartig.

Und, ersetzbar.
Mittwoch 16. März, 2011

Atomarparteilichkeit

Japan zeigt der Welt, dass Sicherheit nur ein vages Maß ist.
Der Supergau ist nun eingetreten. Fukushima nimmt seinen bitteren Platz in der Geschichte ein.
Die Katastrophe in Japan spaltet auch Deutschland. Egal mit wem ich darüber rede, wird nach ein zwei Worten mit Parteifähnchen gewedelt. Die Tatsache der Katastrophe gerät in den Hintergrund und man ergreift Partei. CDU, SPD, Merkel, Gabriel, Die Grünen... Man stellt sich auf eine Seite und argumentiert gegen die andere. Das können wir alle gut – denn wir werden gerade weder verstrahlt noch müssen wir obdachlos durch verwüstete Straßen wandern.
Unsere Regierung reagiert täglich. In den ersten Tagen sprach man noch von Sicherheit. Röttgen und Merkel beschwichtigten das Volk, indem sie ihre Beschlüsse um die AKW-Laufzeitverlängerung vor die Tatsache der Japan-Katastrophe stellten. Grüne und SPD attackierten die Regierung, weil sie ihre Chance sahen sie bloß zu stellen. Alle hatten und haben sie recht: Die anderen handeln und sind falsch.
Tage später der angebliche und aktuelle Kurswechsel der Regierung. Die Laufzeitverlängerung wird ausgesetzt – für drei Monate. In Baden-Württemberg wird ein Meiler abgeschaltet – was nicht stimmt, denn das Ding wird lediglich herunter gefahren und bis Herbst gewartet. Danach geht es wieder ans Netz, weil Baden-Württemberg die daraus abgeworfenen Steuergelder braucht.
In der ganzen Zeit sprach man über Sicherheit - und jeder wusste Sicherheit für sein Fähnchen zu definieren. Während die eine Seite die Sicherheit der AKWs propagierte, wollte die andere Seite genau das Gegenteil belegen.
Fakt ist, die Diskussion um die Atomkraftwerke wird nicht erst seit Japan geführt. Weder die Risiken noch die Sicherheit sind erst seit letzter Woche bekannt. Das Herunterfahren von 7 AKWs ist zwar zu begrüßen, zeigt aber wie das Volk an der Nase herum geführt wird.
Das Abschalten zeigt vor allem eines: Deutschland kann auf diese Kraftwerke verzichten. Es besteht kein Stromengpass. Einzig die Energiekonzerne werden weniger Gewinn einfahren, weil sie den Markt mit Strom aus Alternativerzeugung (... dazu gehört auch Kohle) versorgen müssen. Bleibt das so, werden sie an der Leipziger Energiebörse die Strompreise angleichen, damit ihr Gewinn wieder steigt.
Die Argumente, dass die AKWs Deutschland mit (irgendwas von knapp unter 7) Milliarden Euro Steuern versorgen, zählen nicht. Das Geld wird dann anderer Stelle eingenommen.
7 AKWs auf die Deutschland verzichten kann. 7 AKWs, die unsere Regierung auf Sicherheit überprüfen will – obwohl sie vor nicht ganz drei Monaten deren Sicherheit zu bestätigen wusste. ...
Mir ist egal wer die Atomkraftwerke abschaltet. Denn früher oder später müssen wir darauf verzichten. Müssen, weil niemand eine Lösung für die Abfallprodukte der Atomkraftwerke hat. Machen wir so weiter, stapelt sich weltweit Atommüll – nicht heute, nicht morgen, aber in absehbarer Zeit, weiß niemand wohin damit. Die derzeitige Abhängigkeit wurde erschaffen, weil sich damit Geld verdienen lässt.
Die Politik muss die Energiekonzerne zwingen alternative Energiegewinnung zu schaffen. Derzeit schreiben aber die Energiekonzerne der Regierung vor, wie sie zu handeln haben – da sie, wie jeder Konzern es eben macht, ihre Gewinne maximieren will. Denn wir leben in eine freien Marktwirtschaft.
Irgendwann schrieb ich hier, dass man Energie und Nahrung von der Marktwirtschaft abkoppeln muss. Energie und Nahrung gehören nicht an die Börse sondern in Staatsgewalt.

Und nur weil die Japaner nicht schreien, heißt das nicht dass sie nicht leiden. Und nur weil es uns nicht passiert ist, heißt das nicht, dass wir besser sind. Würden wir obdachlos, unter Strahlenregen nach unseren Verwandten buddelnd, immer noch unsere Partei loben oder nach einer Lösung suchen?
Mittwoch 09. März, 2011

Religion und Glaube

Für Wolf-Dieter und jedem den es gefällt:

