Sonntag 02. Oktober, 2016

break.Down

(Ich habe beschlossen, hier wieder ab und zu ein paar Texte zu veröffentlichen; parallel zu meinem Facebook-Account)
Machen wir uns nichts vor, das Problem – das Europa "entzweit" – sind nicht die Flüchtlinge, es ist das System das kollabiert. Die Situation in Europa ist vergleichbar mit der um 1910. Die Blase Europa droht zu platzen.
Die Briten gaben heute bekannt, dass sie Anfang nächsten Jahres, offiziell den Austritt aus der Europäischen Union beantragen werden. Ungarn stimmte heute darüber ab, ob "nicht-ungarische" Menschen in Ungarn, per EU Dekret Unterschlupf in Ungarn bekommen sollen. Polen, Tschechien und die Slowakei wehren sich ebenso mit allen verfügbaren Mitteln, Menschen in Not Hilfe zu gewähren. Staaten die vor ein paar Jahren noch als Musterbeispiel für Offenheit gegenüber Fremden galten, rücken immer mehr nach Rechts. Aber es sind nicht die Flüchtlinge oder die Ausländer, sondern das System, das diesen Rechts-Drall ausgelöst hat.
Wir lebten und leben in einer Blase. Seit Jahrzehnten lesen, hören und sehen wir, wie außerhalb von Europa (und USA) Kriege geführt werden. Gleich nach dem zweiten Weltkrieg, ging der Krieg weiter. Was man aber schwer begreift, ist die Tatsache, dass nicht die Menschen in diesen Staaten diese Kriege führen, sondern unser System.
Derweil feiern wir, hüpfen von einer Party zu der anderen, von einem Wochenende zum nächsten, von einer Insel auf die andere; besoffen. Wir feiern, während das System Opfer fordert um am Leben zu bleiben. Opfer, damit wir weiter von Party zu Party hüpfen können; besoffen.
Die Bankenkrise war gerade erst überwunden und die nächste zeichnet sich wieder am Horizont ab. Noch spricht man, respektive EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger, von einem Wahrnehmungsproblem. (Echt jetzt, Frau Lautenschläger?)

Unser System ist an Ausbeute gekoppelt, sonst kann es nicht funktionieren.
Nehmen wir an, dass jeder der diesen Text liest, im Lotto 10 Millionen Euro gewinnt. 10 von 10 werden (unbeachtet was sie im Vorfeld erzählen mögen), nachdem sie ihre primären Träume erfüllt haben (Auto, Haus, etc.), mit dem Rest auf die Bank gehen. Geld anlegen; eben damit es mehr wird.
Ihr könnt jetzt sofort testen ob und wie Geld sich vermehren kann. Nehmt einen Schein aus eurer Geldbörse, steckt es in einen Blumentopf und uriniert darauf; ihr könnt noch so lange warten, es wird nicht mehr. Ihr könnt auch darüber ejakulieren oder den Schein in eure Mumu stecken; auch wenn ihr noch so lange wartet, es wird nicht mehr. Kapital, das man angelegt hat, wächst nicht von alleine. Es wächst nur, wenn man mit dem Kapital andere dafür bezahlt, anderen etwas wegzunehmen – indem man sie damit "beschuldet".
Das Versprechen, dass jeder an diesem System auch reich werden kann, lässt alle blind mitmachen. Es könnte ja sein, dass man reich wird. Nur einer von Tausend, wird seine 10 Millionen genießen; und einer von 10.000 wird finanziell Schwachen damit helfen.

Wie lange wir dieses Spiel noch unbeschadet mitmachen können, wird davon abhängen, wie lange der Rest der Welt das noch aushält. Die Flüchtlingswelle der letzten Jahre ist ein erstes Anzeichen dafür, dass das nicht mehr lange gut geht. Wenn tausende Black-People bereit sind im Mittelmeer zu ertrinken, damit ein paar von ihnen das gelobte Land erreichen, sollte nicht nur die nationalsozialistische Alarmglocke läuten, sondern vor allem die des gesunden Menschenverstandes. Wir könnten noch so eine hohe Mauer um Europa bauen, sie würde irgendwann – an der stet wachsenden Masse die am Leben teilhaben wollen - zusammen brechen. Und wir können noch so auf die Straße gehen und laut, wir sind das Volk, schreien, weil wir uns über den kleinen Haufen aufregen, der es bis hier her geschafft hat; an der Masse die da noch kommen wollen, wird das nichts ändern.
Und ja, nicht wenige von ihnen saufen genau so wie die hier geboren wurden. Es sind nämlich auch Menschen der Menschheit.
Samstag 24. Januar, 2015

Siegermoral

Am 17. Februar 2006 schrieb ich ins Fieber:
«Ich überlege mir gerade, was ein Volk, dessen Führung es zum Kriege getrieben hat, vom Sieg erwartet.
Könnte man als Siegervolkbürger mit erhobenem Kopf durch besiegte Straßen gehen, mit dem Wissen, dass eben in diesen Straßen Unschuldige für den "eigenen" Sieg gestorben sind?
Wie fühlt man sich als Sieger über das Eroberte?
Als Befreier, Gutgeist, der Mütter, Väter, Kinder hat sterben lassen, um dann durch deren Zukunft zu wandern?»

Nach dem zweiten Weltkrieg waren Nagasaki und Hiroshima dem Erdboden gleich; zwei Großstädte inklusive ihrer Einwohner je mit einer Atombombe von der Landkarte gefegt. Dresden, Berlin, Braunschweig und viele andere Städte in Deutschland waren zerbombt; auch hier starben unzählige Menschen. Nach der Befreiung des Irak sahen und sehen etliche Ortschaften nicht besser aus. In Syrien findet man kaum eine Stadt die nicht verwüstet ist. Der Gaza-Streifen ist eine einzige Ruine. In der Ukraine rund um Donetsk sieht es nicht anders aus.
Während die Guten gegen die Bösen kämpfen sterben Menschen und ihre Heimat wird dem Erdboden gleich gemacht. Wie viel Millionen Flüchtlinge gibt es zurzeit? Wenn der Krieg dann vorbei ist, feiert man in den Ruinen.
Ist die Auslöschung einer Stadt durch eine Atombombe besser als die Vergasung von Juden? Wenn nein, warum werden dann die Sieger gefeiert? Wenn ja, möchte ich weder auf der Seite der Sieger noch der Besiegten stehen, denn ich verabscheue Doppelmoral!
Soldaten, ob sie nun als Terroristen und Freiheitskämpfer getarnt oder als Staatliche-Helden bezahlt werden, sind der Abschaum der Menschheit. Menschen die auf Befehl Menschen töten. Menschen die auf Befehl Menschen heimatlos bombardieren. Menschen die ihr Brot mit dem Töten von Menschen verdienen. This is not Rock'n'Roll!
Sonntag 11. Januar, 2015

Non Charlie

Nach meinem Beitrag am Mittwoch unterhielt ich mich mit ein paar Menschen darüber. Unter anderem mit einem befreundeten Bekannten aus meiner Jugend, den ich etwas mehr zwei Jahrzehnte nicht mehr gesehen habe. Er ist einer der Vielen, die ihr Profilbild hier auf Facebook mit dem Logo „Je suis Charlie“ ausgetauscht haben.
Sehr viele bekunden diese Bekenntnis wahrscheinlich nur weil es der Hype gerade vorschreibt; was verständlich ist und bestimmt nicht so bescheuert reflektiert wie sich einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf zu leeren. Einige werden „Je suis Charlie“ auch wirklich so meinen. Ich für meinen Teil kann mich damit nicht identifizieren und werde mich hüten mich als Charlie zu outen.
Ich liebe Satire und möchte in keiner Gesellschaft leben, die Satire nicht versteht und zu schätzen weiß.
Satura lanx, die mit Früchten gefüllte Schale; eben ein überspitzter humorvoller Text der auf einen Missstand hinweist. Wenige beherrschen diese absolute Kunst und wie es scheint, noch weniger sind fähig es zu verstehen.
Charlie Hebdo war respektive ist - die nächste Ausgabe sogar mit 1.000.000 - alles andere als Satire. Weder Spottschrift noch Pasquill. Charlie Hebdo war bisher nur provokant in einem nicht messbarem negativen Niveau. Charlie Hebdo ließ sich nur durch absolut niveaulose Bloßstellung von Andersgläubigen verkaufen; entsprechend war die „Leserschaft“. Deshalb werde ich nie „Je suis Charlie“ sein.

Ich hoffe ich muss nicht erklären, dass mir die angeblichen Karikaturen dieser Zeitschrift egal sind. Damit muss man leben können. Ich akzeptiere dass es Vollidioten gibt, die ihren Lohn aus solchen Mist ziehen; genauso wie ich akzeptiere dass es Politiker, Zuhälter und viele andere Berufe gibt.
Ich hoffe ich muss nicht erklären, dass ich es nicht akzeptiere wenn mit Gewalt gegen Meinung, Aussehen, Religion reagiert wird.

