am Montag 17. Oktober 2005 um 09:45 schrieb Ebola:

Handwerk

An dieser Stelle wieder pünktlich, der Spruch zum Wochenanfang:
Ein junger König wollte wissen, was das Volk von ihm hielt. Er kleidete sich nach Art der ärmsten, ging unter das Volk und befragte es. Dabei kam er in ein Dorf, in dem ihn ein junges Mädchen durch ihre Schönheit, ein bezauberndes Wesen und Bescheidenheit gefangen nahm. Kaum zurück im Palast, rief er den Wesir zu sich: Geh in das Dorf, suche den Vater des Mädchens und bitte ihn in meinem Namen um die Hand seiner Tochter, befahlt er. Der Wesir tat, wie ihm geheißen. Doch das junge Mädchen meinte: König hin oder her - der Mann, den ich heirate, muss ein Handwerk beherrschen. Heute ist er noch König, aber was wird in fünf Jahren sein? In meinen Augen ist das einzig Wertbeständige ein gutes Handwerk. Einem Menschen gehört nur das, was bei einem Schiffbruch übrig bleibt. Der König tobte - als er sich beruhigt hatte, entschloss er sich der beste Teppichweber im ganzen Land zu werden. Gesagt, getan. Er lernte alles, was es zu lernen gab, und mit seinem Meisterstück hielt er nach Jahren erneut um die Hand des Mädchens an, das zu einer anziehenden jungen Frau herangereift war. Sie war hoch erfreut und einverstanden mit der Heirat. Denn der König hatte jetzt etwas Anständiges gelernt - wahrhaft krisenfest und mit Zukunft.

Das Handwerk hat goldenen Boden, sagt ein bekanntes Sprichwort - und diese Geschichte erzählt nichts anderes. Doch wie alle Märchen hat auch es nicht nur einen kleinen Haken; es ist nur ein Märchen: Denn wir sind gerade dabei, unseren Handwerkern den kompletten Boden unter den Füßen wegzuziehen! Oder wie sollte man es sonst nennen, wenn jetzt »Billigstanbieter« für Stundenlöhne von weniger als 5 Euro unseren Handwerkern die Existenzgrundlage entziehen dürfen? vier Kommentare
s Bildle vom rollinger

Leider nur ein Märchen. Ich habe auch ein Handwerk erlernt und heute arbeite ich im öD und mach so Computerzeugs. Das Handwerk war eigentlich ein schönes aber häßlich verpackt. Man verdiente kaum Geld, eine Familie wäre heute unmöglich. Die alten Kollegen von früher wurden Fabrikarbeiter auf Schicht oder Straßenbahnfahrer und verdienen mehr und leben sicherer als im Handwerk. Ich bin aber froh um die handwerklichen Gaben die ich erlernt habe, den die sind wirklich ein Segen. Vom Boden verlegen bis Leitungen verlegen, sind mir nicht fremd. Handwerker werden nur bei Gas gebraucht, evtl. den Schwager mit dem Wasserkram. Die Einheiten und Möglichkeiten sind mir einfach nicht geläufig.


um 17-10-’05 15:36 von rollinger| (E-Mail ) (URL) | reagiere hierzu

das ist eine Reaktion auf s Kommentar
s Bildle vom Ebola Eigentlich schade, wenn man bedenkt, dass das Handwerk täglich gebraucht wird und der »Handwerker« sich davon nicht nähren kann.

s Bildle vom rollinger

Irgendwann wird ein Handwerker so etwas wie ein Scharfschütze sein, den man anheuert. Wertvol und ein freier Mensch. Keine Klitschen wo man verkauft wird und der Chef reich wird. Sondern ein Spezialist immer ein Mietlinge, ein Söldner abrufbereit einen E-Herd anzuklemmen. Dann könnte man mit mir nochmal darüber reden. ob ich nicht doch mal ein Autoradio einbaue oder ein paar Zündkerzen wechsle.


um 24-10-’05 12:23 von rollinger| (E-Mail ) (URL) | reagiere hierzu



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