Mittwoch 04. Januar, 2006

DABINZ

An dieser Stelle - sehr verspätet durch den Jahreswechsel -, der Spruch zum Wochenstart:
Vor einer Zentrale eines großen Konzerns wird ein kleines Körbchen mit einem Neugeborenen gefunden. Das Kind wird gewickelt und versorgt. Dann schaltet die Personalabteilung ein Expertenteam ein, welches die heikle Frage klären soll, ob das Kind womöglich im Hause entstanden sein könnte. Nach vielen Monaten Wartezeit bekommt man ein klares »Nein« zur Antwort - und zwar mit folgender Logikkette:
1. Das Baby kann nicht bei uns entstanden sein, denn in der Zentrale haben noch nie Zwei eng zusammengearbeitet.
2. Hier wird nichts mit Lust und Liebe gemacht.
3. Wenn trotzdem was dabei (2.) herauskommt, hatte es noch nie Hand und Fuß.
4. Außerdem wäre es (3.) garantiert nicht schon nach neun Monaten fertig!
5. Ein leitender Angestellter kann es (4.) nicht gewesen sein, denn die fangen nie etwas Neues an.


Kennen Sie das «DABINZ-Prinzip» auch aus Ihrer Firma, Familie oder Clique - «Da Bin Ich Nicht Zuständig»?
Weder für ein Baby, noch für neue Ideen, schon gar nicht, wenn es Mühe bereitet?
Eigentlich schade, oder nicht?
Montag 19. Dezember, 2005

Culpa

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenstart:
Fehler macht schließlich jeder - am Ende kommt es darauf an, dass und wie man sie eingesteht!
Als junger Mann war der Jazztrompeter Louis Armstrong von seiner Plattenfirma erwischt worden, als er vertragswidrig Aufnahmen für eine Konkurrenzfirma gemacht hatte. Seine Produzenten waren entrüstet. Da setzte »Satchmo« - dem jetzt erst bewusst wurde, einen Riesenfehler begangen zu haben -, seine Unschuldsmiene auf und sagte: »Meine Herren, was Sie da behaupten, stimmt erstens nicht - und zweitens werde ich es nie wieder tun!« Alles lachte. Und die Situation war gerettet.


Ich habe einen Teil meiner Fehler schon hinter mich gebracht. Klar, man gibt ungern alle davon zu. Aber zumindest diejenigen, aus denen man etwas lernen kann, sollten im Lauf der Zeit zu angenehmen Erinnerungen werden! Das eben nur, wenn man sie eingesteht.

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Wochenstart, mit all den Fehlern die wir Menschen nun mal machen.
Dienstag 13. Dezember, 2005

Bruch

An dieser Stelle, wieder etwas verspätet, der Spruch zum Wochenstart:
Zu Studiumszeiten, ich glaube um das Jahr 1989 herum, hörte ich von folgender Geschichte: Da wollte ein Ehepaar sein Meissner Porzellangeschirr veräußern. Der Auktionator schätzte, es ließe sich 20.000 D-Mark erzielen. Die Frau freute sich und spülte noch einmal sorgsam jedes Teil. Doch wie es «das Schicksal» wollte, fiel ihr der Deckel der Zuckerdose aus der Hand und zerbrach. Was tun, einfach zusammenkleben? Nein. Die Frau packte die Scherben in ein kleines Kästchen und sandte es mit der freundlichen Bitte um Ersatz an die Meißener Porzellanmanufaktur. Die Antwort kam überraschend schnell: »Leider ist es uns nicht möglich, Ihnen das fehlende Deckelchen zu ersetzen. Nicht, dass wir nicht wollten, aber es gibt auf der ganzen Welt nur noch zwei dieser Tafelgeschirre - und eines davon ist Ihres. Wir wären hocherfreut und sehr glücklich, wenn Sie sich bereitfinden könnten, das Service der ständigen Ausstellung unserer Manufaktur zu überlassen. Mit freundlichen Grüßen etc.« Ferner stand in dem Schreiben, dass Meißener den Wert des Tafelgeschirrs auf 200.000 DM bezifferten und boten dem Ehepaar diesen Kaufpreis an.

Eine wahre Geschichte. Enthält sie nicht eine tiefere Bedeutung?
Wie oft geschieht es, dass wir erst dann, wenn etwas zerbrochen ist, seinen wahren Wert erkennen? Zum Beispiel den Wert einer Beziehung, einer Freundschaft, Nachbarschaft?
Dienstag 06. Dezember, 2005