Der Legende nach, lebte vor sehr vielen Jahren ein Mann in einer bekannten Stadt, der für seine Gelehrsamkeit bekannt und geschätzt war. Er kannte jedes Buch seiner Zeit und war nie scheu, sein Wissen zu erweitern. Je mehr er las, desto gläubiger wurde er. Eines Tages fand er in einem alten Buch geschrieben, dass derjenige mit dem reinsten Glauben über Wasser gehen könne. Er beschloss durch die Welt zu ziehen, um diesen reinen Glauben zu finden.
Auf seine Reise kam er durch verschiedene Länder, lernte und lehrte. Verglich und erweiterte sein Wissen. Aber was er auch tat und wie er auch forschte, er konnte nicht über Wasser gehen. So zog er immer weiter, im Glauben, dass er noch nicht genug wisse und der Hoffnung, dass Gott ihn führte.
Eines Tages führte sein Weg entlang eines breiten Flusses, der Wüste und Grasland trennte. Da er auf der öden Seite ging und den Fluss nicht überqueren konnte, folgte er dessen Lauf. Irgendwann werde ich wohl einen Übergang finden. In der Abenddämmerung wusch er sich und betete, so wie er es gelernt hatte und es täglich tat.
Nach seinem Gebet vernahm er undefinierbare Schreie. Er sah ein Wesen, das mehr einem Affen glich als einem Menschen, wie dieser sich im Flussbett wälzte, an seine Haaren zerrte, mit Schlamm und Sand um sich warf, die Hände in den Boden stampfte und dabei tierische Schreie von sich gab. Ängstlich beobachtete er dieses Wesen, dass nach einer Zeit sich plötzlich ans Ufer saß und tat als sei nicht geschehen. Unser Gelehrte sah, dass es ein Mensch war. Verwahrlost, unbekleidet und verdreckt. Er trat langsam näher grüßte und fragte sanft oder er ihn verstehe. Zu seinem Erstaunen grüßte der Wilde ebenso sanft in seiner Sprache zurück und gab an ihn zu verstehen.
Darf ich dich fragen, was du da eben getan hast, fragte der Gelehrte?
Was meist du, fragte er Wilde erstaunt zurück?
Eben, als du geschrien und dich am Boden gewälzt hast. Hast du vielleicht Schmerzen, spekulierte der Gelehrte?
Ach das - du weißt es nicht? Nein ich habe keine Schmerzen. Ich betete zum Schöpfer, so wie ich jeden Tag mache, antwortete der Wilde erstaunt. War das denn nicht richtig?
Es stellte sich heraus, dass der Wilde als Kind von einer Karawane verloren wurde. Seitdem lebte er hier am Fluss und wartete in der Hoffnung wieder gefunden zu werden.
Der Gelehrte begriff dass Gott ihn hierher geführt hatte, um diesen Menschen zu lehren und zu retten. Also brachte er ihm alles bei, was dieser brauchte um in einer Gesellschaft zu leben. Er wusch ihn, schnitt ihm die Haare, gab ihm Kleidung und lehrte ihn, wie man zu Gott betete. Dieser sog alles auf und war nach ein paar Tagen nicht wieder zu erkennen. Der vormals Wilde entwickelte sich zu einem schönen Jüngling.
Als Dank baute er dem Gelehrten ein Floß, damit der ans andere Ufer gelangen konnte. Denn der Gelehrte wollte seinen Weg weiter gehen. Er selbst aber, wollte den Weg gehen, den der andere gekommen war.
Der Gelehrte hatte schon ans andere Ufer angelegt, als er sah, dass der Jüngling ihm etwas zu rief. Er konnte ihn aber ob der Ferne nicht verstehen, und machte das durch Zeichen deutlich. Da lief der Jüngling zu ihm rüber und sagte, er habe vergessen, wann und wie er das Morgengebet zu verrichten habe und es täte ihm Leid ...
Geh zurück und bete, wie du es selbst am Besten hältst, gab der erstaunte Gelehrte zurück.
Am Abend saß er am Lagerfeuer und konnte an nichts anderes mehr denken als an den Jüngling, der einfach über das Wasser gegangen war.
Wie, Gott, konnte der Junge das machen? Wie kann dieser den reinsten Glauben haben? Ich habe alle deine Propheten gelesen, alles was sie lehrten gelernt. Bin immer deinen Weg gegangen und habe deine Gesetze eingehalten. Wieso kann ein ungelehrter Wilder über Wasser gehen ... und ich nicht?!
In der Nacht träumte er, wie Gott zu ihm sprach: Du, Gelehrter, hast alles Wissen um mich aus Büchern gelernt. Dein ganzes Leben, lerntest du von anderen dass es mich gibt, folgtest den Propheten. Du konntest nicht umhin als an mich zu glauben. Jener den du Wilder nennst, fand mich selbst. Und wie er zu mir betete, war und ist reiner als wie du es gelernt hast.
Dienstag 01. März, 2011

Von und zu Guttenberg

Der Bundesminister für Verteidigung ist zurückgetreten. Ein Schritt der nicht zu vermeiden war, nach allem was zu Tage kam.

