am Mittwoch 03. September 2008 um 23:49 schrieb ebola:

Leben

Ein syphatischer Mensch erzählt seine GesichteEine der Geschichten die ich aus Berlin mitgebracht habe, ist seine. Ein absolut freundlicher Mensch - so wie alle, die ich dort kennen lernen durfte.
Ende Siebzig kam er als Austauschstudent in die DDR - eine Möglichkeit dem Desaster, dem Horror dass sein Land befallen hatte, zu entgehen. Fachlich entsprach das Studium nicht ganz seinem Niveau, aber es war besser als an der Front zu sterben. Dann kamen Gerüchte auf, man würde die eritreischen Studenten bald wieder zurück in ihre Heimat schicken. Für ihn stand fest, dass er weiter flüchten musste - egal wohin, nur nicht zurück. Er hatte erfahren, dass man als Austauschstudent eine Ausreisegenehmigung in andere kommunistische Länder bekommen konnte - vorausgesetzt man hatte Urlaub und dort Bekannte. Er und eine Mitstudentin aus seiner Heimat reichten ein solches Gesuch ein, nachdem er sich eine Adresse aus einem Prager Stadtplan ausgesucht hatte. Dort lebe, so behaupteten sie, ein Bekannter aus ihrer Heimatstadt - ebenfalls Student. Sie bekamen die Erlaubnis, mussten mit einem Formular aufs Amt um es abstempeln zu lassen. Der zuständige Beamte war abgelenkt und stempelte das Ding ohne das Ausreiseziel einzutragen. Gold wert, damals.
Ein Bekannter riet, sie sollten über Ostberlin in den Westen - schließlich könne man nicht einfach so über die Grenze spazieren-, weshalb sie sich dorthin begaben. Sie hatten sich das einfacher vorgestellt als es dann war. Ostberlin beeindruckte durch seine Größe, die sie in dieser Art bisher nicht gesehen hatten. Keine Ahnung wo die Grenze war und wie man sie überqueren konnte, irrten sie durch die Straßen. Sie nahmen sich ein Zimmer und er traute sich dann, jemanden zu fragen. Sie müssten in den Westen auf Besuch, hätten eine Ausreisegenehmigung. Anders als erwartet, gab man ihnen einfach Auskunft wo und wie der Bahnhof zu erreichen sei. Außerdem bat man sie, ein paar Kleinigkeiten mitzubringen und steckte sie in eine U-Bahn. Eine halbe Stunde später stiegen sie in Westberlin aus. Alles anders. Volle Straßen, Menschen, Autos, Lichterketten, laut.
Seine Bekannte hatte in ihren Schuhen mehrere hundert Doller versteckt, mit den sie sich dann am Flughafen zwei Tickets kauften. Am Zoll dann passierte was passieren musste. Sie wurden festgenommen da in ihren damals noch äthiopischen Pässen, keine Einreise gestempelt war. Man würde sie wieder in den Osten schieben, bekamen sie als Antwort auf ihre Fragen. Er versuchte den Beamten klar zu machen, dass sie von dort geflüchtet waren. Worauf sie dann als solche eingestuft wurden - 1980.

Natürlich ist das nur eine Kurzversion seiner Erzählung. Was fehlt ist die Lebhaftigkeit, mit der er sie erzählte. Besonders der Part als sie in Westberlin ankamen, hilflos aber frei, nicht wussten wohin, was man jetzt machen musste, sich nicht trauten jemanden zu fragen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie und was ich damals getan hätte. Der Sprache nicht mächtig, eine andere Hautfarbe.

Heute, ist Eritrea wieder ein freies Land. Heute, lebt er wieder in seiner Heimat und ist hier nur zu Besuch. Ein Kommentar
s Bildle vom me[l]

Beeindruckt!!!





(optionales Feld)
(optionales Feld)
Tja, so ist da nun mal. Manchmal kommt man nur weiter, wenn man Fragen beantwortet.

Auf dieser Seite werden die Kommentare moderiert.
Das bedeutet, dass die Kommentare erst dann veröffentlicht werden, wenn sie freigeschaltet wurden.

Persönliche Informationen speichern?
Hinweis: Alle HTML-Tags außer <b> und <i> werden aus Deinem Kommentar entfernt. URLs oder Mailadressen werden automatisch umgewandelt.

Navigate


Credit


Statistic


menü


background-image

Elvis Presley 

wir lesen

«Drachenläufer» 
Khaled Hosseini 

stuff

Valid XHTML 1.0!  
Valid CSS!  
Blogverzeichnis  
Bloggeramt.de  
Blogverzeichnis - Bloggerei.de  
Die beliebteste Webseite  
spam poison  
SPAMMERS SUCK! We redirect ours to SpammerBeGone.com!  
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits 
Powered by PivotX - 2.3.11  
XML-Feed (RSS 1.0)  
XML: Atom Feed