Bratapfel

An dieser Stelle reiche ich noch einen zweiten Wochenstartspruch nach, doppelt hält besser in der Winterzeit:
http://www.eat-online.net/images/students/germany/bratapfel_josephine.jpgOktoberwärme vom Himmel, Morgenmusik aus den Zweigen und die guten Gespräche auf hellen Plätzen. Das war vor Wochen und ist vergangen. Im November ein schlechter Ersatz durch prasselnde Scheite, Cat Stevens im Raum und das Buch aus dem Regal. überall fehlt Licht, Klang und Freude. Dachte ich. Bis ich diese Geschichte von den ungleichen Zwillingen las: Die glichen sich äußerlich wie ein Ei dem anderen, waren aber ansonsten grundverschieden. Wenn es dem einen zu heiß war, war es dem anderen zu kalt. Wenn einer sagte: »Der Fernseher ist zu laut«, verlangte der andere, dass die Lautstärke runtergedreht wurde. Der auffälligste Unterschied aber war, dass der eine zu jeder Stunde optimistisch und zuversichtlich war, und der andere immer schlecht gelaunt, miesepetrig und pessimistisch..
Als sie Geburtstag hatten, wagte der Vater der Zwillinge ein Experiment. Am Vorabend wartete er, bis seine Söhne eingeschlafen waren, und ging dann heimlich ans Werk. Nur um zu sehen was passieren würde, packte er das Zimmer des Pessimisten bis unter die Decke voll mit den schönsten Geschenken, Büchern, Spielzeug, Software und, und, und! Dem Optimisten aber legte er nur einen stinkenden Pferdeapfel ins Zimmer - sonst nichts. Am nächsten Morgen schaute der Vater zuerst ins Zimmer des Pessimisten. Er fand ihn laut heulend am Boden sitzen, inmitten der ganzen wundervollen Geschenke.
Warum weinst du?, fragte der Vater.
Da schluchzte der Pessimist: Erstens, weil meine Freunde neidisch sein werden; zweitens, weil ich die ganzen Gebrauchsanleitungen lesen muss, bevor ich mit den Geschenken etwas anfangen kann; drittens, weil ich für die meisten dieser Spielsachen ständig neue Batterien brauchen werde; und viertens, weil im Lauf der Zeit bestimmt ein paar von den Spielsachen kaputtgehen werden!
Als der Vater dann ins Zimmer des Optimisten kam, hüpfte dieser vor Freude in großen Sprüngen um den Pferdeapfel herum. Warum bist du so fröhlich, fragte ihn der Vater. Ganz einfach, antwortete sein optimistischer Sohn, irgendwo im Haus muss ein Pony sein!


Nicht wahr: Man denkt hier sofort an Idealismus, Materialismus, Hegel und Marx?
Oder auch an die ungleichen Zwillinge im eigenen Kopf?
Ich jedenfalls freute mich nach dieser Geschichten an einem wundervoll romantischen Dezemberabend, wie er schöner nicht hätte sein können. Und Ihnen, wünsche ich eine optimistische Adventszeit, mit den duftigsten Früchten von allen: den Bratäpfeln.
Montag 05. Dezember, 2005

Wege

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenstart. Doch diesmal in etwas ungewohnter Form - keine Parabel oder dergleichen, sondern einfach ein Sprichwort, ein italienisches:

Il mondo e fatto a scale, chi le scende e chi le sale.

(Die Welt ist aus Stufen gemacht, der eine steigt sie hinab, der andere hinauf).



Wir sollten jedem auf dieser Treppe freundlich begegnen. Das besonders auf dem Weg nach Oben. Denn irgendwann auf dem Weg nach unten, begegnet man sich wieder.
Montag 28. November, 2005

Champagner

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenstart:
Den deutschen Feuilletonisten, meinte ein Kritiker, sei es mit dem neuen Roman von Peter Handke so gegangen wie dem jungen Mann, der in einer leeren Dachstube sitzt, in der einen Hand ein Glas Wasser, mit der anderen spielt er an sich herum und lächelt: »Was für ein Leben! Champagner und Frauen!«

In diesem Sinne, wünsche ich einen guten Wochenstart, mit, Champagner und Frauen!
Montag 14. November, 2005

?Klasse

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenstart:
Der elsässische«Urwalddoktor» Albert Schweitzer kam wiederholt nach Europa, um Geld für sein Spital in Lambarene zu beschaffen. Als man ihn fragte, warum er für seine Fahrten durch den Kontinent stets die dritte Klasse der Eisenbahn benutze, antwortete er: »Weil es keine vierte Klasse gibt.«

Auch wir müssen uns Gedanken darüber machen, wo aus Prestigegründen unnötig viel Geld verbraucht wird und wo wir das eine oder andere einsparen können ...
Montag 07. November, 2005

Antrieb

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenstart:
Queen Mary, die 1953 im Alter von 86 Jahren verstarb, verkörperte die besten Traditionen der britischen Krone. Im hohen Alter sollte sie einmal die Eröffnung einer Brücke vornehmen. Wegen des schlechten Wetters riet man ihr, das vorgesehene Programm abzukürzen und die Eröffnung nur symbolisch vorzunehmen. »Meine Herren«, antwortete die Königin und griff zum Regenschirm, »merken Sie sich eins: Wenn etwas wert ist, getan zu werden, dann ist es auch wert, gut getan zu werden.«

In diesem Sinne sollten auch wir uns weder von schlechtem Wetter noch sonstigen Widrigkeiten abhalten lassen, das zu tun, was wir uns in dieser Woche vorgenommen haben.
Einen erfolgreichen Wochenstart!
Montag 31. Oktober, 2005

Verständnis

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenstart:
Während einer Vorlesung über ideale Gase machte Prof. Boltzmann gelegentlich komplizierte Berechnungen, die ihm keinerlei Schwierigkeit bereiteten. Seine Studenten konnten ihm allerdings nicht folgen und fragten nach wie er das an der Tafel berechnet habe. Boltzmann entschuldigte sich und versprach es nächstes mal besser zu machen. In der nächsten Vorlesung begann er: »Meine Damen und Herren, wenn wir die Gesetze von Boyle und Charles kombinieren erhalten wir die Gleichung p·V=p0·V0·(1+a·t). Nun ist klar, daß aSb=f(x)·dx·x(a) und damit VS·f(x,y,z)·dV=0. Das ist so einfach, wie eins und eins zwei ergibt.« In diesem Moment erinnerte er sich an sein Versprechen und schrieb pflichtbewußt an die Tafel 1+1=2. Dann setzte er die komplizierten Rechnungen, rein aus dem Gedächnis fort.

Nicht alles was uns leicht und selbstverständlich scheint, kann auch immer von anderen als solches erkannt werden. Wir sollten also lernen, uns verständlicher auszudrücken, wenn wir Verständnis erwarten.