Es geht hier nicht um Sympathie oder nicht, weder persönlicher noch politischer Natur. Denn Sympathie ist eine sonderbare Sache. Meist wird sie empfunden ohne wirklich begründet werden zu können. Herr zu Guttenberg spaltet die Nation, die er jahrelang getäuscht hat.
Als Politiker konnte man ihn vorzeigen – obwohl ich ihm auch hier nicht viel zuspreche. Denn geleistet hat er nicht mehr als andere. Als die Plagiatsvorwürfe noch solche waren – nämlich Vorwurf – zeigte er was er am Besten kann. Schnell mal zu den Soldaten fliegen um positive Presse zu schaffen. Leider hat es dann nicht funktioniert. Leider, weil ein Mann in seiner Position es überhaupt versucht hatte.
Trotzdem war und vielleicht ist, Herr zu Guttenberg einer der besten Politiker aus seinen Reihen gewesen. Und am Ende haben ihn seine eigenen Reihen zu Fall gebracht. Denn – und das ist meine persönliche Meinung ohne Quellangabe – dieser Doktortitel ist nicht auf seinem Mist gewachsen. Zu Guttenberg hatte bekanntlich viel zu schlechte Noten um überhaupt daran zu denken.
Er hatte alles was er brauchte. Adlig, schneidig, sympathisch. Er konnte reden – konnte, weil er in seinen letzten Reden bewiesen hat, dass er das nicht mehr kann und nur noch dummes Zeug redet. Er habe am Wochenende seine eigene Arbeit intensiv gelesen und gravierende Fehler entdeckt. Hatte er sie denn ohne vorher intensiv zu lesen abgegeben? -, er war sich nicht zu gut um zu sagen, was das Volk hören wollte und seine sturen Parteifreunde nicht zu sagen trauten. Er sagte Afghanistan und Krieg in einem positiven Satz. Herr zu Guttenberg hätte vollkommen gereicht, um Ministerpräsident von Bayern oder Kanzlerkandidat zu werden. Um Frau Dr. Merkel vom Stuhl des Dr. Kohls zu sägen, hätte er keinen Doktortitel gebraucht – seine Wähler hatte er auch ohne hinter sich.
Gewisse Kreise, kennen wir alle und die hat jeder. Fast jeder. Man weiß wie das läuft. Das fängt beim (behalten des) Führerschein(s) an und hört beim Waffenschein auf. Darüber brauchen wir nicht diskutieren – das ist üblich und semilegal. Zu Guttenbergs Kreise haben es zu gut mit ihm gemeint und ihn übers Ziel hinausgeschossen. Ins Aus.

Zumindest vorerst.
Montag 03. Januar, 2011

2011

Happy new Year!
Natürlich wünscht man sich untereinander das Beste für das neue Jahr. Der kalendarische Jahresbeginn ist symbolisch wie das Ankleiden frischer Klamotten. Leider vergisst so mancher bevor er in seine neuen Kleider schlüpft, zu duschen.
Außen hui, innen pfui - und das Ganze mit einem schönen Lächeln. Spätestens im Frühjahr, wenn die Temperaturen wieder steigen, fängt das Stinken von neuem an - und man wünscht(e) sich, dass «neue» Jahr sei schon wieder vorbei.
Bilanz. Das ist ein schönes Zauberwort und besser als (ungeduscht) in neuen Klamotten Clown spielen. Was habe ich getan, und vor allem, geht es mir dadurch besser?
Zwei simple Fragen, die jeder für sich beantworten mag - außen vor, wie es anderen Menschen dabei geht. Zwei Fragen die Ego- und Altruist gerecht werden.

In diesem Sinne, ein gesundes und - wie bemessen auch immer - erfolgreiches Jahr 2011!
Montag 13. September, 2010

Gendefekt

Mein Leben lang, wurde mir gesagt wie ich bin. Dank Herrn Sarrazin (wörtlich, "der aus dem Osten kam"), weiß ich jetzt auch warum. Meine Gene sind defekt. Denn ich bin Moslem.

Ich dusche täglich. Trage täglich frische Unterwäsche. Ich wasche mir nach jedem Stuhlgang mit Wasser und Seife den Hintern. Ich verlasse nie das Haus ohne meine Zähne geputzt zu haben. Ich schneide meine Finger- und Fußnägel. Ich bin Moslem.

Ich habe etwas über 700 Bücher, und jedes Mal wenn ich die ersten Zeilen aus Don Quichotte lese, muss ich lächeln und weinen. Ich liebe Guareschi für seine Geschichten um Don Camillo, und Shakespeare, Dostojewski, Tolstoi, Goethe, Dickens, Heine, Gibran, Ende und so viele mehr. Ich hab die Bibel, den Koran und den Babylonischen Talmud gelesen. Ich bin Moslem.

Ich habe in Deutschland studiert, und liebe die Sprache. Ich lese und sehe täglich Nachrichten. Ich liebe die Physik und die Philosophie, interessiere mich für Politik, Psychologie, Geschichte und verschiedene Kulturen. Ich bin Moslem.

Ich kann ohne Musik nicht leben. Ich liebe Klassik und hätte gern mit Tschaikowsky geredet, liebe guten Rock und ebensolchen Pop. Ich bin House, innerlich Electro und weine zu alten türkischen Liedern. Ich bin Moslem.

Ich kann nachts nicht schlafen, wenn ich jemanden übervorteilen musste. Ich gehe nie an einem Bettler vorbei ohne ihm etwas zu geben – auch wenn ich weiß, dass er vielleicht mehr in der Tasche hat als ich. Wenn ich weiß, dass jemand in meinem Umfeld hungert, kaufe ich für ihn ein. Ich spende monatlich der UNICEF, weil ich hoffe, dass dadurch Kindern in aller Welt geholfen wird. Ich bin Moslem.

Ich habe am 11. September 2001 geweint. Ich bin Moslem.

Immer wieder treffe ich Menschen, die mir sagen, dass ich kein Türke bin. Sie irren. Denn ich bin Türke, Moslem, für einige sogar Mensch und für wenige ein Freund.

