am Mittwoch 20. Juli 2011 um 08:55 schrieb Ebola HS:

Stabilisierende Panzer

Deutsche Panzer für Saudi-Arabien, und alles wird gut.
Man hört und spricht die Tage davon, Saudi-Arabien sei ein Stabilisator des Nahen-Osten. Beachtlich, wie viele da unbedacht mitreden, nur weil es ihnen so vorgekaut wird. Die Wahrheit sprich aber eine andere Sprache, wie es eben meistens so ist. Saudi-Arabien als Stabilisator des und im Nahen-Osten zu bezeichnen, ist vergleichbar damit, Japaner als Retter der Wale zu betiteln – nur weil sie aus wissenschaftlichen Gründen, eben der Forschung wegen, Wale fangen.
Saudi-Arabien ist aktuell im Kriegszustand mit Israel – diese Tatsache sollte nie vergessen werden. Aber auch Israel legitimierte klammheimlich den deutschen Waffendeal mit Saudi-Arabien. Der Grund ist der Iran, vor dem sich Israel noch mehr fürchtet als dass es vor Saudi-Arabien könnte. Saudi-Arabien wird vordergründig von den USA kontrolliert. Was nicht stimmt, denn Saudi-Arabien lässt seinen Partner (vordergründig) das Sagen, weil es weiß dass die USA die einzigen sind, die ihnen den Rücken stärken. Denn Öl ist nicht alles und vor allem nicht immer. In absehbarer Zukunft sind die Ölfelder der Saudis ausgeschöpft und dann wäre das Land nur noch Wüste und Mekka.
Iran und Saudi-Arabien sind natürlich beides muslimische geführte Länder; und nach dem Öl, ist das nicht das Einzige was sie verbindet. Der Iran ist vorherrschend schiitisch bevölkert, während Saudi-Arabien sunnitisch ist. Denkt man. In Wahrheit ist Saudi-Arabien ein wahhabitisch geführtes Volk. Die Wahhabiten sind zwar Sunniten, den Schiiten aber in vielem näher als dass sie Muslime sein könnten. Mit diesem Hintergrund wurde und wird Saudi-Arabien von den Schiiten des Iran, als großer Bruder gesehen - von dem es über die Zeitgeschichte hinweg unterstützt wurde. Das einzig stabilisierende Regime Nahen-Osten – in den letzten Jahrzehnten - war der Irak, der einen Gegenpol zu der Achse der Wahhabiten und Schiiten darstellte, die maßgeblich an der Entstehung der Al-Qaida beteiligt waren.
Für die westliche Welt spielten die Saudis immer den Partner, den sie brauchen um aus ihrer Wüste eine Wirtschaftsmacht zu machen. Das Beispiel des Iran mag da als negatives Beispiel gelten. Iran ist reicher als Saudi-Arabien – an Bodenschätzen, Intellektuellen und wirtschaftlicher Zukunft. Aber als offener Feind des Westens ist der Iran isoliert. Saudi-Arabien geht den anderen Weg, küsst Füße und darf dafür als stabilisierender Partner auftreten, während es Al-Qaida finanziell fördert. Mit Geld, dass aus dem Handel mit dem Westen gewonnen wird.
Da der Irak im ersten Golfkrieg von USA gefördert wurde, musste auch Saudi-Arabien hinter dem Irak stehen, der oder die, in den Achtzigern die größten Waffenimporteure weltweit waren. Dessen ungeachtet belieferten die USA über Strohmänner-Staaten den Iran – die in der Zeit des Schah mit Waffentechnik und Ausbildung an solchen (Piloten, Kampfübungen etc.) aus den USA ausgestattet worden waren – mit Waffen und Ersatzteilen. Die Saudis machten in dieser Zeit doppelte Geschäfte. Das hat bis heute nicht aufgehört.
Die Hamas Fatah Geschichte im ewig zukünftigem Palästina, ist derzeit ein offenes Beispiel – an dem auch die Saudis gut verdienen.
Im Persischen Golf kreuzt eine US-Flotte (1 Flugzeugträger, U-Boote etc.), in Bahrein sind ca. 300 US-Militärangehörige stationiert. Als im Mai unlängst der US Außenminister Bahrein – mit dem Hintergrund der Aufstände – besuchte, liefen die Saudis in Bahrein mit Panzern ein und schlugen den Aufstand nieder. Klar ist, dass die USA weder ihre Flottenherrschaft im Golf noch ihre Stützpunkte in Bahrein und umliegenden Kleinstaaten nicht verlieren wollen. Ein Aufstand des arabischen Volkes, wie es in Ägypten und Libyen geschehen ist, kann sich der Westen und Israel am Golf nicht leisten. Die Intervention der Saudis in Bahrein geschah also mit Zustimmung der USA – die selbst nicht handeln konnten. Das einzige Stabilisierende hierbei, ist die Unterdrückung einer Demokratiebewegung. Denn der Westen weiß oder fürchtet, dass ein demokratischer Nahen-Osten, sich eher gegen den Westen stellt als dass es sich von ihm ausbeuten lässt.
Wenn eine Demokratiebewegung mit deutschen Waffen niedergeschlagen wird, nutzt es wenig, hierzulande in öffentlichen Mahnreden an die Regime des Nahen-Ostens, Menschenrechte und Demokratie zu propagieren. fünf Kommentare
s Bildle vom St.

Bravo. Besonders der Teil mit dem Irak.



s Bildle vom Ebola

Danke. Ich hab den Text sehr stark gekürzt. ;)
..,



s Bildle vom T....

Oh Gott, wie ich deine nüchternen Beiträge vermisst hab!
Nur war’s nicht die US Außenministerin sondern der Verteidigungsminister der Bahrein besuchte. Aber bestimmt weißt du das und hast dich nur vertippt! :)



s Bildle vom Ebola

Du hast natürlich recht. Es war der Verteidigungsminister.
Mir ist das beim Kürzen und Umschreiben gar nicht aufgefallen – Danke. Ich ändere das nachher ab. :)





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Tja, so ist da nun mal. Manchmal kommt man nur weiter, wenn man Fragen beantwortet.

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