In Baga liegen Leichen im Gebüsch. Quasi vor unserer Haustür in der Ukraine, rund um Donezk, ist alles verwüstet und fast nicht mehr von Syrien zu unterscheiden. Die Menschen dort, Christen, frieren und hungern. How is that Rock'n'Roll!
Ich trauere um jeden Menschen der gewaltsam und durch Notstand (Hunger, mangelnde medizinische Versorgung etc.) aus dem Leben gerissen wird; sogar um die durch staatliche Macht hingerichtet oder zwangsverhungert werden. Ja, auch die unlängst in Paris ermordet wurden – aber mit Charlie Hebdo will ich nichts zu tun haben.
Montag 05. Januar, 2015

Nazi.ismus

Herr Lehrer und Frau Lehrerinnen (plural).
Ihr Unterricht straft sie heute Lügen. Damals erzählten sie uns, wie das damals alles passieren konnte.
Wo sind ihre Erklärungen heute?
Dem Volk ging es schlecht; hohe Arbeitslosigkeit, keine Perspektive. Und dann kam einer und versprach und alle folgten. Er ließ Autobahnen bauen und brachte Arbeit und Lohn.
Deutschland geht es, so sagt es voller Überzeugung zumindest der Bundesfinanzminister und seine Chefin, besser den je. Die Schwarze Null und Wohlstand, überall; während es in anderen Ländern bergab geht, geht es in Deutschland bergauf.
Herr Lehrer und Frau Lehrerinnen, was werden sie den Kindern in 30 Jahren erzählen, wenn sie fragen wie es sein konnte dass Abertausende bei PEGIDA Demonstrationen mitliefen, Asylheime brannten und Menschen auf offener Straße bei Applaus verprügelt wurden! Was werden sie ihnen erzählen, wenn die Kinder fragen, wie es zu den abertausenden ausländerfeindlichen Kommentaren in Sozialen Netzwerken und auf Zeitungsartikel kommen konnte!

Damals ging es dem Volk schlecht. Ich schrieb hier schon öfter, dass ich diesen Quatsch nie geglaubt habe. Vielleicht ist ein Müller oder Maier damals mitgelaufen, weil er für ein Stück Autobahntrasse Lohn und Brot bekam. Aber die Elite damals, die voraus lief und nicht hinterher, hatte keinen anderen Grund als die Überzeugung. Und so ist es mit AfD, NPD und PEGIDA und dem ganzen Schrott den es da draußen heute gibt genauso; die Menschen sind davon überzeugt und keine Mitläufer.
Was werden sie ihren Schülern erzählen?
Freitag 03. Mai, 2013

NSU-Posse

Posse. Anders kann man die nunmehr getrost als Geschichte zu bezeichnende Angelegenheit, rund um das Oberlandesgericht München, nicht bezeichnen.
Die eigentliche Angelegenheit, nämlich das Gerichtsverfahren gegen die mutmaßliche rechtsextreme Terroristin Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte, wurde – wie auch immer beabsichtigt oder nicht – in den Hintergrund gewurstelt.
Beate Zschäpe wird in den Medien als Überlebende der Terrorzelle NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) bezeichnet. Das ist sie nicht; denn gegen die Terrorzelle wurde mitnichten ein Kampf geführt, der eine Betitelung "Überlebende" gerechtfertigt. Bis sich die Herren Kampfgenossen von Zschäpe - laut bisherigen Fakten - sich selbst das Leben nahmen und Frau Zschäpe eine Wohnung in die Luft jagte, wusste zumindest die Öffentlichkeit nichts von NSU und oder einem nationalsozialistischen Untergrundkampfs. Wer davon gewusst hat und wie weit eine Involvierung herrschte, sollte eigentlich das Gerichtsverfahren in München mit aufklären.
Das Ganze ist jetzt aber geschickt – absichtlich oder unabsichtlich – in den Hintergrund gestellt worden. Plötzlich geht es nicht mehr um die Sache, sondern um Pfennigfuchserei und Possenreißertum.
Zwei zusätzliche Plätze hätte man aufstellen können. Wollte aber nicht, weil man, wenn man ehrlich ist und nach verfolgt wie das Anmeldeverfahren über die Bühne ging, vermeiden wollte, dass türkische Medien das Gerichtsverfahren zum Spektakel (was es ohnehin schon ist) aufbauschen. Wäre wirklich kein Raum für zwei zusätzliche Stühle da gewesen – gewesen weil man sich nicht vorstellen kann, dass dann eine "Sardinenbüchsatmosphäre" entstünde -, hätte man zu einer Videoübertragung zurückgreifen können. Wollte man aber auch nicht.
Was man tat ist eben das Wursteln. Eben ein "Losverfahren", bei dem man sich sicher sein konnte dass inländische Medien benachteiligt werden. Man kann der Süddeutschen-Zeitung, der Welt und der FAZ nicht verdenken, dass sie sich übergangen fühlen (der Schwabe würde, ans Bein gepisst sagen).
“Wir tun was wir können“ wird zu “Wir tun was wir dürfen“. Pisst man uns ans Bein, pissen wir zurück. So die Unabhängigkeit der Justiz, vor allem des Oberlandesgerichts in München.
Das Traurige dabei ist die Tatsache, dass das Gerichtsverfahren in der Öffentlichkeit zur Posse gestempelt wurde. Und die Herren Nazi freuen sich über eben diese Posse. Mit diesem Staat kann man's ja machen. Die schaffen es nicht mal eine NPD verbieten zu lassen. "Wir haben einen Führerschein … sorry, Freischein!"
Montag 06. Februar, 2012

Das junge Jahr

Das Jahr ist noch jung, sprichwörtlich, es ist erst einen Monat alt. Betrachtet man aber die Nachrichten, fühlt es sich schon sehr alt an.
  Herr von Guttenberg meldete sich subtil und von Gel befreitem Haar, zürück auf die öffentlichen Bühne. Kaum war er da, erklärte er nicht wieder zu kommen und bekam eine Torte ins Gesicht. Die Tortenaktion war wahrscheinlich akribisch vorbereitet gewesen, von einem dieser Organisationen die in den letzten Jahren wie Fußpilz in vier Wochen getragenen Socken, aus dem Boden schießen.
  Unser Bundespräsident redet heißen Brei süß. Je mehr er redet, desto mehr wird zu Tage gefördert was er und seine Frau unterm Teppich vergraben haben. Und je mehr er sich an sein Amt klammert, desto mehr gibt er diesen der Lächerlichkeit preis. Notorische Hartz IV'ler überlegen schon, ihren nichtstuerischen Job aufzugeben und sich als Bundespräsident zu bewerben. Denn, so langsam bekommt man das Gefühl, jeder kann das werden, Bundespräsident. Allein die Tatsache dass notorische Hartz IV'ler keine Bewerbungen schreiben, und wenn, nicht wissen wohin sie diese schicken sollen, schützt unsere Wälder – die ansonsten abgeholzt werden müssten, um dem Papierdurst des Marktes standzuhalten. Wer kauft denn schon holzfreies Papier, wenn's das günstigere gibt.
  Das günstigere Billig-Hühnerfleisch hat dieses Jahr auch schon Schlagzeilen gemacht. Es ist multiresistent, respektive eben so verkeimt. Multiresistente Keime im Huhn, hören sich vielleicht für die (ver)breite Bevölkerung wie eine tolle Zusatzoption an (wie beim Stichkartenspielen früher), sind aber nicht wirklich toll. Auch wenn man mit jedem Huhn eine extra Portion Antibiotika für umsonst bekommt, darf man sich nicht wundern wenn man krank wird.
  In Stuttgart manifestiert sich derweil eine Ochlokratie, nachdem die Demokratie nicht den gewünschten Erfolg erzielte. Anhänger der Anti-S21, ehemals Gegner der S21, akzeptieren nicht was das Volk will – schließlich wissen sie es besser. S21 muss weg, weil eine Minderheit es so will und basta. Da reden wir gar nicht mehr drumrum, weil alle blöd sind die dafür sind. Oder die dagegen sind. Je nachdem wie man es betrachten will. Anti-S21. Und wundern sie sich nicht wenn auf der nächsten Anti-S21 Demo, jemand mit einer Anonymus-Maske umher hüpft. Irgendwie darf das gerade jeder.
  Bundeskanzlerinnen Merkel. Man darf Merkel nicht außer Acht lassen. Sprach unlängst ein Machtwort vor Vertretern der EU. Das Resultat mag man nicht sofort begreifen – außer dass “man“ weiterhin Banken auf Kosten der Steuerzahler rettet, ist da nichts weiter zu begreifen. In zehn Jahren aber werden Schüler fluchen, weil man sich wieder ein Datum merken muss welches in der nächsten Klassenarbeit abgefragt wird: Wann wurde der Fiskalpackt geschlossen?
  In Syrien wird weiter gestorben. Wie gehabt. In der UNO wird weiter diskutiert. Wie gehabt. Während Merkel chinesische Füße wäscht, verhindern die Chinesen mit den Russen, weitere Sanktionen gegen das Assads Regime. Herr Sarkozy kümmert sich lieber um seine Wiederwahl, als um das Leben der syrischen Bevölkerung. Schließlich sind die Menschen in Syrien weniger Wert als die in Libyen. Oder war's das libysche Öl das mehr Wert war als syrisches Blut? Von Berlusconi brauchen wir gar nicht zu reden.
  Unterdessen rebelliert es in Libyen wieder zurück. Anhänger des alten Regimes sind die neuen Rebellen – sie befreiten eine Stadt vor den alten Rebellen. Das Ganze ohne NATO Unterstützung. Man könnte denken, das sei ungerecht. Aber wie schon erwähnt hat Sarkozy gerade andere Sorgen.
  Schiffe havarierten. Eins liegt aufgeschlitzt auf der Seite, das andere flutete im Hafen. Beide italienisch geführt. Menschen starben. Der Kapitän des ersten Schiffs rettete seine Seele, indem er versehentlich in ein Rettungsboot fiel. Er war gestolpert, versehentlich.
  Griechenland ist immer noch pleite und wird es bleiben. Die EU fordert die Einhaltung der Sparmaßnahmen. Sollte bis März nicht befriedigend gesparmaßnahmd sein, gibt es kein frisches Geld. Herr Rösler sinnierte sogar deutsche Beamte zur Kontrolle in Griechenland einzusetzen, damit Griechenland befriedigend sparmaßnahmd. Er hat ja immer so tolle Einfälle, der Herr Rösler. Muss er auch, denn ohne Lindler könnte er auch zurück rebelliert werden; gewesterwellet sozusagen.

