am Donnerstag 17. August 2006 um 11:34 schrieb Ebola:

scapula

Heute Nacht habe ich die letzten 8 Monate verarbeitet. Nach einem Gespräch mit «Mr. griechisches Aspirin» und seiner Frau, fiel mir das Ganze dann zu Hause irgendwie vor die Füße. Telefon aus, Fernseher aus, Buch weg gelegt.
Ich hatte gar nicht begriffen wir mir das Ganze an die Nieren gegangen war. Und alle Achtung; gut weggesteckt. Eigentlich waren manche Aktionen richtig Kinoreif. Könnte sogar ein paar Menschen ohne bedenken einen Oskar verleihen. Die Kategorie dafür wäre alltäglich aber nicht gerade ruhmreich. Aber das Leben hat schon gestraft, da brauche ich nicht noch nachschlagen.
Lustig waren sie schon, die Monate in Hotels und Herberge: Schwuler Kanadier auf dem Gang, Algenblumen im Duschabfluss, Toiletten auf die ich meinen ärgsten Feind nicht hocken wissen wollte. Dann der Part als ich mich mit aller Kraft bemühte nicht krank zu werden und es dann doch wurde. Himmel hab' ich geflucht. Zwei Wochen später fand ich dann Unterkunft in einer WG bei - wie Frau Julie immer so schön zu sagen pflegt -, befreundeten Verwandten. Kaum eingezogen schmiss es mich dann voll gegen die Grippewand. Fieber, Penizillin, zweimal am Tag Wäsche wechseln, «gleich sterbe ich Gedanken« - das volle Programm. Ich kann mich nicht erinnern, davor jemals so krank gewesen zu sein. Nach einem Arztbesuch - man muss sich das mal vorstellen, ich freiwillig beim Arzt -, und einer weiteren Antibiotika-Kur ging's dann für eine Woche gut - bis mich eine weitere Erkältung von den Socken riss. So sauer war ich noch nie auf mich gewesen.
Dann meine neue Wohnung. Endlich fand ich eine die mir auf Anhieb gefiel. Mit nichts eingezogen, habe ich heute alles was das Leben lebenswert macht. Ich weiß noch wie ich mich über die bloße Tatsache eines Briefkastens, wie ein Kind auf seinen Geburtstag gefreut habe. Das kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat. Nach fast 6 Monaten, stand mein Name auf einem Briefkasten; mein eigenes Klo, Dusche ohne Algenwald und endlich mal wieder daheim frühstücken. Wir wissen gar nicht, wie gut es uns geht. Ich bemerke es immer wieder, wenn ich in meinen gefüllten Kühlschrank sehe. Da gibt es Gemüse, Duplo, Marmelade, Käse, Senf, Eier und so viel mehr. Es gibt Menschen, die werden ihr ganzes Leben hungern, während ich mir aussuchen kann, was ich essen will.

Heute Morgen lag alles hinter mir. Es nicht nur erlebt sondern jetzt endlich auch verarbeitet zu haben, gibt mir ein sonderbar ruhiges Gefühl. fünf Kommentare
s Bildle vom me[l]

Fest und stark ist nur der Baum, der unablässig Windstössen ausgesetzt war, denn im Kampf festigen und verstärken sich seine Wurzeln.

Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr.)

:)



das ist eine Reaktion auf s Kommentar
s Bildle vom Ebola Gute Seele Du :-)

s Bildle vom knurps

Wohliges Ausstrecken!


um 17-08-’06 18:59 von knurps| (E-Mail ) (URL) | reagiere hierzu

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s Bildle vom Ebola Danke!



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