am Mittwoch 28. Januar 2009 um 09:27 schrieb ebola:

Gen.Lotto

Edith war zwei Wochen bei ihrer Mutter.
  Ich habe nachgedacht und es ist schlimm..., mit diesen Worten saß sie heute als wäre sie nie fort gewesen auf der Couch gegenüber. Ich habe nachgedacht und es ist so schlimm wie nicht hier zu sein! ... hörst du mir überhaupt zu! ...
  Sicher habe ich zugehört, es ist schlimmer als nicht hier zu sein..., versuche ich ihr meine Freude zu zeigen.
  Ja, ganz viel schlimmer. Ich habe nachgedacht! und weißt du was?!
  ... Nein.
  Ich bin eine Türkin?! und heiße Edith!!!, flüstert sie mir hart entgegen.
  Sooo schlimm ist das doch nicht, flüstere ich zurück. Wenn du willst, nenne ich dich ab jetzt Pamuk oder Melek. Oder ist es schlimm, dass du Türkin bist…, versuche ich etwas ernster zu werden.
  Nein. Du bist doch auch Türke!, kontert sie.
Klar, bin ich. War ich. Bin ich. Wer weiß schon was man ist, wenn man hier von Türken geboren wurde. Alte Leier, zu oft durchgekaut.
  ... was ist also so schlimm?, will ich wissen.
  Na, jetzt aber Herr Vater. Du hast es gut. Du bist ja echt gut. Edith die Türkin!, schießt es aus ihr heraus.
  Klingt gut...
  Nein das tut es nicht! Ihr Eltern bestimmt was man ist und wie man heißt. Wir Kinder müssen dann unser Leben lang damit fertig werden.
  ... Aber wie soll es denn anders sein? Eltern bestimmen doch nicht...
  Doch, ihr bestimmt ob man Türkin oder vielleicht Russin ist. Dann gebt ihr uns Namen und wir sind dann so, türkisch oder französisch oder Obama. Soll ich dir jetzt Dankeschön sagen dass ich nicht arabisch bin und Kopftuch tragen muss?, herrscht sie mich an.
Was soll ich denn da noch sagen?, denke ich mir. Irgendwie hat sie ja recht. Eltern bekommen Kinder … aber denken nicht darüber nach. Es ist wie in einem Lottospiel und der Gewinn ein Mensch.

Fortsetzung folgt... sechs Kommentare
s Bildle vom Anja

whoops…was soll man davon halten.

Also Kinder an sich sind eigentlich erstaunlich widerstandsfähig, was so kleine Dinge angeht. Die sollten auch sein, denn sonst zieht man sich verzogene kleine Biester heran, denen man fortan alles aus dem Weg räumen muss.

Und man kann sich an sich selbst erinnern, an die erste Zahnspange, die roten Strümpfe, die Muttern einem zum roten Rock anzog und die den Arbeiterkindstatus auf der Oberschule noch viel schwerer machten, manche mit Pickeln im Gesicht, manche mit Namen wie Guido oder Jörn, oder Wilhelm oder weißnichtwas. Weiß Edith, wie sich ein Deutscher fühlt, der in der Pubertät steckt, immer sein fettiges Haar aus der Stirn streichen muss und Guido heißt?

Und irgendwann, wenn Edith größer ist, wird sie vielleicht auch sehen, dass es nicht nur mit Lotto zu tun hat, das mit den Namen. Manchmal ist es auch Liebe.

(wieso Du alleinerziehender Vater wirst, erschließt sich allerdings hier nicht ganz ;-))



s Bildle vom Ebola

Sie hat sehr klare Vorstellungen, wen sie irgendwann als Partner haben wird – ich darf nicht darüber reden. ;-)

Gott sei Dank, sind mir Pickel in der Pubertät erspart geblieben. Aber manchmal hätte ich da lieber Guido gehießen als Hakan. Schlimme Zeit damals im Dorf.



s Bildle vom rollinger

hm als Hakan damals im Dorf war sicher nicht ohne. Ich hatte (habe noch) damlas kupferfarbenes rotes Haar, Pickel und einen Sprachfehler. Aber es ging. :-)

Ich kannt mal einen schwarzen Spanier, der Iwan hieß.


um 29-01-’09 14:50 von rollinger| (E-Mail ) (URL) | reagiere hierzu

s Bildle vom Anja

Okee…gemessen an unserem Alter, hattest Du es wohl kaum leicht. Bei uns kam in der sechsten der erste polnische Spätaussiedler an, konnte “ja”, “nein” und “f.cken” und setzte sich frech durch. Wurde später eine ausgesprochene Schnuckelbacke.
Die Guten wachsen daran. Hoffe ich :-)



s Bildle vom Ebola

Glaubt mir, anfang der 70er passierten lustige Dinge.
Von damals habe ich noch den Spruch «ja, wir haben sogar fließend Wasser und einen Schalter für elektrisches Licht daheim»





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Tja, so ist da nun mal. Manchmal kommt man nur weiter, wenn man Fragen beantwortet.

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