  Die Türkei kündigt Frankreich die Freundschaft. Diplomatische Beziehungen sind auf Eis gelegt. Der Völkermord ist schuld. Denn was die einen definieren, wollen die andern erst bewiesen wissen.
  Und so ganz nebenher, still und heimlich, erklärt Israel Iran den Krieg.

Das Jahr bleibt spannend, auch wenn es noch jung ist.
Dienstag 25. Oktober, 2011

Welle arabica

In Libyen hat der "Übergangsrat" die Scharia als vorläufige Verfassung ausgerufen. Wie demokratisch das ist, wird sich zeigen. Rechtsstaatlich ist das nicht.
In Tunis erwartet man heute das Wahlergebnis, der ersten freien (demokratischen) Wahl, seit Ben Alis Sturz. Beobachter gehen davon aus, dass die islamistische «Ennahdha-Bewegung» das Rennen machen wird. Das heißt, sollte Ennahdha-Bewegung die Regierung bilden, ist Tunis demokratisch zu einem islamistischen Staat gewählt worden. Auch hier bezweifele (nicht nur) ich, dass das ein Rechtsstaat in unserem Verständnis sein wird.
In Ägypten werden die «:Moslembrüder» mit hoher Wahrscheinlichkeit die Regierung bilden. Demokratisch gewählt. Kurz darauf werden sie den Friedensvertrag mit Israel auflösen - das nämlich ist einer ihrer Grundsätze. Haben wir das gewollt?
Mittwoch 20. Juli, 2011

Stabilisierende Panzer

Deutsche Panzer für Saudi-Arabien, und alles wird gut.
Man hört und spricht die Tage davon, Saudi-Arabien sei ein Stabilisator des Nahen-Osten. Beachtlich, wie viele da unbedacht mitreden, nur weil es ihnen so vorgekaut wird. Die Wahrheit sprich aber eine andere Sprache, wie es eben meistens so ist. Saudi-Arabien als Stabilisator des und im Nahen-Osten zu bezeichnen, ist vergleichbar damit, Japaner als Retter der Wale zu betiteln – nur weil sie aus wissenschaftlichen Gründen, eben der Forschung wegen, Wale fangen.
Saudi-Arabien ist aktuell im Kriegszustand mit Israel – diese Tatsache sollte nie vergessen werden. Aber auch Israel legitimierte klammheimlich den deutschen Waffendeal mit Saudi-Arabien. Der Grund ist der Iran, vor dem sich Israel noch mehr fürchtet als dass es vor Saudi-Arabien könnte. Saudi-Arabien wird vordergründig von den USA kontrolliert. Was nicht stimmt, denn Saudi-Arabien lässt seinen Partner (vordergründig) das Sagen, weil es weiß dass die USA die einzigen sind, die ihnen den Rücken stärken. Denn Öl ist nicht alles und vor allem nicht immer. In absehbarer Zukunft sind die Ölfelder der Saudis ausgeschöpft und dann wäre das Land nur noch Wüste und Mekka.
Iran und Saudi-Arabien sind natürlich beides muslimische geführte Länder; und nach dem Öl, ist das nicht das Einzige was sie verbindet. Der Iran ist vorherrschend schiitisch bevölkert, während Saudi-Arabien sunnitisch ist. Denkt man. In Wahrheit ist Saudi-Arabien ein wahhabitisch geführtes Volk. Die Wahhabiten sind zwar Sunniten, den Schiiten aber in vielem näher als dass sie Muslime sein könnten. Mit diesem Hintergrund wurde und wird Saudi-Arabien von den Schiiten des Iran, als großer Bruder gesehen - von dem es über die Zeitgeschichte hinweg unterstützt wurde. Das einzig stabilisierende Regime Nahen-Osten – in den letzten Jahrzehnten - war der Irak, der einen Gegenpol zu der Achse der Wahhabiten und Schiiten darstellte, die maßgeblich an der Entstehung der Al-Qaida beteiligt waren.
Für die westliche Welt spielten die Saudis immer den Partner, den sie brauchen um aus ihrer Wüste eine Wirtschaftsmacht zu machen. Das Beispiel des Iran mag da als negatives Beispiel gelten. Iran ist reicher als Saudi-Arabien – an Bodenschätzen, Intellektuellen und wirtschaftlicher Zukunft. Aber als offener Feind des Westens ist der Iran isoliert. Saudi-Arabien geht den anderen Weg, küsst Füße und darf dafür als stabilisierender Partner auftreten, während es Al-Qaida finanziell fördert. Mit Geld, dass aus dem Handel mit dem Westen gewonnen wird.
Da der Irak im ersten Golfkrieg von USA gefördert wurde, musste auch Saudi-Arabien hinter dem Irak stehen, der oder die, in den Achtzigern die größten Waffenimporteure weltweit waren. Dessen ungeachtet belieferten die USA über Strohmänner-Staaten den Iran – die in der Zeit des Schah mit Waffentechnik und Ausbildung an solchen (Piloten, Kampfübungen etc.) aus den USA ausgestattet worden waren – mit Waffen und Ersatzteilen. Die Saudis machten in dieser Zeit doppelte Geschäfte. Das hat bis heute nicht aufgehört.
Die Hamas Fatah Geschichte im ewig zukünftigem Palästina, ist derzeit ein offenes Beispiel – an dem auch die Saudis gut verdienen.
Im Persischen Golf kreuzt eine US-Flotte (1 Flugzeugträger, U-Boote etc.), in Bahrein sind ca. 300 US-Militärangehörige stationiert. Als im Mai unlängst der US Außenminister Bahrein – mit dem Hintergrund der Aufstände – besuchte, liefen die Saudis in Bahrein mit Panzern ein und schlugen den Aufstand nieder. Klar ist, dass die USA weder ihre Flottenherrschaft im Golf noch ihre Stützpunkte in Bahrein und umliegenden Kleinstaaten nicht verlieren wollen. Ein Aufstand des arabischen Volkes, wie es in Ägypten und Libyen geschehen ist, kann sich der Westen und Israel am Golf nicht leisten. Die Intervention der Saudis in Bahrein geschah also mit Zustimmung der USA – die selbst nicht handeln konnten. Das einzige Stabilisierende hierbei, ist die Unterdrückung einer Demokratiebewegung. Denn der Westen weiß oder fürchtet, dass ein demokratischer Nahen-Osten, sich eher gegen den Westen stellt als dass es sich von ihm ausbeuten lässt.
Wenn eine Demokratiebewegung mit deutschen Waffen niedergeschlagen wird, nutzt es wenig, hierzulande in öffentlichen Mahnreden an die Regime des Nahen-Ostens, Menschenrechte und Demokratie zu propagieren.
Montag 20. Juni, 2011