Und meine Gene, gehören mir.
Freitag 03. September, 2010

Wünsche

In alten Zeiten, war ein Prophet im ganzen Land bekannt und geehrt.
Eines nachts schickte Gott einen seiner Engel zu dem Propheten, um folgenden Auftrag zu übermitteln: Er solle in einem bestimmten Dorf, einen bestimmten Mann aufsuchen und ihm sagen, dass Gott ihm drei Wünsche erfüllen werde. Der Prophet übermittelte die frohe Botschaft gleich anderntags dem Glücklichen.
  Aber wisse gut mit deinen Wünschen umzugehen, gab er dem Mann als Rat, es werden dir alle Wünsche erfüllt.
Als der Prophet das Haus verließ, kann die Frau des Hauses und wollte wissen, was der Geehrte denn gewollt habe.
  Nichts, er wollte mich nur besuchen, antwortete der Mann.
  Das kann nicht sein, sagte die Frau, der Prophet kommt nicht einfach nur zu Besuch ohne ein Anliegen. Da steckt doch etwas dahinter!
Der Mann wollte nicht ganz mit der Wahrheit herausrücken und drückte sich in verschiedenen Ausreden. Als aber die Frau nicht nachgeben wollte, erzählte er ihr, was ihm der Prophet überbracht hatte.
  Du wirst doch nicht alle drei Wünsche NUR für dich verschwenden, sagte sie daraufhin gleich.
  Ich weiß noch nicht was ich wünschen soll, gab der Mann zurück, denn ich soll mit bedach...
  Was heißt hier, ich weiß noch nicht, schrie die Frau ihn an! ICH koche, putze für dich! ICH pflegte dich, als du krank warst. ICH habe meine Jugend für die verschwendet! ICH war immer an deiner Seite und DU WEISST NICHT WAS …
  Also, unterbrach der Mann sie, sag was du dir wünscht und ich will es so tun!
Die Frau hielt sich selbst nicht für allzu schön und war schon immer neidisch auf die jungen Frauen gewesen. Deshalb wünschte sie sich, die Schönste der Welt zu sein. Und so betete der Mann in der Nacht, Gott solle seine Frau zur schönsten der Welt machen. Am nächsten Tag war die Frau nicht wieder zu erkennen. Wer sie sah, verneigte sich vor solcher Schönheit; was die Frau genoss.
Nach ein paar Tagen war die Frau dem Mann über.
  Sieh mich an, sagte sie. Ich bin so schön und du so hässlich! Was will ich mit dir noch leben, wo ich Könige als Gatten haben kann?! Morgen will ich dich verlassen...
In der Nacht betete der Mann in seiner Wut und Verzweiflung, Gott solle seine Frau zur hässlichsten Frau der Welt machen. Was Gott natürlich erfüllte.
Nach ein paar Tagen, konnte er sie nicht mehr ertragen. Denn er ekelte sich vor soviel Hässlichkeit. Also betete er, Gott solle seine Frau wieder so machen, wie sie war, damit sie wieder glücklich würden.
So hat der Mann, dem drei Wünsche von Gott gewährt wurden, diese für nur eine Frau verschwendet

Und die Moral von der Geschichte? Frag nie eine Frau was sie sich wünscht, sondern kauf ihre Stühle. Und das versteht nur jemand, der den Film »Phenomenon – Das Unmögliche wird wahr« gesehen hat.
Dienstag 17. August, 2010

Street-View

Wer nicht isst kann nicht scheißen – so wohl einer der ältesten Weisheiten der Menschheit. Eine nicht minder alte und ebensolche Weisheit sagt: Der Mensch wird motzen, sobald er die Möglichkeit dazu bekommt. Und schon sind wir beim Thema: Google Street-View.

Google Street-View Gegner gehen an die ÖffentlichkeitDer Deutsche hört nicht gern', dass er global gesehen eher ein Hinterwälder ist. Er selbst sieht sich auf dem Gipfel der Technik. Exportland Nummer eins. Und mit Glück, hat der Bauer im Dorf sogar «Netz» – neudeutsch ausgedrückt.
Die Wahrheit ist aber eine andere. Deutschland ist in Puncto Datentechnik eher Schlusslicht. Wir haben nämlich das Internet verschlafen und jagen hinter her. Weil wir nicht ankommen, versuchen wir das Internationale Netz an unsere Gesetze anzupassen – anstatt andersherum – und stellen nicht den Nutzen in den Vordergrund. Heißt, Deutschland ist nicht «mitgewachsen» und versucht die «IT-Welt» nun auf ihr Niveau zurück zu stoßen.
Es ist nicht so dass das Volk das Internet nicht annehmen will, sondern dass man ihm den Nutzen einfach durch populistische Diskussionen madig macht. Vor ein paar Jahren gingen Journalisten – der Begriff Journalist ist ja im Grunde selbst eher lächerlich, besagt er nichts weiter als dass der Träger Texte veröffentlicht und sich selbst für einen Redakteur hält - auf Blogger los. Sie fühlten sich angegriffen und griffen zurück. Das Internet war böse und die Nachteile wurden aufgepeitscht. Heute ist jeder Journalist ein Blogger, und niemand hadert mit den Ausgepeitschten. Der propagierte Weltuntergang der Nachrichtenwelt ist ausgeblieben.
Es ist noch nicht lange her, da war ein Navigationssystem noch das Highlight auf jedem Dia-Abend. Während Nichtbesitzer mit Argumenten – wer braucht schon ein Navi – dagegen hielten. Heutzutage ist ein Navi fast schon Grundausstattung in jedem Fahrzeug. In nächster Zeit werden weltweit neue Navigationssysteme auf den Markt gebracht. Und eben da bietet Google Street-View ungeahnte und kostenneutrale Möglichkeiten – die, ich bin mir da sicher, dann auch von den Motzern gern genutzt werden.
An dieser Stelle erwartet man vielleicht dass ich eben diese Möglichkeiten aufzähle. Aber ich denke nicht dass ich das muss – schon gar nicht um Motzern eine weitere Plattform zu bieten. Unsere Bundesregierung wird sich bald mit dem Thema befassen.
Das Beste sind aber diese Damen und Herren – siehe Bild oben -, die erbost über Street-View an die Öffentlichkeit ... ja was? ... gingen? ... gezerrt wurden? ... Jedenfalls sind sie in der Reihnischen-Post vor ihren Häusern abgebildet zu sehen.
Noch Fragen, Kienzle?

