am Freitag 24. Februar 2006 um 17:10 schrieb Ebola:

Ele.fant

In einer alten Geschichte wird erzählt (oder es ist eben erst erfunden worden, ich weiß es nicht), wie der Sultan während einer Dürre, seine Elefanten über das Land verteilte. Jede Gemeinde bekam einen Elefanten, zu füttern und zu pflegen. Natürlich auch das Dorf von Nasrettin Hoca - dem türkischem Bildnis von Till Eulenspiegel.
Nasrettin Hoca ritt immer verkehrt auf seinem EselDa der Elefant viel fraß und das Futter knapp war, drängten die Dorfbewohner Nasrettin Hoca zum Sultan zu gehen. Der Sultan müsse begreifen, dass das knappe Futter gerade für ihr eigenes Vieh reiche, geschweige denn für die Elefanten des Sultans! So kam es, dass der Hoca vom Volk gedrängt und begleitet zum Palast ging. Bis an die Palasttore wurden aus Sprüchen Parolen und am Palasttor gab es nur noch ein großes Schreien. Der Sultan beute das Volk aus und so weiter! Als Nasrettin Hoca bestärkt in den Palasthof eindrang, fand er sich plötzlich allein. Kein Volk zu hören und weniger zu sehen. Was mach ich nur, fragte er sich. Zurück kann ich nicht mehr, der Sultan hat mich schon gesehen, ich muss sprechen sonst fehlt mir der Kopf. Was willst du hier, fragte der Sultan laut. Mein Sultan, ich Unwürdiger bin von den Dorfbewohnern gesandt worden vor dir zu sprechen. Dann sprich, und mach schnell, meine Zeit ist kostbarer als deine Zunge, forderte der Sultan! Es geht um den Elefanten, den du uns zugeteilt hast, begann der Hoca. WAS ist mit dem Elefanten, ist er euch etwa eine LAST, fragte der Sultan mit gereizter Stimme.
Nein, bei weitem nicht, Ehrwürdiger, die Dorfbewohner sind sehr zufrieden. Ich soll dich nur fragen ob du - wenn unser Elefant männlich, noch einen weiblichen, wenn weiblich, noch einen männlichen -, weiteren Elefanten hast, damit diese sich paaren und Nachkommen haben könnten. ... Am Abend versammelten sich die Dorfbewohner vor Nasrettin Hocas Hütte. Was spricht der Sultan, sprich, forderten sie den Hoca auf. Haben wir jetzt den Vorteil, den wir haben wollten, fragten andere.
Es lief gut, sprach der Hoca ruhig. Sehr gut. Morgen bekommt ihr einen weiteren Elefanten, den ihr füttern müsst, damit sie Nachkommen haben. Der Sultan ist zufrieden mit euch, geht jetzt schlafen.

Die Moral in dieser Geschichte mag deutlich heraustreten, aber nicht von jedem gleich erkannt werden. Es geht weniger darum, am Ende allein dazustehen, als seine Vertreter gut zu unterstützen. Denn wenn wir unsere Vertreter, die unsere Anliegen vor dem Sultan durchbringen sollen, auf halbem Wege im Stich lassen, bekommen wir Elefanten zu füttern. Wenn männlich, einen weiteren weiblichen, wenn weiblich, einen weiteren männlichen. Damit sie sich vermehren, bis wir unsere Vertreter nicht alleine stehen lassen, im Hofe des Sultans. Ein Kommentar


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