Subventionopa

Während aktuell Griechenland blutet, weil es – sagen wir es wie es ist – von Banken ausgenommen wurde, 'bombt die NATO in Libyen, in einem sinnlosen Krieg, Milliarden € durch die Nacht und Zivilisten in die Luft.
Griechenland hat, wirtschaftlich gesehen, nichts. In Istanbul leben mehr Menschen, als es Griechen gibt. Die Landwirtschaft ist eher mau als exportfähig. Die griechische Industrie, ist nicht der Rede wert. Einzig der Tourismus war eine funktionsfähige Maschine.
Griechenland ist Teil der Europäischen Union und somit auch Teil deren – meist irrigen und sinnlosen – Subventionsgeschichten. Und je mehr über Griechenland subventioniert wurde, desto mehr Staatsanleihen wurden gekauft. Banken sahen – und sehen – in diesen Anleihen sicheres Kapital, steht doch die EU dahinter. Die Gemeinschaft buttert blind Geld in das Land, die Banken saugen es – legal - raus. Übrig bleiben ein paar Autobahnen die nachts beleuchtet sind, und Bürger die um ihre Rente bangen.
Die EU ist groß, größer als man annehmen will. Es gibt billigere Länder als Griechenland darin. Subventionen werden umgelegt – weil z. B. in diesen Ländern billiger produziert werden kann. Die Banken aber – die auch aus diesen Ländern das Geld absaugen – verzichten nicht auf ihre Forderungen gegenüber Griechenland ... Portugal ... Spanien. Denn Griechenland ist nur eines der kranken Kinder der Europäischen-Union.

Weiß jemand, wie viel dieser sinnlose und illegitime Krieg in Libyen kostet?
Donnerstag 16. Juni, 2011

Soldatokraten

Wer mich kennt, weiß dass ich das Soldatentun verabscheue.
Egal welche Massaker die Menschheit erlebt hat, die Ausführenden waren nicht Führer, sondern blind gehorchende Missgeburten in Uniform. Stalin, Hitler, Churchhill, Mao, Nixon, Sharon, Arafat etc. Alles Männer ohne Eier, aber einer Blutrünstigen Meute, die für ihre Taten noch geehrt werden.
Demo GriechenlandKeiner der genannten Männer (und es gäbe in der Liste noch etliche anzuhängen) hat sein Land verteidigt, sondern Massaker ausgelöst. Sie haben Orden verliehen und wurden vom Volk - das nicht minder Soldat ist - gefeiert.
Aktuell können wir auf der halben Welt Aufstände gegen die Staatsführung beobachten. Und überall werden Demonstranten von Uniformträgern verprügelt . Mag sein, dass wir in den arabischen Ländern ein Auge zu drücken, sind sie uns doch fern und nur Araber. Was aber im Mutterland Europas passiert, lässt das Blut in den Adern stocken. Dieses Foto, bringt mich zur Rage!
Mittwoch 04. Mai, 2011

Bin (ge)Laden

Osama bin Laden ist tot.

Da sich Osama bin Laden als Soldat und im Krieg proklamierte, ist sein Tod nicht weiter zu beklagen. Das heißt, er war kein Idealist oder sonst politisch engagiert. Er war Soldat – unterm Strich war das abzusehen.

Unlängst hat ein Sprecher der US-Regierung zugegeben, Osama bin Laden wäre unbewaffnet gewesen. Seine Tötung ist sprichwörtlich. Mit diesem Hintergrund ist das Ganze nicht mehr tragbar. Er wurde liquidiert und starb nicht im Kampf. Zu einer solchen Tat, darf ein demokratischer Rechtestaat nicht greifen.

Als der Tod bin Ladens bekannt gegeben wurde, tanzten die Menschen auf den Straßen. Die Bilder hätten einem Sieg bei einer Fußballweltmeisterschaft nicht anders sein können. Fahnen wehten, Sprechgesang etc.
Natürlich kann man das dem Volk nicht verdenken, dass den Schmerz des 9.11.2001 zu tragen hatte. Bin Laden galt zurecht als das Böse schlechthin – und wenn man bedenkt, dass am 10.11.2001 Araber aus den Straßen tanzten ...
Was man nicht akzeptieren kann, sind Aussagen von Politikern die sich wortwörtlich über seine Tötung freuen. Frau Merkel, ihres Zeichen Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, tat das so. Sie freue sich über die „Tötung von Osama bin Laden“. Das ist inakzeptabel und nicht mit ihrem Amt vereinbar. Sie ist das Oberhaupt der Christlich-Demokratischen-Union und als Kanzler schützt sie die Verfassung der BRD. Als solche darf sie die Liquidation eines Menschen weder gutheißen noch sich über die Ausführung freuen.

Und wer jetzt denkt, hier geht es um Osama bin Laden oder um seine Fürsprache, hat nichts begriffen. Es geht um unsere Werte, zu den wir uns alle bekennen und auf die wir uns verlassen. Sie werden untergraben – und wir jubeln dazu.
Der Westen bestimmt wer am Leben bleibt. Der Westen ist Leitkultur und handelt als Tyrann. Jüngstes Beispiel ist Libyen. Unter dem Vorwand, Aufständische schützen zu wollen, greift man hier mit Waffengewalt in das Geschehen ein um eine dem Westen genehme politische Lage zu schaffen. Das Ganze wäre auch ohne Waffengewalt zu schaffen gewesen.
Sonderbar ist, dass man nur dort eingreift, wo es sich zu lohnen scheint. Man unterscheidet zwischen Menschenleben und ein Kind könnte folgern: Ein Libyer ist mehr wert als ein Syrer oder ein iranischer Flüchtling oder ein Tustsi (nebenbei sei Erwähnt, dass der 100 Tage dauernde Völkermord in dem bis zu 1 Mio. Menschen massakriert wurden, genau 17 Jahre her ist). So könnte man die Liste weiter führen. Der Westen bestimmt mit Waffengewalt, wem „geholfen“ wird und wer sterben muss. Einerseits wird getötet, und in anderen Fällen wird beim Töten zugesehen, weil man sich in innere Konflikte nicht einmischen will.

Der Irak wird uns noch mehr Kopfschmerzen bereiten, als uns gerade bewusst ist. Von Afghanistan brauche ich gar nicht zu sprechen. Und Libyen? Dort vertraut man einer Hand voll Menschen die dem Volk fern sind. Der Westen ist ihr Idol in ihren Idealen, die sie immer wieder an die Öffentlichkeit tragen. Das Ganze erinnert an anerzogenes Wissen und Handeln bei einer Einbürgerung. Fragen und Antworten auswendig lernen, Idealvorstellungen runter leiern und dabei lächeln – dann bekommt man auch als Feind der Demokratie den Bundesadler auf seinen Ausweis gestempelt. Heil Leitkultur, morituri te salutant!
Montag 04. April, 2011

FDP

Natürlich ist es gut, wenn man als Partei auf das Wählerurteil reagiert. So funktioniert Parteipolitik.

Aktuell reagiert hierzulande die FDP. Die Wählergunst ist ihnen «abhanden» gekommen. Und was macht man da; man köpft den Kopf, lässt einen nachwachsen und gut ist. Ein jüdischer Satiriker wusste es zu sagen: Der Fisch, stinkt immer vom Kopfe an.
Was die FDP nicht realisiert hat ist, warum ihnen die Wählergunst abhanden gekommen ist. Es geht nicht um Herrn Westerwelle in der Parteiführung, sondern als Westerwelle als Außenminister. Auch wenn die FDP einen neuen Parteichef ernennt, Westerwelle bleibt Außenminister und FDP Mitglied.
Rösler soll's werden, unter anderem. Rösler, derzeit Gesundheitsminister der BRD, hat dann auch gleich öffentlich reagiert und einen Kurswechsel der FDP quasi angekündigt - indem er einen solchen forderte. Die FDP müsse sich »wieder mehr um die Lebenswirklichkeit der Menschen kümmern«, sagte er unlängst. Die Aussage beinhaltet, dass die FDP sich derzeit um die «Lebensfremde» der Menschen kümmert. Ob er seiner Partei damit eine große Hilfe ist, bleibt fraglich. Es zeigt aber, dass Herr Rösler absolut keinen Plan hat und Phrasen drescht.
Dessen ungeachtet ist Westerwelle neben Außenminister noch Vizekanzler. Diese Position wird er nicht halten können, wenn er als Parteichef zurück getreten ist. Weder Rösler, Lindner noch Leutheusser-Schnarrenberger können es aus verschiedenen Gründen werden. Bleibt nur noch Rainer Brüderle – der sich unlängst der Lächerlichkeit preisgab aber dennoch einen für die Union akzeptablen Vizekanzler abgeben könnte.
Sollte Brüderle wirklich zum Vizekanzler ernannt werden, spricht den nächsten Weihnachtsgruß ein anderer Kanzler.
Mittwoch 16. März, 2011