image via rp-online.de
Sonntag 13. Juni, 2010

Vuvuzela

So funktioniert die Welt. Gib dem Menschen die Möglichkeit seine Dummheit unter Beweis zu stellen, und er wird es tun. Und die Fußballweltmeisterschaft 2010 beweist, dass die Mehrheit der Menschen dumm ist. Denn wenn einer an einer Ecke seine Notdurft verrichtet, findet sich gleich darauf ein weiterer, und so weiter. Bis irgendwann an dieser Stelle eine öffentlich Toilette gebaut wird, weil sich jeder darüber aufregt, dass man hier auf offener Straße pinkeln muss. Das Ganze nur, weil dumme Menschen das tun was andere dumme Menschen machen. Dummsein ist eine kollektive Angelegenheit - selbst  C.G. Jung sprach vom Kollektivbewusstsein.

Man will ja immer etwas Neues haben. So auch bei dieser WM - und kulturbezogen wie man so ist, sucht man im Gastgeberland nach deren Gepflogenheiten. Gefunden hat man nicht viel, in Süd-Afrika. Außer dass man sich dort gern auf offener Straße abmurkst, verjagt man Raubtiere mit der Vuvuzela. Aus dem Abmurksen kann man natürlich nicht viel herausschlagen, aber aus den Vuvuzelas. Und zack, finden sich in Deutschland zwei Vollpfosten die die Dinger Stadiongerecht - nämlich aus Kunststoff und dreiteilig – in allen möglichen Nationalfarben produzieren und sich eine goldene Nase daran verdienen. Und zack, hat jeder Depp im Stadion eine solche Tröte und es ist ihm kollektiv egal was da auf dem Rasen passiert - er trötet, kollektiv. Und zack, wir anderen - die kollektiv zu Hause geblieben sind - hören bei der Leichenschau (so würde Public-Viewing nämlich wirklch übersetzt heißen) ein Dauertröten.

So funktioniert die Welt. Gib dem Menschen die Möglichkeit seine Dummheit unter Beweis zu stellen, und er trötet sie kollektiv zur Schau.

Samstag 05. Juni, 2010

Maria Bögerl

 War's gestern noch Vermutung, ist es heute Gewissheit. Frau Maria Bögerl ist tot - die Leiche wurde gerichtsmedizinisch identifiziert. Mein Beileid an alle Hinterbliebenen!
Wie immer bei solchen Geschichten, hatte und hat jeder etwas dazu zu sagen. Kaum war die Entführung bekannt geworden, spekulierte die Bevölkerung. Die einen "wussten" dass sie getürmt sei, die anderen meinten ihr Mann hätte das Ganze geplant. Nach ein paar Tagen "wusste" man, dass sie entweder irgendwo im Ausland den Lenz feiert oder schon tot ist. Aus den beiden letzten Sätzen ist jeweils die letzte Aussage wahr.
 Ein paar Fakten - die man über die Medien mitbekam:
1. Die Lösegeldsumme von 300.000 Euro. Klingt im ersten Augenblick nicht sehr suspekt, ist es aber.  
2. Die verspätete Lösegeldübergabe. Herr Bögerl ließ sich Zeit, den Betrag zu besorgen - die Polizei war zu dem Zeitpunkt (entgegen ersten Berichten) schon involviert.
3. Das abgestellte Fahrzeug der Maria Bögerl am Kloster Neresheim.
4. Ein Satz aus dem Schreiben, mit dem sich Herr Bögerl an die Medien (zuerst Radio, später TV) wandte: "... geben sie uns meine Frau, unsere Mutter zurück".
5. Die TV Aufzeichnung, mit der sich die Familie an die Medien wandte, zeigt deutlich, dass Herr Bögerl lügt.

 Lassen wir Punkt 1 und 2 (noch) bei Seite. Punkt 3 ist sehr interessant; Ich denke, ich muss nichts weiter dazu sagen. Warum sagt er das, denkt man sich bei Punkt 4. "Geben sie uns meine Frau, unsere Mutter zurück." Würde ein Mann und Vater der Angst um seine Frau hat, so etwas und in dieser Reihenfolge sagen?

 Punkt 5 werden Psychologen das besser als ich es könnte ausgewertet haben. Jeder mit dem ich über dieses Video geredet habe, ist erschüttert von dem Leiden der Familie. Ich sehe nur dass die Kinder leiden. Herr Bögerl hat eher Angst um sich als um seine Frau.