In diesem Sinne, einen guten und verständnisvollen Wochenstart.
Montag 24. Oktober, 2005

Spiegel.tum

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenanfang:
Spiegel - Original via http://www.intra-kapelle.nl/ ...Eines Tages kam ein reicher und geiziger Mann zu einem weisen Rabbi. Der Rabbi führte ihn ans Fenster. »Schau hinaus«, sagte er, »und erzähle mir, was du siehst.« »Menschen«, antwortete der Reiche. Darauf führte ihn der Rabbi zu einem Spiegel. »Was siehst du jetzt?«, fragte der Rabbi. »Ich sehe mich selbst«, sagte der Reiche. Da sprach der Rabbi: »Merke, das Fenster ist aus Glas und der Spiegel ist aus Glas - aber das Glas des Spiegels ist mit ein wenig Silber belegt. Kaum kommt ein wenig Silber dazu, hörst du auf andere Menschen zu sehen und siehst nur noch dich selbst.«

Wieder einmal eine Parabel, die nachdenklich macht. Ist das die Wirkung des Geldes, die uns charakterlich verändert, zu Egoisten macht, dass wir einmal zu einem gewissen Reichtum oder Vermögen gekommen, nur noch um uns selbst kreisen?
In diesem Sinne, einen guten Wochenstart!

image - origin http://www.intra-kapelle.nl/ ...
Montag 17. Oktober, 2005

Handwerk

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenanfang:
Ein junger König wollte wissen, was das Volk von ihm hielt. Er kleidete sich nach Art der ärmsten, ging unter das Volk und befragte es. Dabei kam er in ein Dorf, in dem ihn ein junges Mädchen durch ihre Schönheit, ein bezauberndes Wesen und Bescheidenheit gefangen nahm. Kaum zurück im Palast, rief er den Wesir zu sich: Geh in das Dorf, suche den Vater des Mädchens und bitte ihn in meinem Namen um die Hand seiner Tochter, befahlt er. Der Wesir tat, wie ihm geheißen. Doch das junge Mädchen meinte: König hin oder her - der Mann, den ich heirate, muss ein Handwerk beherrschen. Heute ist er noch König, aber was wird in fünf Jahren sein? In meinen Augen ist das einzig Wertbeständige ein gutes Handwerk. Einem Menschen gehört nur das, was bei einem Schiffbruch übrig bleibt. Der König tobte - als er sich beruhigt hatte, entschloss er sich der beste Teppichweber im ganzen Land zu werden. Gesagt, getan. Er lernte alles, was es zu lernen gab, und mit seinem Meisterstück hielt er nach Jahren erneut um die Hand des Mädchens an, das zu einer anziehenden jungen Frau herangereift war. Sie war hoch erfreut und einverstanden mit der Heirat. Denn der König hatte jetzt etwas Anständiges gelernt - wahrhaft krisenfest und mit Zukunft.

Das Handwerk hat goldenen Boden, sagt ein bekanntes Sprichwort - und diese Geschichte erzählt nichts anderes. Doch wie alle Märchen hat auch es nicht nur einen kleinen Haken; es ist nur ein Märchen: Denn wir sind gerade dabei, unseren Handwerkern den kompletten Boden unter den Füßen wegzuziehen! Oder wie sollte man es sonst nennen, wenn jetzt »Billigstanbieter« für Stundenlöhne von weniger als 5 Euro unseren Handwerkern die Existenzgrundlage entziehen dürfen?
Montag 10. Oktober, 2005

Ziel

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenanfang:
Florence Chadwick hatte es sich in den Kopf gesetzt als erste Frau den Kanal zu überqueren - schwimmend! Nach hartem Training startete sie 1952 ihren ersten Versuch in Calais. Sie schwamm, angespornt von den vielen Zurufen aus ihren Begleitbooten. Kurz vor der englischen Küste zog dichter Nebel auf, und das Wasser wurde immer kälter. Ihre Mutter feuerte sie vom Boot aus an: »Los, Florence! Du schaffst es! Es sind nur noch wenige Meilen!« Doch schließlich ließ sich die erschöpfte Florence an Bord ziehen - ein paar hundert Meter vor ihrem Ziel. Später sagte sie den Reportern: »Ich will mich nicht entschuldigen, aber ich glaube, ich hätte es geschafft, wenn ich nur mein Ziel hätte sehen können.«
Florence Chadwick versuchte es später noch einmal. Dieses Mal konzentrierte sie sich darauf, die Küste von Dover vor ihrem inneren Auge zu sehen. Jedes Detail malte sie sich aus; und je dichter der Nebel wurde und je kälter das Wasser, desto klarer erschien ihr das Bild der Küste, desto näher sah sie sich ihrem Ziel - das sie am Ende auch tatsächlich erreichte.


Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Ziele immer so klar vor Augen haben wie einst Florence Chadwick!
Dienstag 04. Oktober, 2005

Schmalenbach

An dieser Stelle wieder fast pünktlich am Nachmittag, der Spruch zum Wochenanfang:
Eugen Schmalenbach - ? http://www.bg-nuernberg.bdvb.de»Die Lust am Beischlaf steht zur Volksvermehrung in direkt proportionalem Verhältnis - wie die Lust am Geldverdienen zur Mehrung des Volkseinkommens. Wehe den Staat, der seinem Volk die Lust nimmt!«
So plastisch und drastisch drückte sich vor über 50 Jahren der Altvater der Betriebswirtschaft aus: Eugen Schmalenbach. In Zeiten der modernen Verhütungsmethoden, möchte man das Ganze etwas anders ausdrücken; aber wir wissen, was gemeint ist. Fragen wir einfach einmal, wann es wieder mehr Lust bereiten würde, eigenverantwortlich tätig zu sein?

image - http://www.bg-nuernberg.bdvb.de/evolution.htm
Montag 26. September, 2005

Suche

An dieser Stelle wieder fast pünktlich am Nachmittag, der Spruch zum Wochenanfang:
Brahma, Vishnu, and ShivaEinst schuf Brahma die Welt und erfreute sich an seiner Schöpfung. Schließlich aber - nach Jahrmillionen - begann er sich zu langweilen. Deshalb dachte er sich ein Spiel aus: Er spielte Versteck mit sich selbst. Da aber Brahma allmächtig ist, konnte er sich so gut verstecken, dass er Jahrtausende brauchte, um sich wieder zu finden.
Das gefiel ihm so gut, dass er sich erneut versteckte. Darum wissen wir heute nicht, wo er sich gerade befindet. Er kann in der Vase dort auf dem Tisch sein oder im Baum im Garten. In der Musik, die du gerade hörst, oder in dir. Wer weiß?