Atomarparteilichkeit

Japan zeigt der Welt, dass Sicherheit nur ein vages Maß ist.
Der Supergau ist nun eingetreten. Fukushima nimmt seinen bitteren Platz in der Geschichte ein.
Die Katastrophe in Japan spaltet auch Deutschland. Egal mit wem ich darüber rede, wird nach ein zwei Worten mit Parteifähnchen gewedelt. Die Tatsache der Katastrophe gerät in den Hintergrund und man ergreift Partei. CDU, SPD, Merkel, Gabriel, Die Grünen... Man stellt sich auf eine Seite und argumentiert gegen die andere. Das können wir alle gut – denn wir werden gerade weder verstrahlt noch müssen wir obdachlos durch verwüstete Straßen wandern.
Unsere Regierung reagiert täglich. In den ersten Tagen sprach man noch von Sicherheit. Röttgen und Merkel beschwichtigten das Volk, indem sie ihre Beschlüsse um die AKW-Laufzeitverlängerung vor die Tatsache der Japan-Katastrophe stellten. Grüne und SPD attackierten die Regierung, weil sie ihre Chance sahen sie bloß zu stellen. Alle hatten und haben sie recht: Die anderen handeln und sind falsch.
Tage später der angebliche und aktuelle Kurswechsel der Regierung. Die Laufzeitverlängerung wird ausgesetzt – für drei Monate. In Baden-Württemberg wird ein Meiler abgeschaltet – was nicht stimmt, denn das Ding wird lediglich herunter gefahren und bis Herbst gewartet. Danach geht es wieder ans Netz, weil Baden-Württemberg die daraus abgeworfenen Steuergelder braucht.
In der ganzen Zeit sprach man über Sicherheit - und jeder wusste Sicherheit für sein Fähnchen zu definieren. Während die eine Seite die Sicherheit der AKWs propagierte, wollte die andere Seite genau das Gegenteil belegen.
Fakt ist, die Diskussion um die Atomkraftwerke wird nicht erst seit Japan geführt. Weder die Risiken noch die Sicherheit sind erst seit letzter Woche bekannt. Das Herunterfahren von 7 AKWs ist zwar zu begrüßen, zeigt aber wie das Volk an der Nase herum geführt wird.
Das Abschalten zeigt vor allem eines: Deutschland kann auf diese Kraftwerke verzichten. Es besteht kein Stromengpass. Einzig die Energiekonzerne werden weniger Gewinn einfahren, weil sie den Markt mit Strom aus Alternativerzeugung (... dazu gehört auch Kohle) versorgen müssen. Bleibt das so, werden sie an der Leipziger Energiebörse die Strompreise angleichen, damit ihr Gewinn wieder steigt.
Die Argumente, dass die AKWs Deutschland mit (irgendwas von knapp unter 7) Milliarden Euro Steuern versorgen, zählen nicht. Das Geld wird dann anderer Stelle eingenommen.
7 AKWs auf die Deutschland verzichten kann. 7 AKWs, die unsere Regierung auf Sicherheit überprüfen will – obwohl sie vor nicht ganz drei Monaten deren Sicherheit zu bestätigen wusste. ...
Mir ist egal wer die Atomkraftwerke abschaltet. Denn früher oder später müssen wir darauf verzichten. Müssen, weil niemand eine Lösung für die Abfallprodukte der Atomkraftwerke hat. Machen wir so weiter, stapelt sich weltweit Atommüll – nicht heute, nicht morgen, aber in absehbarer Zeit, weiß niemand wohin damit. Die derzeitige Abhängigkeit wurde erschaffen, weil sich damit Geld verdienen lässt.
Die Politik muss die Energiekonzerne zwingen alternative Energiegewinnung zu schaffen. Derzeit schreiben aber die Energiekonzerne der Regierung vor, wie sie zu handeln haben – da sie, wie jeder Konzern es eben macht, ihre Gewinne maximieren will. Denn wir leben in eine freien Marktwirtschaft.
Irgendwann schrieb ich hier, dass man Energie und Nahrung von der Marktwirtschaft abkoppeln muss. Energie und Nahrung gehören nicht an die Börse sondern in Staatsgewalt.

Und nur weil die Japaner nicht schreien, heißt das nicht dass sie nicht leiden. Und nur weil es uns nicht passiert ist, heißt das nicht, dass wir besser sind. Würden wir obdachlos, unter Strahlenregen nach unseren Verwandten buddelnd, immer noch unsere Partei loben oder nach einer Lösung suchen?
Dienstag 01. März, 2011

Von und zu Guttenberg

Der Bundesminister für Verteidigung ist zurückgetreten. Ein Schritt der nicht zu vermeiden war, nach allem was zu Tage kam.

Es geht hier nicht um Sympathie oder nicht, weder persönlicher noch politischer Natur. Denn Sympathie ist eine sonderbare Sache. Meist wird sie empfunden ohne wirklich begründet werden zu können. Herr zu Guttenberg spaltet die Nation, die er jahrelang getäuscht hat.
Als Politiker konnte man ihn vorzeigen – obwohl ich ihm auch hier nicht viel zuspreche. Denn geleistet hat er nicht mehr als andere. Als die Plagiatsvorwürfe noch solche waren – nämlich Vorwurf – zeigte er was er am Besten kann. Schnell mal zu den Soldaten fliegen um positive Presse zu schaffen. Leider hat es dann nicht funktioniert. Leider, weil ein Mann in seiner Position es überhaupt versucht hatte.
Trotzdem war und vielleicht ist, Herr zu Guttenberg einer der besten Politiker aus seinen Reihen gewesen. Und am Ende haben ihn seine eigenen Reihen zu Fall gebracht. Denn – und das ist meine persönliche Meinung ohne Quellangabe – dieser Doktortitel ist nicht auf seinem Mist gewachsen. Zu Guttenberg hatte bekanntlich viel zu schlechte Noten um überhaupt daran zu denken.
Er hatte alles was er brauchte. Adlig, schneidig, sympathisch. Er konnte reden – konnte, weil er in seinen letzten Reden bewiesen hat, dass er das nicht mehr kann und nur noch dummes Zeug redet. Er habe am Wochenende seine eigene Arbeit intensiv gelesen und gravierende Fehler entdeckt. Hatte er sie denn ohne vorher intensiv zu lesen abgegeben? -, er war sich nicht zu gut um zu sagen, was das Volk hören wollte und seine sturen Parteifreunde nicht zu sagen trauten. Er sagte Afghanistan und Krieg in einem positiven Satz. Herr zu Guttenberg hätte vollkommen gereicht, um Ministerpräsident von Bayern oder Kanzlerkandidat zu werden. Um Frau Dr. Merkel vom Stuhl des Dr. Kohls zu sägen, hätte er keinen Doktortitel gebraucht – seine Wähler hatte er auch ohne hinter sich.
Gewisse Kreise, kennen wir alle und die hat jeder. Fast jeder. Man weiß wie das läuft. Das fängt beim (behalten des) Führerschein(s) an und hört beim Waffenschein auf. Darüber brauchen wir nicht diskutieren – das ist üblich und semilegal. Zu Guttenbergs Kreise haben es zu gut mit ihm gemeint und ihn übers Ziel hinausgeschossen. Ins Aus.

Zumindest vorerst.
Freitag 01. Oktober, 2010

Wähler

Man möchte gern auf dem Marktplatz stehen und rufen: «Lieber Wähler, maul nicht rum. Diesen Misthaufen haben wir dir zu verdanken!»

Im Grunde ist ein Sozial-Staat eine feine Sache - wirtschaftlich gesehen. Die Schwächeren werden bei der Stange gehalten, während man aus ihnen den letzten Tropfen heraus ... drückt.
Auf der anderen Seite zeigt sich die Demokratie von ihrer besten Seite. Das Volk wird alle paar Jahre beschwichtigt, indem es seine Stimme abgeben darf. Danach hat er das Maul zu halten, oder es wird ihm gestopft - siehe Stuttgart 21.

Und der Rest? Spart Steuern oder wohnt im Hotel.
Montag 07. Juni, 2010

Sparen.sie

Das Volk ist durch die bevorstehende Fußball-WM abgelenkt. Da kann man als Regierungskoalition schon mal die Katze aus dem Sack lassen.

Und weil's schon immer so war wird der kleine Mann zur Ader gelassen. Selbst schuld, man hätte auch Hotelier werden können – und wer will denn schon bei dem grausigen Verkehr Auto fahren; außer man kann es als Geschäftsmann von der Steuer absetzen. Dem ist die Ökosteuer nämlich egal, sogar gelegen.