 Wahrscheinlich war die Ehe schon lange zerrüttet. Entweder hatte Maria Bögerl oder beide Ehepaare ein außereheliches Verhältnis. Nach Außen hin darf natürlich niemand davon etwas mitbekommen - aber als das Ganze nicht mehr aushaltbar ist, einigt man sich auf die Entführungsgesichte. 300.000 Euro darf ein Sparkassenvorstand maximal ohne weiteres abheben. Die Rahmengeschichte hierzu ist nebensächlich - bis auf die Tatsache dass Herr Bögerl am Ende nasse Hosen bekommt - oder er handelte einfach nur kaltblütig.

Wahrscheinlich sollte das Ganze schlicht und einfach ablaufen. Maria Bögerl und ein Handlanger - ihr Verhältnis? - ziehen mit der Entführungssumme ab, Herr Bögerl meldet das Ganze nach einer Karenzzeit der Polizei. Als aber es so läuft wie es gelaufen ist, sieht sich der Handlanger über den Tisch gezogen und tötet Maria Bögerl.

Schade dass ein Mensch sterben musste, nur weil ein anderer Gesicht und Posten wahren wollte.

Wie auch immer die Geschichte zu Ende geht, die Sparkasse Heidenheim wird sich nach einem Ersatz für Herr Bögerl umsehen müssen.

Samstag 13. Februar, 2010

Ficken

Gott hat den Menschen erfunden, weil er es konnte.
Hätte ich auch, wenn ich Gott wäre. Ja auch Hitler, den Wichser – und Gott sei Dank war er ein Wichser. Denn wenn er es nicht gewesen wäre, hätte er getan was das Thema hier ist: Ficken.

Ficken kann jeder geschlechtsreife Mensch, und wie es scheint, macht das auch jeder. Auch wenn man das bei dem einen oder anderen nicht glauben will, muss man es. Denn Kinder fallen nun mal nicht vom Himmel – auch nicht die von asozialen und oder dummen Menschen. Die meisten Kinder werden auf diese Welt geworfen, weil zwei Menschen tun was jeder kann; eben ficken.
Man sollte Alkoholiker, Drogenabhängige und Vollpfosten sterilisieren, denn auch wenn man ihnen Kondome und sonstige Verhütungsmittel kostenlos zur Verfügung stellte, würden sie es nicht nutzen. Sie zu bitten, nicht zu ficken würde auf taube Ohren stoßen.

Und bevor jetzt jemand schreit und «prangert», sollte er darüber nachdenken welch' Schicksal Kinder solcher Eltern durchleben - wenn sie es überleben -, bevor sie selbst geschlechtsreif werden und das tun was jeder kann – ficken.

Ich schreibe das weil diese Woche ein 2 Jähriges Baby gestorben ist. Die Mutter hängt an der weißen Nadel, der Vater ist das unberechenbarste Arschloch das man sich vorstellen kann. Der kleine Mensch hatte keine Chance. Es starb nach langem Kampf an Organversagen.
Donnerstag 28. Januar, 2010

Bei Kälte ausgesetzt

Auszug Yahoo-Nachrichten (via dpa): Königs Wusterhausen (dpa/yahoo!) - Eine Schaffnerin der Deutschen Bahn hat eine 16-Jährige in der kältesten Nacht des Jahres im brandenburgischen Königs Wusterhausen aus dem Zug gewiesen. ... Die Zugbegleiterin ließ sich nicht erweichen und warf das Mädchen in der Nacht zum Mittwoch kurz vor 22.00 Uhr aus der Bahn. ... Das Mädchen musste in der laut Deutschem Wetterdienst bisher kältesten Nacht des Jahres - um Mitternacht herrschten in der Region minus 19 Grad - bei bereits geschlossenem Bahnhof rund eine Stunde ausharren, bis sie abgeholt werden konnte.

Lassen wir mal den Vollpfosten im Dienst beiseite. War da niemand anderer in der Bahn der dem Mädchen 2 Euro geben konnte?
Mittwoch 27. Januar, 2010

27. Jan. 1945

Auszug Wikipedia: Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus. Es wurde 1941 drei Kilometer entfernt vom Stammlager Auschwitz I gebaut und befand sich nahe der Stadt Auschwitz im nach der militärischen Besetzung Polens errichteten Landkreis Bielitz. ... Zuerst wurde das Hauptlager Monowitz am Vormittag des 27. Januar 1945 durch die sowjetischen Truppen (322. Infanteriedivision der 60. Armee der I. Ukrainischen Front unter dem Oberbefehl von Generaloberst Pawel Alexejewitsch Kurotschkin) befreit. Von den dort zurückgelassenen Gefangenen – die Angaben reichen von 600 bis 850 Personen – starben trotz medizinischer Hilfe 200 in den Folgetagen an Entkräftung.
Das Stammlager und Auschwitz-Birkenau wurden – auch durch die Soldaten der 322. Division – schließlich am frühen Nachmittag des 27. Januar befreit.


Heute vor 65 Jahren! Man sollte es feiern und weinen.
Montag 25. Januar, 2010

Hilfe

Dass Menschen in Katastrophengebieten Hilfe brauchen, wird wohl von jedem ohne Gegenrede akzeptiert. Haiti zeigt ein Mal mehr, wie sehr das Gefüge einer Gesellschaft aus den Angeln gehoben wird, wenn eine Infrastruktur zusammen bricht. Aber nicht Haiti ist hier das Thema – an anderen Stellen wird darüber ausführlicher geschrieben, als dass ich das hier könnte.