Eine eindrucksvolle Parabel - finden Sie nicht auch? Gott kann in allem sein. In einer kunstvollen Vase, einem prachtvoll blühenden Baum, in himmlischer Musik, in einem freundlichen Menschen, in uns selbst. Bleiben wir bei den Menschen: Kann Gott auch in einem Kurden sein, der bei uns Asyl vor Verfolgung sucht? In einem Afrikaner, der Hunger und Dürre entkommen will? In einem Obdachlosen, der in der Kälte zittert?
Einen nachdenklichen Start in die Woche!

image http://www.yogajournal.com/history ...
Montag 19. September, 2005

Sieh!

An dieser Stelle wieder fast pünktlich am Nachmittag, der Spruch zum Wochenanfang:
In Australien gab es einmal einen berühmten Chirurgen namens Dr. Charles Billroth. An einem Morgen lehrte er seine Studenten, dass ein Arzt zwei Fähigkeiten brauche: Erstens, er darf sich nicht ekeln. Und zweitens, er muss eine präzise Beobachtungsgabe besitzen. Zur Demonstration tunkte er seinen Finger in eine abscheulich bittere Flüssigkeit, schleckte und forderte die Studenten auf das Gleiche zu tun. Die Studenten probierten - ohne mit der Wimper zu zucken - einer nach dem anderen von der widerlich schmeckenden Flüssigkeit.
Danach eröffnete ihnen Dr. Billroth lächelnd: »Sie haben den ersten Test bestanden, aber nicht den zweiten! Denn keiner von Ihnen hat bemerkt, dass ich meinen Zeigefinger in die Flüssigkeit getaucht, aber den Mittelfinger abgeleckt habe.«

Bleiben wir einmal bei der präzisen Beobachtungsgabe. Vieles nehmen wir ja überhaupt nicht mehr wahr, weil es uns selbstverständlich ist.
Ein Auto fährt mit Benzin oder Diesel: eine Selbstverständlichkeit. Ein Haus wird entweder mit Kohle, Gas oder öl beheizt: eine Selbstverständlichkeit. Aber schauen wir doch einmal ganz genau hin: Kann ein Auto nicht anders bewegt, ein Haus nicht anders beheizt werden? Wenn wir präzise beobachten, können wir uns eine Menge bitterer Folgen ersparen - irreparable Folgen für unseren blauen, im Universum einmaligen Planeten!
Montag 12. September, 2005

Fischer

An dieser Stelle wieder fast pünktlich zu Mittag, der Spruch zum Wochenanfang:
Es war einmal ein Fischer, der genoss das schöne Frühlingswetter in seinem kleinen Boot. Er fing nicht das Geringste, freute sich aber über den friedlichen Tag und den leichten Wind, der das Wasser fächelte. Kein Fisch schien sich um seinen Köder zu kümmern. Als der Fischer nach unten ins Wasser schaute, bemerkte er gleich rechts neben dem Boot eine Wasserschlange. Sie trug einen Frosch im Maul. Vorsichtig stieß er mit seiner Hand nach unten, packte die kleine Schlange, zog sie ins Boot und schüttelte sie so lange, bis diese den Frosch losließ. Als der Frosch glücklich auf dem Boden des Bootes herumhüpfte und der Fischer die Schlange gerade freilassen wollte, fiel ihm ein, dass er ja unter dem Sitz noch einen Flachmann mit einem erfrischenden Tröpfchen hatte. Allerdings stellte sich heraus: Das Ding war schon ziemlich leer. Egal! Den Rest teilte er mit der Schlange und ließ sie dann wieder ins Wasser gleiten, wo sie selig davonschwamm. Unser Fischer kehrte zu seinem Zeitvertreib zurück. Nach einiger Zeit sah er überrascht, wie die kleine Schlange zurückkam. Zu seinem Erstaunen hatte sie diesmal nicht einen sondern zwei Frösche dabei.

Die Moral von der Geschichte?
Simpel: Wenn einer sich so benimmt, dass du sein Benehmen magst, belohne sein Verhalten - egal, ob du Fischer oder Schlange bist.
Montag 05. September, 2005

Ausnahme

Paul Cézanne - http://www.abcgallery.com/C/cezanne/cezanne.htmlAn dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenanfang:
Zu dem französischen Maler Paul Cézanne kam eines Tages ein Kollege, der ihn sehr verehrte. Er wollte ihn um eine Beurteilung seiner Arbeiten bitten. Cézanne lehnte ab. Er sagte: »Es reicht, wenn Sie mir Ihre Palette zeigen.« Als er die Palette sah, tobte er: »Was fällt Ihnen ein, Sie Stümper, Sie verwenden ja Schwarz.«
»Aber Meister«, erwiderte der andere, »sie verwenden doch selber Schwarz!« Worauf Cézanne entgegnete: »Na und? Ich bin der Einzige, der das darf. Ich bin die Ausnahme!«


Wir lernen daraus: Nicht alles, was wir um uns herum sehen oder erleben, ist Normalität. Wir sind so oft geneigt, das, was geschieht, als völlig normal anzusehen.
Eigentlich ist es aber nicht normal, sondern die Ausnahme!