Kinder sind ja auch nicht mehr in - fehlen ja Kindergartenplätze und wer will die Dinger schon erziehen. Außerdem haben ja eh mehr Hartz-IV Empfänger Bälger - warum also die noch mehr unterstützen. Es gibt Kondome.

 

Ja, so ist das. Man muss sparen. Das geht natürlich auch am falschen Ende.

Dienstag 01. Juni, 2010

Maitanz

Nun - schönes Wetter hatten wir den Mai über nicht. Passend dazu tritt Herr Köhler das Amt des Bundespräsidenten mit Füßen und verlässt das stinkende Schiff.

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.

Man fragt sich welchen Teil er von diesem Schwur, nicht verstanden hat. Und jeder der ihn «verstehen» kann, hat nicht begriffen worum es geht.

Diese Regierung ist zur Unfähigkeit gestempelt worden - die einzige Konsequenz wären Neuwahlen.

Dienstag 18. Mai, 2010

Pleitenkriege

Die meisten Kriege hätten religiöse Gründe, lernt man. Dumme Menschen plappern das nicht nur nach, sie lehren das auch an Schulen und Stammtischen.

Die meisten Kriege hatten wirtschaftliche Gründe, ist die Wahrheit. Religion diente nur als Vorwand. Kein Krieg - nein, auch nicht der 30jährige - wurde aus ideologischen Gründen geführt. Selbst Herr Hitler musste den zweiten Weltkrieg übers Knie brechen, ansonsten wäre sein Reich innerhalb der nächsten Jahren einfach zusammen gebrochen - so pleite wie der Staat war. Denn ein Staat der pleite geht ... muss seine Politik ändern oder in den Krieg ziehen.

Und heute steht man da und überlegt wie man Europa retten kann - vor der Pleite. Frankreich droht mit dem Euro-Austritt, England reibt sich die Hände und Griechenland steht als böser Bube da. Bleibt abzuwarten ob Europa wirklich begreift und nicht nur reagiert; Denn manche Wunde muss genäht werden - ein Pflaster schützt zwar vorm Verbluten ...

Dienstag 11. Mai, 2010

Koch

Hessens Koch meldet sich zurück und sägt dümmlich - was soll er sonst machen, er kann nicht anders als so - am ersten Stuhl der Nation.

Montag 10. Mai, 2010

Gewählt

NRW hat gewählt. Schwarz-gelb ist abgewählt und wie immer nach einer Wahl gibt’s viele Meinungen darüber. Analysten, auch selbsterkorene, zerfleddern sich gegenseitig in ihren Analysen.

Demokratie ist nicht immer was der eigentlich Sinn hergibt. Die Meinung der Mehrheit wird mehr interpretiert als wahrgenommen. Man spricht davon den Wähler nicht erreicht zu haben, als die eigene Unfähigkeit zu akzeptieren.

 

Und bei den Piraten hat man den Eindruck, dass so mancher in diese Partei tritt, wie andere sich billiges Bauland an der Einflugschneise des nächsten Flughafens kaufen, weil sie sich kein anderes leisten können, um dann über den Fluglärm zu motzen.

Freitag 12. Februar, 2010

Fasching

Nun,
es ist erstaunlich was gerade in Deutschland passiert. Man könnte annehmen, da laufen Vorbereitungen für Neuwahlen.

Aber es ist wohl nur Karneval.
Montag 25. Januar, 2010

Hilfe

Dass Menschen in Katastrophengebieten Hilfe brauchen, wird wohl von jedem ohne Gegenrede akzeptiert. Haiti zeigt ein Mal mehr, wie sehr das Gefüge einer Gesellschaft aus den Angeln gehoben wird, wenn eine Infrastruktur zusammen bricht. Aber nicht Haiti ist hier das Thema – an anderen Stellen wird darüber ausführlicher geschrieben, als dass ich das hier könnte.

Außerhalb der Katastrophen ist das Leben in den wörtlich armen Ländern nicht weniger katastrophal. Hunger, mangelnde Bildung und unzureichende medizinische Versorgung sind alltäglich. Wenn es die paar Hilfsorganisationen nicht gäbe, würden täglich nicht minder Menschen sterben, als dass ein Erdbeben wie das auf Haiti aktuell fordert.
Es ist aber nicht so, dass diese Länder wirklich arm sind. Ein Beispiel ist der Kongo. Fruchtbares Land, schöne Wälder. Während die Menschen dort vor die Hunde gehen, werden die Wälder ausgebeutet. Die Bevölkerung klagt über mangelnde Hilfe, die ihnen versprochen wurde. Und genau da ist das Problem – das warten auf Hilfe.
Der Mensch hat es verlernt für sich selbst zu sorgen. Man wartet lieber auf Gelder, ohne selbst zu handeln. Ein Bretterverschlag, das als Schule dient, hat kein Dach. Schuld sind mangelnde Gelder. Keiner der Dorfbewohner kommt auf die Idee selbst Hand anzulegen, sondern wartet bis die Regierung oder ausländische Hilfsorganisationen Mensch und Maschinen zur Verfügung stellen. Das ist nur ein kleines Beispiel – denn überall in Krisengebieten ist dieselbe Situation. Man wartet, klagt und geht vor die Hunde.
Die Menschheit hat den Menschen überlebt. Wir haben es verlernt für uns selbst zu sorgen. Die ganze Welt arbeitet nach demselben Prinzip, stützt sich auf dieselben Säulen. Abgesehen von einer handvoll Menschen im Amazonas – wenn überhaupt -, ist keine Gruppe mehr fähig autark zu überleben. Wir sprechen zwar von verschiedenen Kulturen, sind aber alle gleich.
Und weil das so ist, müssen die paar Privilegierten eben geben, damit die anderen die das Pech hatten ärmer geboren zu sein, in unserem System überleben können. Denn es gibt kein anderes System mehr als das unsere: Das System der Abhängigkeit.
Montag 18. Januar, 2010

korrumpiert

An dieser Stelle wieder, pünktlich und mit anschließender Erklärung, der Spruch zum Wochenstart:
Der Mensch ist käuflich, und eine Regierung menschlich.

In diesem Sinne - lassen sie mal wieder im Hotel ein paar Handtücher mitgehen -, einen wunderschönen Wochenstart!

Es ist kein Geheimnis, dass eines der ersten Beschlüsse der neuen Regierung, der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Gastronomie und Hotellerie war. Das heißt, Hoteliers zahlen nur noch 7% anstatt den üblichen 19% Umsatzsteuer an den Staat – ihre Ausgaben bleiben aber mit 19% dem Gegenüber; und bisher wurden die Mehreinnahmen weder an Kunden noch an Mitarbeiter weiter gegeben. Verstanden hat das im Volk so gut wie keiner.

Jetzt stellt sich heraus, dass vor der Wahl Millionenbeträge Bestechungsgelder – getarnt als Parteispenden – geflossen sind. Mit diesem Hintergrund, wird das Ganze natürlich verständlicher und wir können alle beruhigt schlafen. Denn plötzlich macht es Sinn, Hoteliers und Gastronomen den Goldstaub in den After zu pusten ....
Dienstag 29. Dezember, 2009

Todesstrafe

Nicht dass ein Brite besser wäre als ein Chinese, oder China besser als die USA, Saudi-Arabien oder Jordanien. Es geht nicht um Vergleiche.
Laut Amnesty International wurden im Jahre 2008, 2.390 Menschen hingerichtet. In China allein waren es 1.780, in den USA 37 und in Saudi-Arabien 102. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Erschreckende Zahlen.

Während wir mit China kräftig Geschäfte machen, springen dort Menschen über die Klinge nur weil das System sich von ihnen gestört fühlt. 2008 sprach man darüber, China mit der Olympiade für ihre Politik des neuen Weges zu belohnen. Belohnt hat man nur den globalen Absatzmarkt. Unsere Politiker schütteln Diktatoren die Hand, und proklamieren sich selbst als Hüter der Menschenrechte. Saudi-Arabien ist ein Hort von Terroristen, regiert vom Abschaum der Menschheit – und trotzdem verbeugt man sich vor den stinkenden Scheichs. Das ist keine subjektive Äußerung, sondern objektives Faktum. Wer schon einmal neben einem Saudi stand, weiß was ich meine. Dessen ungeachtet weiß man um die Steinigungen und öffentlichem Köpfen in Saudi-Arabien. Sicher, das gibt es auch in anderen Ländern – und gut, ist es dort auch nicht. In Afghanistan ist man deshalb «eingelaufen», aus humanitären Gründen.
Warum laufen wir nicht in Saudi-Arabien ein ... oder in China?
Sonntag 29. November, 2009

Rücktritt

An dieser Stelle, sehr ungewöhnlich und selten pünktlich, der Spruch zum Wochenstart:
Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt und sie eine Lüge nennt ist ein Verbrecher. (org. Berthold Brecht)

Dieser Spruch wird auch gern Galileo Galiei zugesprochen - eben weil Berthold Brecht es im gleichnamigen Buch - Das Leben des Galilei - ... schrieb.
Wie auch immer; Herr Ex-Verteidigungsminister Jung, hätte Brecht lesen sollen... dann wäre es ihm wohl möglich erspart geblieben seine Karriere als Dummkopf oder Verbrecher zu beenden.

