am Montag 25. Juni 2007 um 17:37 schrieb Ebola:

Mindestlohn

Wir sind uns hier alle einig, dass der deutsche Staat souverän ist. Soweit so gut.
Wir wären uns hier aber nicht einig, wenn ich behaupte, dass die Souveränität des Staates in diesen Zeiten stark in Frage gestellt ist. Will sagen, die Arbeitsmarktpolitik ist korrupt. Holla die Waldfee, was behauptet er denn jetzt wieder?!
Jede Regierung misst sich auch oder gerade an den Zahlen der Arbeitslosenstatistik. Unlängst spiegelt eben diese Statistik einen Aufschwung. Fakt ist, es gibt einen Aufschwung - sogar im und auf dem Arbeitsmarkt. Nur ist dieser eben, wie schon erwähnt, korrupt. Die Regierung badet zwar in Zahlen die das Beschäftigungsverhältnis positiv darstellen, in der Realität aber ist der Arbeitsmarkt ein reines Desaster. Eines, dass auf Kosten des Arbeiters ausgetragen wird.
Dass die Arbeitsvermittlung vor Jahren privatisiert wurde, halte ich für gut und nötig. Die Subventionierung dieses Marktes aber durch den Staat, zieht natürlich findige Vollpfosten mit sich. Ich weiß, wovon ich rede - denn ich habe EDV-technisch jahrelang eine Zeitarbeitsfirma betreut. Der Markt unterliegt einem heißen Konkurrenzkampf, den ich selten aus anderen Sektoren kenne. Und ebenso selten, kann man schneller bessere Gewinne erzielen als hier.
Für die Vermittlung eines Arbeitslosen stehen bis zu 2.500 EUR netto steuerfrei vom Staat auf den Tisch. Bei einzelnen Fällen kann sich diese Summe fast verdoppeln. Für die langwierige Beschäftigung eines solchen Bürgers, bekommt die Vermittlungsgesellschaft ebenfalls eine satte Subvention am Jahresende. In Form von Steuervergünstigung.
Der Beschäftigte ist in den meisten Fällen der Gelackmeierte - wie man früher so schön zu sagen pflegte. Ich weiß von einem Arbeiter, der netto 4.07 EUR/h bekommt - bei neun Stunden an sechs Tagen die Woche. Das kann so gemacht werden, weil hier kein Tariflohn greift, also keine Gewerkschaft dahinter steht. Meist bleibt einem Familienvater keine andere Möglichkeit als auf den sogenannten Kombilohn zu greifen. Das heißt, der Staat - in diesem Fall seine Bürger und nicht die Regierung - übernimmt hier die Sozialpflicht, den Arbeitenden am Existenzminimum zu halten. In der Statistik aber, wird das nicht gezählt. Die Bürgergemeinschaft - wir - zahlen also doppelt. Erstens subventionieren wir seine Vermittlung und danach fördern wir seinen Sklavenlohn. Wofür? Damit die Statistik am Ende gute Zahlen spiegelt, mit den sich die Politiker, die hier blind zusehen, uns vorgaukeln dass sie was getan haben um von uns wiedergewählt werden. Immer mit einem Lächeln im Gesicht.
Die Gewinner dieses miesen Spiels sind ein paar Minister, die ihr Gewissen mit einer manipulierten Statistik verwechseln, Arbeitgeber, die sich keine Gedanken um Kündigungsschutz und Gewerkschaftsdruck machen müssen, und ein Haufen moderne Lude. Moderne Lude, also Zuhälter, deshalb, weil ein Lude früher Frauen auf den Strich schickte und Camaro mit Tigerfellapplikationen fuhr, wobei er heute Mercedes C- oder E-Klasse fährt und Arbeitslose auf den Strich schickt. Leider konnte ich es nicht direkter ausdrücken, da mich hierbei meine gute Erziehung hindert.

Mit anderen Worten: Mindestlohn muss sein. Da führt kein Weg daran vorbei! elf Kommentare
s Bildle vom Anja

Da erzählste was…selbst wenn es kein Mini-, 1-Euro-Sonstwas-Job ist, hier sind überall die Zeitarbeit-Heinis vorgeschaltet und denen geht es bestimmt gut. Ich könnt so kotzen, was ich hier wegacker für halbes Geld in der Hoffnung, dass daraus mehr würde, wahrscheinlich Ende des Jahres in die Röhre gucken – nur, damit ich wieder reinkomme.
Ich arbeite gern was weg, das ist mein Fehler.
Außerdem die Tage von der Bildung einer Superbank gelesen, Holding also, von vielen beigrinsenden Politikern beschlossen oder in Angriff genommen. Wieder Steuern am Staat vorbei….
Ich hätte gern Möglichkeit, diesen korrupten Haufen komplett abzuwählen.



s Bildle vom Anja

PS: Mindestlohn übrigens, in der Annahme, dass alles eh immer zum Vorteil der Arbeitgeber ausgenutzt werden wird, wird dieses Land definitiv zum Niedriglohnland machen.
Ich bin fest der Meinung, da sollten ein paar andere Türchen geschlossen werden vorher, aber am oberen Ende..



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s Bildle vom Ebola Halt ein Jahr durch, Anja. Danach wirst du nämlich richtig teuer vermittelt – weil dann die Subvention wegfällt. Wenn dein Arbeitgeber dich dann noch will (was manchmal vorkommt), muss er dich fest einstellen. Leider ist das in der Produktion eher selten. Aber in deinem Fall könnte es was werden.

s Bildle vom Anja

Ach Ebi, das wäre zu schön, aber irgendwie fürchte ich, danach kommt wieder irgendein anderes schlaues Kerlchen, eine neue Falle aufzumachen.
Irgendwann verkauf doch noch Häkelbikinis – oder eröffne mit dem Papst ne Boutique, wenn er in Rente geht ;-)



s Bildle vom Anja

(erst kauf ich ein “ich”, wird Zeit, dass die neue Kiste kommt)



das ist eine Reaktion auf s Kommentar
s Bildle vom Ebola Jo du. Das mit dem Papst solltest du im Auge behalten. So eine christliche Boutique ist definitiv eine Marktlücke die gut und gern Gewinn abwerfen könnte.

Mein ich jetzt ernst. ;-)



s Bildle vom Fraggle

Ja der Mindestlohn muss her,dann haben sie eine Ausrede mehr die Unterbezahlung aufrecht zu erhalten.Mit so einem Gesetz tun sie doch nur 1/3 der Leute was gutes.Wenn bis dato einer für mehr als den mindestlohn,sei es nur ein Euro, eingestellt wurde ist damit vorbei.Nun wird dann den Lohndumping Firmen auch noch eine rechliche Handhabe gegeben. VIELEN DANK PAPA STAAT !


um 28-06-’07 05:37 von Fraggle| (E-Mail ) | reagiere hierzu

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s Bildle vom Ebola Warum denken die Meisten bei Mindestlohn an Unterbezahlung?

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s Bildle vom Fraggle Nur so ein Gefühl,habe nichts dagegen mich zu täuschen.
um 29-06-’07 05:38 von Fraggle| (E-Mail ) | reagiere hierzu

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s Bildle vom Ebola Gerade dir sollte eine Mindestlohnregelung am Herzen liegen – oder im Geldbeutel, wie man’s nimmt.



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