image - Paul Cézanne - http://www.abcgallery.com ...
Montag 29. August, 2005

cum.pane

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenanfang. Diesmal aus einer alten und meist bekannten Geschichte heraus:
Eine ältere Dame steht im Selbstbedienungsrestaurant in der Schlange und holt sich eine Terrine Erbsensuppe. Am Tisch stellt sie fest: Die Wurst fehlt. Sie setzt die Terrine ab und reklamiert an der Theke. Selbstverständlich bekommt sie einen Teller mit der fehlenden Wurst. Wieder zurück, sieht sie, dass an ihrem Tisch ein Schwarzer sitzt und ihre Erbsensuppe probiert. Was soll ich tun, überlegt die alte Dame? Weil sie sich keinesfalls in den Verdacht der Ausländerfeindlichkeit bringen will, setzt sie sich zu dem Afrikaner an den Tisch. Sie zerteilt die Wurst in kleine Stücke, die sie je zur Hälfte dem jungen Mann in die Suppenterrine und sich in den Teller füllt. Dann holt sie sich noch einen zweiten Löffel, eine Kelle, füllt sich Suppe in ihren Teller und beide essen gemeinsam den Erbseneintopf. Der junge Mann steht zwischendurch auf und besorgt zwei Glas Bier. Man prostet sich zu, und nach einem gemeinsamen Kaffee verabschiedet der junge Mann sich höflich. Ein wenig trauert die alte Dame ihm nach. Sie will jetzt auch gehen und langt nach ihrer Handtasche. Doch die Tasche ist verschwunden! Um Himmels willen! Der nette junge Mann - ein Dieb? Nach verzweifelter Suche findet sich endlich die Tasche - am Nachbartisch. Und da steht auch die Terrine mit ihrer Erbsensuppe. Langsam beginnt die alte Dame zu begreifen ...

Eine hübsche Geschichte; wenn auch vielleicht nicht wahr, so doch auf jeden Fall gut erfunden. Da wird von der friedlichen Idylle berichtet, mit der die ungleichen Personen einträchtig und friedlich ihr Essen teilen. Da werden aber auch Zweifel und Verdacht nicht verschwiegen, als die alte Dame ihre Handtasche vermisst. Sollte die Freundlichkeit des Schwarzafrikaners nur Tarnung sein, Tarnung, hinter der sich ein Trickdieb verbirgt? Das Vertrauen, das sich zwischen beiden Personen aufgebaut hat, ist nicht unerschütterlich, kann beim ersten Zweifel fraglich werden. Einen Menschen, dem man vertrauen kann, mit dem man durch dick und dünn geht, nennt man einen »Kumpel«. Dieses Wort geht auf lateinisch »cum pane« - wörtlich: mit Brot - zurück. Es bezeichnet im ursprünglichen Wortsinn also jemanden, mit dem man das Brot teilt. Die alte Dame und der junge Afrikaner sind in diesem Sinne zu Kumpanen geworden - aber ihre Kumpanei ist nicht ohne Zweifel, ist nicht fest etabliert. Es müsste häufiger vertrauensvoll das Brot geteilt werden, damit sie echte Kumpel würden. Nun geraten wir alle nicht so leicht in eine solche Situation im Selbstbedienungsrestaurant. Daher sollten wir uns im stillen fragen: Warum muss eigentlich ein Zufall eingreifen, ein Irrtum, ein Verwechseln des Tisches, damit zwei sehr unterschiedliche Menschen friedlich an einem Tisch miteinander speisen? Warum müssen wir eine solche Geschichte erfinden? Warum setzen wir uns in Deutschland immer an einen freien Tisch und essen allein?
Montag 22. August, 2005

Produkt

An dieser Stelle wieder pünktlich zu Mittag, der Spruch zum Wochenanfang:
Auf dem Wege nach Madrid bat ein Armer sehr zurückhaltend um ein Almosen. »Schämt Ihr euch denn nicht«, sagte ein Passant, »einer so erbärmlichen Tätigkeit nachzugehen, wo Ihr doch arbeiten könntet?« - »Mein Herr«, antwortete der Bettler mit echt kastilischem Stolz: »Ich bat um Geld und nicht um Ratschläge.«

Bei allem Stolz: Er ist nicht der Erste, der die Erfahrung macht dass es leichter ist, an gute Ratschläge zu kommen als an das Geld anderer Leute. Wir, die wir ebenfalls an das Geld anderer Leute kommen wollen, müssen uns darum etwas einfallen lassen. Wir dürfen keine Produkte anbieten, die uns alt aussehen lassen und bestenfalls unerbetene Ratschläge einbringen. Nein, was wir brauchen, sind Kunden, die uns ihrerseits bestürmen und fragen: »Bitte, bitte, kann ich euer Produkt so schnell wie möglich haben? Ich brauche es!«
Wer uns und unsere Produkte sieht, den soll nicht Mitleid, sondern den sollen Liebe, Leidenschaft und Begehren packen.