In diesem Sinne - ... Mitleid, gewährt man wem sie gebührt - einen wunderschönen Wochenstart.
Donnerstag 12. November, 2009

selbstredend

Wir wussten es nicht, deshalb erfahren wir es nur nebenher; Arbeit ist ein Faktor.
Und - Politiker sei Dank' erfahren wir das jetzt -, ES darf nicht den Faktor Arbeit belasten.
Puhh, Kinder, das ist nochmal gut gegangen! Wenn die uns das nicht erklärt hätten, ui ui ui. Aber was soll's; 2012 gehen die Maya unter und wir hinterher.


Aber manchmal ist von hinten gar nicht sooo übel. Unter Umständen natürlich, selbstredend.
Mittwoch 04. November, 2009

träumst schon oder regierst du noch?

Herrlich.
Das Mädel aus der Uckermark, bekam von ihrer Tante aus dem Westen regelmäßig amerikanische Jeans, einer ganz bestimmten Marke, die es im Osten nicht gab. Sodann war sie begeistert vom amerikanischen Traum - und schwups, in aller Ehre, sprach sie gestern als zweiter (nicht zweites) Staatsoberhaupt der Deutschen überhaupt, vor dem US Kongress. Sehr schön.

Derweil hat GM die Gunst der Stunde genutzt und Opel wieder das werden lassen was es immer war: Einen amerikanischen Traum. Ausbeuten was zu beuten geht, solange man dafür bekommt was man kann. Oder so ähnlich.
Montag 05. Oktober, 2009

Aufschwung

An dieser Stelle, wieder und pünktlich, der Spruch zum Wochenstart – diesmal, zugegeben, etwas kurz: Vollpfosten!

Herr Westerwelle. Ihre perfide Art, mit der sie gerade durch die Medien geistern, stößt auf. Dieses Nichts sagende Geschwätz, mit der sie Pressekonferenzen durch treten, zeugt nicht von Arroganz sondern von Dummheit. Gerade von ihnen, als angehenden Bundes-Außenminister, sollte man mehr erwarten dürfen.
Man darf ja nichts sagen, weil man dann als schlechter Verlierer oder Nachtreter gilt. Aber wer tut schon nur was man darf!


In diesem Sinne – auch wenn wir von Vollpfosten regiert werden -, einen wunderschönen Wochenstart.
Montag 14. September, 2009

du.ell

Eigentlich sollte an dieser Stelle, wie gewohnt und auch pünktlich, der Spruch zum Wochenstart stehen. Angesichts des durch die Medien hoch dotierten TV-Duells der Kanzlerkandidaten, sollte das schon etwas abfallen – dachte ich. Man soll Medien nicht immer glauben, schon gar nicht wenn es um Einschaltquoten geht.
Vier Journalisten gegen zwei Kanzlerkandidaten. Ganz Deutschland – abgesehen von den Bürgern die etwas besseres zu tun haben, als am Sonntag Abend ... - schaut zu, wie sich Merkel und Steinmeier stellen. Beide Berufsgruppen, die da aufeinander losgehen, sind recht einfach zu besetzen. Die einen werden gewählt, die anderen müssen medial präsentativ sein. Großartig einen Nobelpreisinhaber darf man also nicht erwarten. Die einen wollen entlarven, um gut dazustehen. Die anderen wollen gut dastehen, um nicht nicht entlarvt zu sein. Der Zuschauer versteht nur soviel wie man ihm gibt. Ein Boxkampf ist das nicht.
Nebenbei hallt noch das Heulen des liberalen Großraumkalibers Westerwelle nach. Er durfte nicht mitmachen, um sich gut dastehen zu lassen.
Gebracht hat das Ganze nichts. Außer dass die Große Koalition ihre Legitimität untermauerte und Merkel endlich mal auf den Putz gehauen hat: Lassen sie mich endlich ausreden.

In diesem Sinne, ohne Spruch, einen wunderschönen Wochenstart. Das Wetter ist scheiße genug um es Montag nennen zu können.
Freitag 11. September, 2009

dam.als

11. September, 2001... New York SkylineDas war doch der Tag, als? Ja, das war der Tag als. Man wird seine Erinnerungen haben, jeder. Es gab noch kein Euro und kein Hartz IV.
Wirklich grausam an dem heutigen Datum ist die Tatsache, dass ein gewisser Osama noch immer nicht gefasst wurde. Wir, die sekundären Opfer des 11. September 2001, haben gelernt damit zu leben. Wie die Hinterbliebenen der primären Opfer damit umgehen, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Intermezzo:
Heute Nacht hatte ich einen seltsamen Traum.
Ich war wieder in diesem Haus, von dem ich oft träume. Jemand war zu Besuch, wir redeten als es an der Tür klopfte. Ich öffne und sehe einen etwa ein Meter kleinen Jungen vor mir stehen. Das erste was mir auffällt ist dass er einen riesigen Schädel hat. Das heißt, sein Hirn war riesig, wie in diesen Alienfilmen. Ihm fehlt der linke Arm, ansonsten ist er am Kopf rasiert und steckt in einem hellblauen Strampelanzug. Er redet schnell, monoton und mit einer hellen Stimme. Zuerst verstehe ich ihn nicht, ahne aber, dass es wichtig ist.
Er wohne auf der anderen Straßenseite, in einer Nebenstraße, im ersten Stock. Ich solle ihnen helfen, der Vater sei ein Tyrann.
Ich nehme den Kleinen auf den Arm, stütze sein Genick wie man es bei Babies macht und gehe vor die Tür um zu sehen, ob da noch jemand ist. Ein anderer Junge, etwa 10, ist sei Bruder und macht mir klar, dass ich mich nicht einmischen solle, weil es keinen Zweck hätte. Sie würden auch so klar kommen, ich könne da nichts machen...
Montag 07. September, 2009

größtenteils

An dieser Stelle wieder, pünktlich der Spruch zum Wochenstart:
Soldaten sind keine Gärtner. Soldaten spielen nicht mit Murmeln. Soldaten befolgen Befehle – vor allem, Menschen zu töten.

Herr Verteidigungsminister Jung bringt es auf den Punkt. Der Schwerpunkt sei eindeutig Taliban gewesen, die da gestorben worden sind. Seine Chefin, unsere Bundeskanzlerin, setzt auf rasche Aufklärung.
Ja und wir? Wir können beruhigt schlafen, weil es größtenteils nur Taliban waren und es eine rasche Aufklärung geben wird.
Da war doch noch was? Ach ja, stimmt. Es ist Montag.

In diesem Sinne, einen wunderschönen Wochenstart – und seien sie mal froh dass sie größtenteils keine Taliban sind.
Donnerstag 16. Juli, 2009

STASI.s

Eines der Manipulationsgesetze besagt - und es stimmt -, je mehr Menschen eine Lüge wiederholen, desto wahrer wird der Inhalt.
Wenn man sich die Parteigeschichte von Deutschland ansieht, wird einem spätestens dann klar, dass Antisemitismus keine Erfindung des dritten Reiches war. Judenhass war in Deutschland ein weit verbreitetes Denken - medial sogar schon seit den 1850ern. Es gab immer wieder Organisationen die sich offen dazu bekannten, das Judentum zu bekämpfen. Nicht dass das vom minderen Volk ausging, sondern eher von der sogenannten Elite. Pateigeschichtlich gingen diese Organisationen in Teile der Christlich Sozialen und Demokraten sowie in Liberalen auf.
Den Antisemitismus am dritten Reich festzumachen ist gefährlich und gelogen. Die Quittung dafür bekam man hier ab Ende der 60er recht heftig zu spüren. Hitler und seine Spielgefährten hatten kein Volk im Griff, sondern Helfer an allen Ecken. Man mag der Großmutter verzeihen, aus Angst die Klappe gehalten und die Augen verschlossen zu haben. Man kann aber der Elite Deutschlands nicht verzeihen, mitgemacht zu haben. Generäle, Professoren, Ärzte, Fabrikanten, Autoren, Schauspieler, Wissenschaftler. Sie erst ermöglichten was hierzulande passierte. Nicht weil sie keine Eier in der Hose hatten, sondern weil sie der Sache nicht wider waren. Antisemitismus war im damaligen Denken salonfähig.