Außerhalb der Katastrophen ist das Leben in den wörtlich armen Ländern nicht weniger katastrophal. Hunger, mangelnde Bildung und unzureichende medizinische Versorgung sind alltäglich. Wenn es die paar Hilfsorganisationen nicht gäbe, würden täglich nicht minder Menschen sterben, als dass ein Erdbeben wie das auf Haiti aktuell fordert.
Es ist aber nicht so, dass diese Länder wirklich arm sind. Ein Beispiel ist der Kongo. Fruchtbares Land, schöne Wälder. Während die Menschen dort vor die Hunde gehen, werden die Wälder ausgebeutet. Die Bevölkerung klagt über mangelnde Hilfe, die ihnen versprochen wurde. Und genau da ist das Problem – das warten auf Hilfe.
Der Mensch hat es verlernt für sich selbst zu sorgen. Man wartet lieber auf Gelder, ohne selbst zu handeln. Ein Bretterverschlag, das als Schule dient, hat kein Dach. Schuld sind mangelnde Gelder. Keiner der Dorfbewohner kommt auf die Idee selbst Hand anzulegen, sondern wartet bis die Regierung oder ausländische Hilfsorganisationen Mensch und Maschinen zur Verfügung stellen. Das ist nur ein kleines Beispiel – denn überall in Krisengebieten ist dieselbe Situation. Man wartet, klagt und geht vor die Hunde.
Die Menschheit hat den Menschen überlebt. Wir haben es verlernt für uns selbst zu sorgen. Die ganze Welt arbeitet nach demselben Prinzip, stützt sich auf dieselben Säulen. Abgesehen von einer handvoll Menschen im Amazonas – wenn überhaupt -, ist keine Gruppe mehr fähig autark zu überleben. Wir sprechen zwar von verschiedenen Kulturen, sind aber alle gleich.
Und weil das so ist, müssen die paar Privilegierten eben geben, damit die anderen die das Pech hatten ärmer geboren zu sein, in unserem System überleben können. Denn es gibt kein anderes System mehr als das unsere: Das System der Abhängigkeit.
Donnerstag 07. Januar, 2010

Avatar!

Wenn man ins Kino geht, will man Cinema erleben. Das heißt, gute Unterhaltung - außer, manN schraubt gerade an einer Frau herum und meint, ihr im Kino näher sein zu können als im Café oder anderen Lokalitäten.

KinoplakatAvatar wollte ich natürlich sehen, eben weil «jeder» davon positiv sprach. Bestimmt ein Erlebnis, dachte ich. Was ich aber dann erlebte war mehr als das. Avatar ist bisher das Beste was ich im Kino sah. Von der ersten Minute bis zum Abspann war ich fasziniert. Und damit meine ich nicht den tollen Nebeneffekt der 3D-Technik, sondern die Geschichte die dort auf der Leinwand erzählt wird.
Nach dem Film sagte ich, wenn Gott mich liebt und es gibt ein Leben nach dem Tod, werde ich als Na'vi auf Pandora ein paar schöne Jahre erleben. Selbst Tage danach wünscht und fragt man sich, was mache ich hier, warum bin ich nicht dort?!
James Cameron ist damit etwas bisher unschlagbares gelungen. So muss Cinema sein. Wer Avatar nicht gesehen hat, hat noch nie Kino erlebt. Alles stimmt. Natürlich versteht man die Hiebe Camerons, wenn er die Na'vi im Dialekt der US-Ureinwohner reden lässt.

Als ich danach auf der Toilette war, wurde ich Zeuge schwäbischer Dummheit. Dort waren Vater Sohn und zwei Bekannte, die den Film ebenfalls gesehen hatten. Der Vater meinte zum Sohn, da «war bestimmt nicht viel 3D». Am Anfang hätte es nur ein paar Mal geflimmert, es wäre also ganz gut gewesen auf die Brille zu verzichten. Ich wollte schon etwas wie «du Vollpfosten» ausrufen, lachte aber nur. Verstanden haben sie es nicht. Trottel. Achterbahn fahren mit verbundenen Augen.

Wer Avatar noch nicht gesehen hat, sollte sich die Zeit nehmen!

image via movie-infos.de
Dienstag 01. Dezember, 2009

Menschinnen

Ich mag zum Kaffee zurzeit, morgens zwei Schoko-Kekse genießen. Das reicht mir dann als erstes Frühstück, und ist genau richtig zu den Nachrichten.
Leider vergesse ich es immer wieder mir zur rechten Zeit Nachschub zu «holen». Das heißt, es passiert dass es immer wieder nur Kaffee zu den Nachrichten am Morgen gibt. ... Schlimme Sache.

Und als ich das heute Morgen auf Facebook verlauten ließ, dass ich keine Schoko-Kekse habe, ... wusste ich nicht dass zwei liebe Menschinnen unabhängig voneinander mir je einen Zylinder leckerste Schoko-Kekse ins Büro bringen werden.