Auch unsere Austrahlung ist ein Produkt unserer Persönlichkeit.
In diesem Sinne - eine gute Woche in guter Verpackung mit besserem Inhalt.
Montag 15. August, 2005

Schnell

An dieser Stelle wieder pünktlich zu Mittag, der Spruch zum Wochenanfang:
George Simenon war ein Schriftsteller, bei dem die Einfälle nur so flossen. Er war extrem schnell, und was er aufschrieb, das saß - es brauchte nicht mehr überarbeitet zu werden. »Also, was könnte ich heute denn machen?«, fragte er eines Morgens seine Frau. »Schreib doch einen neuen Roman«, schlug sie vor. »Großartige Idee für den Vormittag!« erwiderte er. »Aber was mache ich nachmittags?«

Meine Güte, so schnell sollten wir auch mal werden! Lassen Sie uns darüber nachdenken, wie wir unsere Arbeitsabläufe verbessern können!
Montag 08. August, 2005

Bind.ung

An dieser Stelle wieder pünktlich zu Mittag, der Spruch zum Wochenanfang:
Nach acht Scheidungen sei sie «mit Hochzeiten fertig», hatte Liz Taylor erklärt. »Das heißt aber nicht, dass ich auch mit den Männern fertig wäre.«

Acht Scheidungen sind acht geplatzte Träume, acht enttäuschte Illusionen, jede Menge Auseinandersetzungen, Streitereien, Umzüge, Niederlagen - und immer wieder bleibt ein Teil von einem selbst irgendwo auf der Strecke liegen.
Woraus wir ableiten können: Es prüfe, wer sich ewig bindet!
Montag 01. August, 2005

Röntgen.free

An dieser Stelle wieder pünktlich zu Mittag, der Spruch zum Wochenanfang:
Als die ärzte daran gingen, Professor Röntgens Entdeckung der Röntgenstrahlung für die Diagnose einzusetzen, dichtete der Volksmund: »Die Röntgenstrahlen sind nicht nett, sie schaun durch Kleider und Korsett!«

Heute stört uns die Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen eher weniger. Auf dem Weg zum gläsernen Menschen fürchten wir weit mehr die totale überwachung durch viele andere Dinge: Telefon, Video, Internet, Chipkarten, Biometrie.
Und wer sie noch nicht fürchtet, sollte sie fürchten lernen. Denn wir sind drauf und dran, unserer Sicherheit und Freiheit zu opfern.
Montag 25. Juli, 2005

R.espekt

An dieser Stelle wieder pünktlich zu Mittag, der Spruch zum Wochenanfang:
Papst Johannes XXIII. empfing eines Tages eine Gruppe von Fallschirmjägern in Privataudienz. Nachdem er den Mut als eine besondere Tugend gepriesen hatte, fügte er hinzu: »Ihr lernt mit solchem Eifer, wie man vom Himmel fällt, dass ich möchte, ihr würdet nicht vergessen, wie man wieder hinaufkommt ...«

Eine interessante Frage, die sich daran anschließt ist: Was bedeutet uns «Himmel»? Was muss man tun, um hineinzukommen, was muss man unterlassen? Hat das mit Ethik zu tun, mit Moral, mit Anstand, mit Nächstenliebe, mit Achtung vor der Schöpfung, mit Respekt vor der Menschenwürde?
Dienstag 19. Juli, 2005

Info

An dieser Stelle wieder - mit leichter Verspätung - der Spruch zum Wochenanfang:
Ein britischer Geschäftsmann hatte Pleite gemacht. Er berief eine Gläubiger-Versammlung ein, teilte die traurige Tatsache mit, bat um Geduld und versprach demjenigen, der ihm Spielraum gewähre, drei Schilling pro Pfund. Ein Schotte meuterte. Der Geschäftsmann ernannte ihn daraufhin zum Vorzugsgläubiger, worauf der Schotte sich beruhigte.
Nach der Versammlung fragte der Schotte, was eigentlich ein Vorzugsgläubiger sei. »Die anderen, wie Sie wissen«, erklärt der Brite, »müssen dreißig Tage warten. Sie aber sollen es schon heute erfahren: Nicht einer bekommt einen Penny.«


Manchmal ist es also besser, sich vor einer Entscheidung genau zu informieren. Der Mann, der Schotte, hatte sich mit einem volltönenden Wort, beruhigen, beeindrucken und überrumpeln lassen.
Vergleichen wir den britischen Geschäftsmann mit unserer Regierung und den zur Wahl stehenden Parteien, bleibt der Verlgeich zwischen dem Schotten und den mündigen Wählern hierzulande nicht aus.
Informieren Sie sich ...
Montag 11. Juli, 2005

Sau.na.ckt

An dieser Stelle wieder pünktlich zu Mittag, der Spruch zum Wochenanfang:
Der Papst ging zum ersten Mal in seinem Leben in die Sauna. Ein Kardinal begleitete ihn. Sehr erfrischt, lobte er den Saunabesuch, am liebsten würde ich morgen gleich wieder hingehen! Geht leider nicht, Eure Heiligkeit, sagte der Kardinal, morgen ist gemischte Sauna!
Macht nichts, lächelte der Papst. »Ich habe nichts gegen Protestanten!«


Diese erfundene Geschichte erzählte nicht irgendwer, sondern die hannoversche Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann. Vor wenigen Jahrzehnten noch spinnefeind, können Katholiken und Protestanten heute gemeinsam lachen. Endlich haben es fast alle begriffen: Der Glaube trennt nicht, er eint. Insofern ist der Vergleich mit der gemischten Sauna gar nicht so schlecht. Sehen wir uns einmal so, wie Gott uns geschaffen hat - mit kleinen, feinen Unterschieden. Die sollten uns nicht trennen, sondern anziehen ...
... nach der Sauna!