Natürlich ist das schon durchgekaut und etliche Male ebenso ausgekotzt worden. Leider wird bei jedem Mal, ein Stück der Wahrheit vergessen. Übrig bleibt eine kleine Gruppe Schuldiger, den man nicht angehört haben will.

Und, und da wären wir beim Thema, dasselbe passiert gerade mit der Aufarbeitung der ehemaligen DDR.
Mittwoch 24. Juni, 2009

Jung der Franz Josef

Am 4. September 2008, schrieb ich hier: Natürlich ist das schlimm, wenn Soldaten im Einsatz getötet wurden. ... Es ist immer schlimm, wenn Menschen getötet werden. Immer. ... Trauerfeier. Wenn ich das Wort lese, könnte ich kotzen. Was will man feiern?! Oder sollte man sich fragen, wer will feiern?

Ich habe gestern die Pressekonferenz unseres Bundesverteidigungsminister gesehen. »Im Einsatz für den Frieden gefallen«. Wahrscheinlich fühlt er sich noch gut bei solchen Unworten, denn als er abging lächelte er in die Kamera.

Mir ist übel. Sehr übel. So wir mir immer übel ist, wenn Menschen sinnlos geopfert werden.

Beileid den Hinterbliebenen, und uns, deren Frieden um drei sinnlose Opfer reicher ist.
Montag 15. Juni, 2009

Vorn

Wenn man Wahlergebnisse beobachtet, fragt man sich nicht selten was der Staatsbürger denn verstanden hat – oder ob er noch bei Verstand ist.
Letztens konnte man beobachten wie vermeintlich klugen Menschen ihre Stimme für die Piratenpartei gaben. Das nicht allein, man muss es natürlich auch noch öffentlich machen. Nach dem Motto, seht her, ich bin klüger als ihr alle und wähle die Piratenpartei – die neuen Grünen.
Nichts gegen Meinung, nur sollte da auch wirklich eine sein. Denn was die Herren und Damen Staatsbürger da gewählt haben, versteht keiner so richtig – oder man gibt sich zufrieden, dass kluge Menschen sich von Schlagworten blenden lassen. Nur weil da ein paar Dinge angesprochen werden, heißt das noch lange nicht, dass dahinter ein Programm steht. Wer will schon in einem Bus zur Arbeit gefahren werden, dass zwar bequeme(re) Sitze aber dafür keine Reifen und einen schlotternden Motor hat.
Die dummen Staatsbürger wähl(t)en natürlich gar nicht oder rein traditionell - einige haben nämlich auf ihrer Geburtsurkunde die richtige Partei mit auf-gestempelt bekommen – alte Geschichte. So schenkt sich der dumme nichts weniger als der kluge Staatsbürger: Er klagt nach der Wahl dass sich nicht geändert hat.

Dank Phönix darf man an Parteitagen teilhaben. Parteitage nennt man diese Lobveranstaltungen, wo sich Parteigenossen und Genossinnen, Freunde und liebe Freundinnen, treffen und gemeinsam ein zwei Gläser trinken und sich schöne Worte sagen: Wir sind schöner, besser und gemeinsam gehen wir nach Vorn. Vorn, ist irgendwo und muss wirklich ein schönes Land sein – leider weiß weder Google noch das geniale Bing wirklich näheres darüber zu berichten. Der zuschauende Staatsbürger bleibt im Hinten und googelt nicht weiter. Denn Hinten ist bekannt und eh alles fürn Arsch.


Nun, keine Sorge; ich bin kein Staatsbürger, nur Ausländer.
Dienstag 26. Mai, 2009

Sperren




Natürlich ist das Thema brisant. Natürlich hat man seine eigene Meinung dazu.
Natürlich hört man wieder nur die, die laut dagegen schreien - und natürlich, winkt man nur ab.

Es geht nicht darum Recht zu haben, sich einer Meinung anzuschließen, weil man sich dann besser oder gar «klüger als» fühlt. Dazu ist das Thema zu heikel und ein Handeln ist seit Jahrzehnten mehr als nötig. Leider wurde und wird zu wenig getan.
Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie und weiteren Ressorts, mag in bona fide reagieren - wahrscheinlich gibt ihr Intellekt nicht mehr her oder sie ist wirklich so kaltblütig im Gemüt? -, eine Lösung ist das aber nicht.

In dem hier gezeigten Bericht wird alles zusammengefasst was man zu sagen hat. Und wie Josh es treffend schrieb, ist «dieser Bericht von ZAPP ... endlich mal wieder, leider eines der wenigen, Beispiele für guten Journalismus. Aber nicht umsonst sind ja die Macher von ZAPP gerade bei Politikern, Lobbyisten aber auch Teilen der Journalisten eher unbeliebt.»

Via Josh und Sven Scholz
Donnerstag 23. April, 2009

von der Leyen

Eigentlich müsste man. Mit diesen Worten könnte und sollte man einigen Desaster begegnen.
... hier weiter lesen!
Stichwort-Wolke

fieber reaktion


fieber kategorien

Θ ebonal
Θ menschlich
Θ xelllich
Θ gesellschaftlich
Θ fiebrig
Θ wochenstart
Θ musikalik
Θ poli
Θ edith
Θ sportlich
Θ geonal
Θ tech
Θ -100
Θ laz

fieber statistic

off
Ebola is: back

fieber verweis

offline

archiv

Θ 2016: Okt
Θ 2015: Feb
Θ 2015: Jan
Θ 2014: Dez
Θ 2013: Mai
Θ 2013: März
Θ 2012: Feb
Θ 2011: Nov
Θ 2011: Okt
Θ 2011: Sep
Θ 2011: Aug
Θ 2011: Jul
Θ 2011: Jun
Θ 2011: Mai
Θ 2011: Apr
Θ 2011: März
Θ 2011: Jan
Θ 2010: Okt
Θ 2010: Sep
Θ 2010: Aug
Θ 2010: Jul
Θ 2010: Jun
Θ 2010: Mai
Θ 2010: März
Θ 2010: Feb
Θ 2010: Jan
Θ 2009: Dez
Θ 2009: Nov
Θ 2009: Okt
Θ 2009: Sep
Θ 2009: Aug
Θ 2009: Jul
Θ 2009: Jun
Θ 2009: Mai
Θ 2009: Apr
Θ 2009: März
Θ 2009: Feb
Θ 2009: Jan
Θ 2008: Dez
Θ 2008: Nov
Θ 2008: Okt
Θ 2008: Sep
Θ 2008: Aug
Θ 2008: Jul
Θ 2008: Jun
Θ 2008: Mai
Θ 2008: Apr
Θ 2008: März
Θ 2008: Feb
Θ 2008: Jan
Θ 2007: Dez
Θ 2007: Nov
Θ 2007: Okt
Θ 2007: Sep
Θ 2007: Aug
Θ 2007: Jul
Θ 2007: Jun
Θ 2007: Mai
Θ 2007: Apr
Θ 2007: März
Θ 2007: Feb
Θ 2007: Jan
Θ 2006: Dez
Θ 2006: Nov
Θ 2006: Okt
Θ 2006: Sep
Θ 2006: Aug
Θ 2006: Jul
Θ 2006: Jun
Θ 2006: Mai
Θ 2006: Apr
Θ 2006: März
Θ 2006: Feb
Θ 2006: Jan
Θ 2005: Dez
Θ 2005: Nov
Θ 2005: Okt
Θ 2005: Sep
Θ 2005: Aug
Θ 2005: Jul
Θ 2005: Jun
Θ 2005: Mai
Θ 2005: Apr
Θ 2005: März
Θ 2005: Feb
Θ 2005: Jan
Θ 2004: Dez
Θ 2004: Nov
Θ 2004: Okt
Θ 2004: Sep
Θ 2004: Aug
Θ 2004: Jul
Θ 2004: Jun
Θ 2004: Mai
Θ 2004: Apr
Θ 2004: März
Θ 2004: Feb
Θ 2004: Jan
Θ 2003: Dez
Θ 2003: Nov
Θ 2003: Okt
Θ 2003: Sep
Θ 2003: Mai
Θ 2003: Apr
Θ 2003: März
Θ 2003: Feb
Θ 2002: Mai
Θ 2002: Apr
Θ 1966: Nov

menü


background-image

Elvis Presley 

wir lesen

«Drachenläufer» 
Khaled Hosseini 

mod

busy surviving 

link.listen


stuff

Valid XHTML 1.0!  
Valid CSS!  
Blogverzeichnis  
Bloggeramt.de  
Blogverzeichnis - Bloggerei.de  
Die beliebteste Webseite  
spam poison  
SPAMMERS SUCK! We redirect ours to SpammerBeGone.com!  
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits 
Powered by PivotX - 2.3.11  
XML-Feed (RSS 1.0)  
XML: Atom Feed