am Sonntag 14. Dezember 2003 um 19:43 schrieb Ebola:

Advents-gift (ger-en)

Dass Saddam Hussein gefasst worden ist, weiß inzwischen wahrscheinlich jeder mit Zugang zu Television, Radio, Internet oder Stammtisch.

Die Frage ist, was passiert jetzt?
Der Mann wird sich für seine Taten verantworten müssen. Die Fragen ist nur, wo und vor wem?
Die USA werden sich hüten, ihn vor ein US-Gericht oder vor den internationalen Gerichtshof in Den Haag zu stellen. Vor beiden Gerichtsbarkeiten würden Husseins Anwälte − keine Frage dass er welche haben wird − auch die US-Regierung in arge Bedrängnis bringen. Denn Saddams Erscheinen vor diesen Organen spiegelte auch seine unlegitime Festnahme wieder. Dazu gehört der überfall auf den Irak - der bis dahin ein von der UNO anerkannter und legitimer Staat war. Ferner würde Saddam auch die USA für ihre Hilfe verantwortlich machen wollen; denn es ist allgemein bekannt wer ihn Jahrzehnte stützte und gefördert hat.
Das heißt, Saddam Hussein sich dort verantworten müssen, wo er den größten Schaden angerichtet hat − im Irak. Aber ein unabhängiges irakisches Gericht wird es in naher Zukunft nicht geben können, solange das US-Militär das Land besetzt.
. Man könnte sich natürlich fragen, warum Hussein gerade jetzt gefangen worden ist. Die Tatsache, dass er gefunden wurde, scheint in erster Linie einleuchtend. Es stellt sich die Frage, warum ein Geheimdienst, dessen Aussagen vor einem Jahr noch verlauten ließen, sie wüssten jederzeit welche Farbe die Unterhose Saddams hätte (im Bezug auf das eindeutige Wissen über die Massenvernichtungswaffen im Irak), bis heute nicht sagen konnte, wo diese Unterhose sich samt Inhalt aufhielt.
Der Grossteil der Wähler in den USA fragt nicht nach dem Warum, sondern es zählt einfach die Tatsache dass ihre Regierung, ihre Jungs, ihr Land, den Aggressor und Terroristen Hussein (so wird er in den USA vorgestellt) gefangen haben.
Für die Regierung ist die seine Festnahme von mehrfacher Bedeutung:

>> Ablenkung von Fragen über die Notwendigkeit und Legitime des Irakkriegs, die nun auch endlich in den USA öffentlich gestellt wurden und zum Wähler durchdrangen.
>> Sympathien potenzieller Wähler im bevorstehenden aktiven Wahlkampf.
>> Sympathien bei dem Grossteil der irakischen Bevölkerung.
>> Maulkorb und Handschellen für die UNO (darüber können wir jederzeit diskutieren).
>> Und nicht zu vergessen: Höhere Sicherheitskontrollen im eigenen Land und damit noch mehr Macht.

Wünschenswert wäre natürlich, dass sich Saddam vor dem internationalen Gerichtshof verantwortet.
Aber wir wissen alle, dass wünschenswerte Werte auf diesem Planeten nicht Realität werden können. Ansonsten würden nicht täglich abertausende Kindern an Hunger, Krankheit oder durch Waffen sterben, während in anderen Ländern Kühlschränke automatisch soviel Milch nachbestellen, wie die meisten Kinder in ihrem kurzen Dasein nicht zu sehen bekommen. (Von der Menge Brot das jeder von uns schon weggeworfen hat, wollen wir gar nicht reden.) zwei Kommentare


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