In diesem Sinne, eine gute Woche!
Montag 04. Juli, 2005

Esel

An dieser Stelle wieder pünktlich zu Mittag, der Spruch zum Wochenanfang:
Ein Nachbar kam zu Mullah Nasrudin und wollte sich dessen Esel ausleihen. »Ich habe ihn bereits verliehen«, sagte der Mullah und versicherte wortreich, wie viel lieber er dem Nachbarn, einem wahren Freund, geholfen hätte. In diesem Moment hörte man den Esel im Stall schreien. »Da hinten höre ich ihn doch schreien«, sagte der Nachbar verwundert. »Also, wem glaubst du nun«, erwiderte Nasrudin empört, »mir oder dem dummen Geschrei eines Esels?«

So schnell lösen sich wortreiche Beteuerungen in heiße Luft auf - und manchmal sollte man auf das dumme Geschrei eines Esels hören.
Montag 27. Juni, 2005

Echo.it

Mark TwainAn dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenanfang:
Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain ging zu seinem Nachbarn, um ein Buch von ihm auszuleihen. »Natürlich helfe ich Ihnen gerne«, sagt der Nachbar, »aber ich muss Sie bitten, das Buch hier bei mir zu lesen. Schauen Sie, ich habe da einen Grundsatz: Kein Buch verlässt meine Bibliothek.«
Wenige Tage später wollte der Nachbar Mark Twains Rasenmäher ausleihen. »Aber natürlich helfe ich Ihnen gerne,« sagte Twain, ohne mit der Wimper zu zucken. »Aber ich muss Sie bitten, den Rasenmäher hier bei mir zu benutzen. Schauen Sie, ich habe da einen Grundsatz... «


Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Die Welt ist in vieler Hinsicht eine Reaktion auf unser eigenes Verhalten.
In diesem Sinne, einen schönen Wochenanfang!
Montag 20. Juni, 2005

Weg.e

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenanfang:
Seit mehr als 150 Jahren benutzen wir Briefmarken. Wussten Sie, dass diese kleinen Aufkleber nicht immer aus Papier gemacht wurden? Neben verschiedenen Metallen - von Gold über Zink bis zu Aluminium - wurden auch Holz, Stoff und Plastik verwendet. Die «tollste Erfindung» auf diesem Gebiet erschien 1973 in Bhutan: Sieben runde Plastikmarken mit einem Loch in der Mitte und eingepressten Rillen. Auf diesen einzigen »Schallplattenmarken« der Welt, die man auch auf dem Plattenspieler abspielen konnte, waren eine kurze Geschichte und zwei bhutanische Volkslieder zu hören. Erstaunlicherweise wurden die Marken tatsächlich zum Frankieren von Briefen verwendet. Wie hat man die Marken wohl gestempelt? Vermutlich sehr vorsichtig ...

Nun es zeigt jedenfalls, um Erfolg zu haben, darf man auch mal ungewöhnliche Wege gehen.

Nebenbei: Die erste Duftbriefmarke - Rosenduft - wurde übrigens ebenfalls 1973 von Bhutan herausgegeben.
Montag 13. Juni, 2005

Churchill

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenanfang:
Winston Churchill, der sein Land als Premierminister durch eine turbulente Epoche führte, besaß bekanntlich Humor. Auf die Frage, welche Eigenschaften ein Politiker vor allem brauche, antwortete er einmal: »Die Fähigkeit, im Vorhinein sagen zu können, was morgen, in einer Woche, in einem Monat und in einem Jahr geschehen wird ..., und dann noch die Fähigkeit, hinterher erklären zu können, warum es nicht eingetreten ist.«
Das trifft besonders auf Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung zu. Da sagen die Politiker nach Befragung der Experten: »Es kommt so und so!« und dann stellen sie am Jahresende fest: »Es ist doch alles anders gekommen.«

Was also tun, wenn es nicht möglich ist, auf der Basis gesicherter Erkenntnisse zu handeln?
Montag 06. Juni, 2005

Pillen.reich

An dieser Stelle wieder pünktlich - am Mittag - der Spruch zum Wochenanfang:
Pillring - http://www.aerzte-ohne-grenzen.at/ ...Statt gesund zu leben, ziehen es die meisten Menschen vor, Pillen zu schlucken - die große Medikamentenwelle. Heinz Erhardt hat sie in der Schlusszeile eines Spottgedichts auf die prägnante Formel gebracht: »Des Menschen Pille ist sein Himmelreich!«
Des Menschen Pille ist sein Himmelreich - für die Sexualität hat die Pille gewiss ein Maß an Befreiung gebracht, wie es die Menschheit vorher nie gekannt hat. Was die Medikamente angeht, so kennen wir alle das Dilemma; mit dem Fortschritt der Apparatemedizin, der Operationstechnik etc. ist das Gesundheitswesen so teuer geworden, dass wir am anderen Ende sparen müssen - bei den Medikamenten, die man sich gedankenlos verordnen lässt, um eine Woche wegen Husten und Heiserkeit krank geschrieben zu werden. Medikamente, die nichts helfen, weil eine Erkältung acht Tage dauert, ob mit oder ohne Medizin. Machen Sie zu Hause einmal die Probe aufs Exempel. Wie viele Medikamente gammeln in Schubladen oder Schränkchen vor sich hin?

In diesem Sinne - eine gesunde Woche.

image - http://www.aerzte-ohne-grenzen.at/img/db/img1452.jpg
Dienstag 31. Mai, 2005

Galgenhumor

GaunerfuchsAn dieser Stelle - verspätet aus persönlichem Grunde - der Spruch zum Wochenanfang:
»Du, ich höre unten im Haus einen Einbrecher«, flüsterte Mullah Nasrudins Frau eines Nachts. »Psst! Kein Geräusch«, flüsterte er zurück. »Wir haben nichts, was er stehlen könnte. Aber wenn wir Glück haben, lässt er vielleicht etwas zurück.«
Stellen wir uns vor, dass das kein Einbrecher sondern nur der Finanzminister war. Auch bei uns ist es längst so: Wir haben nichts mehr, was er uns noch nehmen könnte, zumal die Gesundheits- und Rentenministerin schon mehrfach da war. Und auch uns hilft nur eines: Galgenhumor. Wenn wir Glück haben, nimmt er nichts mit, sondern lässt vielleicht etwas zurück!
Montag 23. Mai, 2005

zu.Gut

An dieser Stelle wieder pünktlich der Spruch zum Wochenanfang:
Harold Ross gründete 1925 das Magazin »The New Yorker«. Auf ein Manuskript, das er bereits zweimal an den Verfasser mit der Bitte zurückgereicht hatte, es zu überarbeiten, schrieb er beim dritten Mal: »Bitte, dieser Beitrag ist viel zu gut, um nicht perfekt sein zu müssen!«
Ein schöner Satz, den ich mir gemerkt habe: »Das ist viel zu gut, um nicht perfekt sein zu müssen!« Wir dürfen uns nicht auf dem ausruhen, was wir erreicht und geschaffen haben, wenn wir auf dem Weg zum Exzellenten sind, fähig zum Außergewöhnlichen sind, und wenn wir nur noch wenige Schritte entfernt sind vom Perfekten ...
Dienstag 17. Mai, 2005