Wie herrlich ihr seid! Die besten Besten Menschinnen der Welt! :-)
Mittwoch 28. Oktober, 2009

Hermes

Ich denke ich werde einen Hermes-Vesand Subunternehmer auspeitschen. Etwaige Mordgedanken hatte ich nur zwei Sekunden. Auspeitschen ist wahrscheinlich effektiver.

Jemand eine Peitsche übrig? Ich bräuchte sie nur ein paar Tage.
Über Gegenleistungen müssten wir im Vorfeld einig werden.
Freitag 23. Oktober, 2009

Thank God, it's Friday!

Exzellent. Genau so würde ich es beschreiben, wenn ich es beschreiben würde.

Es tut gut zu sehen, dass gute Menschen wirklich ihre Belohnung bekommen. Ein guter Freund, erlebt gerade seinen zweiten Frühling. Er hat es verdient! Er hat es wirklich verdient!
Dienstag 06. Oktober, 2009

Blaualgisch

Schlimm. Begreift man dass alles Lebendige auf diesem Planeten nach der Blaualge, auf dem Verzehr anderer Lebensform basiert, fragt man sich, wer so bescheuert war und den Traum vom Paradies erfand. Der Idealismus steht auf dem Moorast seiner selbst. Friss oder stirb - Die Hauptroutine Gottes Programmierung.
So ist wohl die Blaualge das einzig edle Leben, das man kennt.
Dienstag 29. September, 2009

Harr.ach

Bekkay HarrachIst schon jemandem aufgefallen dass Bekkay Harrach eher wie ein jüdischer Rabbinerschüler aussieht, als ein islamischer Terrorist?

Außerdem ist fraglich, wie dieser Herr zum Bundesadler auf seinem Personalausweis kam.
Montag 28. September, 2009

Polanski

Na endlich ist der Polanski in Haft.

Wurde Zeit!
Dienstag 18. August, 2009

Sie.Die

Ich begegne ihnen überall, ihr auch. Man kann sie von weitem an ihren Gang erkennen, und wenn man sie aus der Nähe betrachtet, an ihrem schmuddeligen Äußeren. Sie schleichen an uns vorbei, man muss schon ein Auge haben um sie zu sehen. Sie sind da und doch nicht. Sollten sie doch gesehen werden, betrachtet man sie nicht lange. Manche lachen vielleicht innerlich, guck mal was für ein Penner, und gehen weiter. Ihre Klamotten scheinen wie aus einem Würfelspiel zusammen geworfen. Kein Hemd passt zur Hose, kein Kleid zum Schuhwerk.
Sie sind unförmig, manche buckeln, andere sabbern oder visieren aus dicken Brillengläsern, eingefasst in unförmigen Gestellen.
Ich sehe sie, wie sie ausweichen, während andere gehen. Sie halten keinen Augenkontakt, fühlen sich untergeordnet. Sie sind wie lahme Wölfe eines Rudel, die warten dass die Gesunden ihnen ein Stück am Leben übrig lassen, dass sie dankbar und leise nehmen - weil sonst nichts bekommen.
Die sind dumm, schwach und aussätzig. Aber da auch sie Menschen sind, haben sie Gefühle und ihren Wert.

Wenn ich ihnen begegne mache ich Platz, und wenn sie den Kopf senken, grüße ich.
Donnerstag 23. Juli, 2009

turns

Vorhin wurde ich gefragt, ob es unverschämt sei mich zu fragen, ob frau mich zum Kaffee einladen dürfe. Nett, dachte ich mir und löste das Ganze so diplomatisch als möglich. Als, nicht wie. Und draußen, ist es schon dunkel unter den Wolken Deutschlands. Irgendwo auf den Bahamas pfeift gerade eine Barbusige locker die Flöte, während in Frankreich ein dicker Mann seine Frau schlägt.

Die Welt dreht sich weiddaaaaaa...
Samstag 11. Juli, 2009

Hoppings

Manchmal hat man seltsame Träume.
Heute Nacht bin ich in Offenbach in einer fremden Wohnung aufgewacht. Der Hausherr war recht freundlich und erklärte mir wo ich bin. Wir tranken Espresso und als ich darauf einschlief, wachte ich wieder in einer fremden Wohnung auf. Es war eine WG, und ich begriff dass sie in der Straße meiner Verwandten in Offenbach sein musste. Ich ging auf die Straße und suchte nach deren Haus, musste aber erkennen dass es inzwischen abgerissen war. Dann wollte ich nach Hause und merkte dass ich in der ersten Wohnung meine Uhr vergessen haben musste. Dort angekommen, es waren nur zwei Querstraßen, öffnete mir freundlich die Hausfrau. Wir tranken wieder einen Espresso und ich begriff dass der Hausherr wohl einer dieser siebziger Jahre Alkoholiker ist. Ich verabschiedete mich und wachte ... hier in meiner Wohnung auf.

Schlimme Sache. Träume.
Donnerstag 02. Juli, 2009

Soldat

Viele Mörder arbeiten schwarz. Das verstehe ich nicht.
Den Beruf des Mörders gibt es ja schon seit ewigen Zeiten. Es wird sogar sehr gut bezahlt und ist recht krisensicher - sogar weltweit.

Warum also so mancher lieber schwarz als Mörder arbeiten will und nicht gleich als Soldat Kariere macht, ist mir ein Rätsel.
Freitag 26. Juni, 2009

MJ






«... und ich kann übers Wasser geh'n»

R.I.P. Farrah Fawcett & Micheal Jackson
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