Kamel

An dieser Stelle wieder (fast) pünktlich der Spruch zum Wochenanfang:
vermeintlich ein KamelDrei Gelehrte zogen vor Jahren mit einer Karawane durch die Sahara. Am Abend saßen sie an einem großen Feuer zusammen und sprachen über ihre Erlebnisse. Voller Lob waren sie alle über die Kamele, deren Genügsamkeit sie erstaunte, deren Kraft sie bewunderten und deren Geduld für sie fast unverständlich war. ,,Wir alle sind Meister der Feder", sprach der eine. ,,Lasst uns zum Lob und zu Ehren des Kamels etwas über dieses Tier schreiben oder zeichnen." Mit diesen Worten nahm er eine Pergamentrolle und begab sich in ein durch öllampen erleuchtetes Zelt. Nach wenigen Minuten kam er heraus und zeigte sein Werk seinen Freunden. Er hatte ein Kamel gezeichnet, wie es sich gerade aus seiner Ruhelage erhob. Der Nächste ging in das Zelt und kam bald wieder heraus. Er hatte ein bezauberndes Gedicht zu Papier gebracht, in dem er die Langmut des Kamels mit der einer Großmutter verglich. Da begab sich schließlich der Dritte ins Zelt und verbot den anderen, ihn zu stören. Er arbeitete fünf Tage und fünf Nächte lang. Endlich kam er heraus übernächtigt, mit tief liegenden, schwarz geränderten Augen warf er ein Bündel Pergamentrollen auf den Teppich. Auf der Außenseite der ersten Rolle stand groß: ,,Das vollkommene Kamel oder: Wie ein Kamel sein sollte."
Was sollen wir daraus lernen? Dass Qualitätsarbeit Zeit braucht? Aber in diesem Fall ging es doch gar nicht darum! Es ging um die Begegnung von Freunden und eine spielerische Idee. Es ging um Spontaneität und Improvisation.
Montag 09. Mai, 2005

2.5 Generationen

An dieser Stelle wieder pünktlich der Spruch zum Wochenanfang:
Während des Wiener Kongresses kam das Gespräch auf die österreicher im Allgemeinen, und es wurde auch von der Wiener Schlamperei gesprochen. Metternich warf ein: ,,Ich weiß gar nicht, was die Leute immer daherreden von der so genannten Schlamperei. Das ist ein gut durchdachtes System: Nichts ist bei uns ohne eine behördliche Genehmigung erlaubt, trotzdem kann jeder machen, was und wie es ihm beliebt."
Wenn dem wirklich so war - und ist -, habe ich nur die Wahl zwischen zwei Reaktionen. Entweder ich ziehe meinen Hut und sage bewundernd, das nenne ich Toleranz und liberale Gesinnung! Oder ich sage, Gesetze, deren Einhaltung nicht gewährleistet werden können, gehören abgeschafft! Einem Staat, der sich als Nachtwächterstaat gebärdet - einem zahnlosen Tiger gleich -, tanzen am Ende alle auf der Nase herum. Er verliert die notwendige Autorität!
Ist es natürlich, dass 60 Jahre nach dem Ende des Dritten Reichs, NPD/DVU und Neonaziaufmärsche Gesellschaftsform und Qualität füllen?
Montag 02. Mai, 2005

Dealer

An dieser Stelle wieder pünktlich der Spruch zum Wochenanfang:
Im königlich-preußischen und im kaiserlich-deutschen Reich drängten nicht alle Bürger nach Orden und Würden. Als man im Hamburger Senat vertraulich wissen ließ, Seine Majestät der Kaiser beabsichtige einen angesehenen Handelsherrn in den erblichen Adelsstand zu erheben, erklärte der Bürgermeister der Hansestadt gelassen: "Ein Hamburger Kaufmann kann nicht erhoben werden."
Ein Ideal ist der angesehene Handelsherr alter Schule, der ehrbene Kaufmann. Das Gegenteil des Schlitzohrs. Das Gegenteil des Betrügers, der die blank polierten äpfel vorn in die Auslage legt und die wurmstichigen hinten in die Tüte packt.


In diesem Sinne, einen schöne Woche - es ist Mai.
Montag 25. April, 2005

Perspektiven

An dieser Stelle wieder fast pünktlich der Spruch zum Wochenanfang, von höherer Stelle:
Einmal wurde Benjamin Disraeli (1804-81, britischer Staatsmann, Ministerpräsident) gebeten, den Unterschied zwischen Unglück und Missgeschick zu erklären. Disraeli nahm seinen großen Rivalen Gladstone als Beispiel und sagte: "Wenn Mr. Gladstone in den Fluss fiele, wäre das ein Missgeschick. Aber wenn ihn jemand herauszöge, wäre das ein Unglück."
Viele Betriebe sind in den vergangenen Monaten in den Fluss gefallen - eindeutig eine missliche Lage. Es wäre allerdings für niemanden ein Unglück, wenn möglichst viele wieder aus dieser Lage herauskämen.
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